Echolon für ein Krisen- und Prozess-Management bei Störungen der IT

IT-Ausfall: Wüssten Sie, was zu tun ist?

| Autor / Redakteur: Petra Spielmann / Ulrike Ostler

Besser man hat einen Notfallplan ...
Besser man hat einen Notfallplan ... (Bild: © bankerwin - Fotolia)

Was tun und was zuerst, wenn die IT gestört ist? IT-Service-Management-Spezialist Jochen Möller zeigt auf, wie Unternehmen frühzeitig Risiken identifizieren, ungeplante Downzeiten minimieren, ihre Mitarbeiter auf den Ernstfall vorbereiten und ein zuverlässiges Informations- und Notfall-Management gewährleisten können.

Ein Brand, Stromausfall, Server-Versagen, beschädigte Netzwerkkomponenten oder eine Krankheitswelle beim IT-Personal sind reale Szenarien, die Unternehmen unerwartet vor enorme Herausforderungen stellen. Schon wenige Stunden Ausfall der Informations- und Kommunikationstechnik können je nach Branche oder Unternehmen gravierende oder gar existenzbedrohende Folgeschäden für den Geschäftsbetrieb mit sich bringen.

So waren bei dem weltweit größten Online-Versandhändler Amazon etwa 2010 aufgrund eines Hardware-Fehlers mehrere europäische Websites zeitweise ausgefallen, wodurch mitten in der Weihnachtszeit signifikante Umsatzeinbußen entstanden. Das Gebot der Stunde lautet im Störungs- oder Komplettausfall, die Geschäftskontinuität wiederherzustellen, betriebswirtschaftliche Schäden zu reduzieren und die Existenz des Unternehmens auch bei einem größeren Schadensereignis zu sichern.

Früher oder später machen die meisten Unternehmen unliebsame Erfahrungen mit Datenverlusten, Störungen von Kern- oder Subsystemen und ähnlichen IT-Notfall-Szenarien – ob direkt oder indirekt. Denn die komplexen Strukturen unserer globalen Kollaborationsnetzwerke, Lieferketten und ineinandergreifenden Produktionsprozesse (Stichwort:-„Just-in-Time“) machen uns in hohem Maße abhängig von einem kontinuierlichen, störungsfreien Geschäftsbetrieb zwischen allen Prozessbeteiligten. Maßnahmen zur Sicherung der IT-Betriebsbereitschaft und die Etablierung eines Notfall-Managements beziehungsweise Desaster Recovery Konzeptes sind daher heute wichtiger denn je.

Ausfälle sind normal

Jochen Möller: "Das Gebot der Stunde lautet im Störungs- oder Komplettausfall, die Geschäftskontinuität wiederherzustellen, betriebswirtschaftliche Schäden zu reduzieren und die Existenz des Unternehmens auch bei einem größeren Schadensereignis zu sichern."
Jochen Möller: "Das Gebot der Stunde lautet im Störungs- oder Komplettausfall, die Geschäftskontinuität wiederherzustellen, betriebswirtschaftliche Schäden zu reduzieren und die Existenz des Unternehmens auch bei einem größeren Schadensereignis zu sichern." (Bild: MIT Solutions GmbH)

Jochen Möller, Geschäftsführer der Hamburger MIT Solutions GmbH: „Dennoch hat im Schnitt jedes zweite Unternehmen in Deutschland für Störfälle in der IT keine adäquate Notfallplanung parat, um negative Auswirkungen auf den laufenden Geschäftsbetrieb zu vermeiden oder zu minimieren.“

Ein Grund dafür liege darin, dass die Verantwortlichkeiten für die Initiierung einer IT-Notfallplanung im Unternehmen nicht immer klar geregelt seien. „Leider wird dieses Thema daher häufig erst dann mit dem notwendigen Engagement vorangetrieben, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“, so Möller. Im Ernstfall fehle es dann jedoch an dem methodischen Knowhow, so dass oftmals keine strukturierte Herangehensweise mehr möglich sei– die Folge sind unproduktive Mehrzeiten und Umsatzeinbußen.

Checkliste für den Ernstfall

Um auf einen IT-Notfall angemessen zu reagieren, benötigen Unternehmen eine strukturierte IT-Notfallkonzeption, die verschiedene Eventualitäten bereits im Vorfeld beleuchtet. Bei Eintritt einer Notfallsituation in der IT-Umgebung beschreibt sie die Vorgehensweise, wie in einer angemessenen Zeit zum einen der Notfallbetrieb und zum anderen die vollständige Verfügbarkeit der IT und der Daten sichergestellt werden kann.

Orientierung gibt hier der IT Service Continuity Management (ITSCM) Standard nach ITIL 2011, der als vier-stufiger Leitfaden zur Behebung von „Major Incidents“ und zur Realisierung einer gezielten Wiederherstellungsplanung von IT-Services verfasst wurde. „Um Unternehmen bei der zuverlässigen IT-Notfallplanung zu unterstützen und die ITSCM Maßnahmen unter Berücksichtigung individueller Strukturen erfolgreich umzusetzen, hat MIT Solutions für den IT-Notfall ein ganzheitliches Best-Practice-Modell entwickelt“, sagt Möller.

Dieses umfasse sowohl die Identifikation relevanter IT-Services und Konzeptionierung der Notfallprozess-Planung als auch die Einrichtung eines Notfall Desks und Informationsbereitstellung für den Wirtschaftsprüfer. Am Ende erhalte das Unternehmen eine vollständige, Software-gestützte Dokumentation mit allen relevanten Informationen an die Hand, so dass die notwendigen Schritte zur Wiederherstellung der IT wie eine Checkliste abzuarbeiten seien.

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