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Vorläufiges Ziel: 50 Qubits IQM soll finnisches Quantencomputersystem liefern

Autor: Ulrike Ostler

Das Startup IQM hat in einer internationalen Ausschreibung zum Bau des ersten Quantencomputers in Finnland gewonnen. Das System soll auf 50 Qubits wachsen und ist für das Technische Forschungszentrum VTT gedacht.

Da der IQM-Quantenconputer auf supraleitender Technologie aufbaut, braucht er eine Art Kühlschrank, einen Kryostat. So könnte das finnische System von außen aussehen.
Da der IQM-Quantenconputer auf supraleitender Technologie aufbaut, braucht er eine Art Kühlschrank, einen Kryostat. So könnte das finnische System von außen aussehen.
(Bild: IQM)

Das System wird in der Stadt Espoo, Finnland, in der „Micronova“ des VTT und der Aalto Universität gebaut, wo sich die Reinraumumgebung für die Herstellung der Quantenkomponenten befindet. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Der finnische Staat finanziert das Projekt mit rund 20 Millionen Euro.

Der finnische Finanzminister Mika Lintilä hat bei der Bekanntgabe der Entscheidung für IQM gesagt: „Finnland hat das Potenzial, in Europa führend in der Quantentechnologie zu werden. Ich freue mich darauf, Zeuge der Möglichkeiten zu werden, die das Quantensystem den finnischen und europäischen Unternehmen und der Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Region bieten wird.“

Das Innenleben des IQM-Quantencomputers
Das Innenleben des IQM-Quantencomputers
(Bild: IQM)

Der Firmensitz von IQM, ein Spin-off der Aalto Universität und des VTT, ist ebenfalls in Espoo. Auf der Website heißt es : „Wir bauen skalierbare Hardware für universelle Quantencomputer mit Schwerpunkt auf supraleitender Technologie“ und dass man sich den europäischen Werten verpflichtet fühle, um eine der größten technologischen Herausforderungen weltweit zu lösen: den Bau nützlicher Quantencomputer: „Wir verfolgen einen kooperativen Ansatz, der akademische, öffentliche und private Organisationen einschließt.“

Der Plan

Es gibt reichlich Erfahrungen mit dem dortigen Labor für Quantencomputer und -Geräte, aber auch einen regen Austausch mit Quantencomputing-Experten aus Bilbao, München, Zürich, Delft und mehreren anderen weltweit verteilten Standorten. Das Im Jahr 2019 gegründete Unternehmen IQM verfügt derzeit (November 2020) über ein internationales Team von mehr als 40 Quanteningenieuren in Espoo und München. Damit liegt die Anzahl der Beschäftigten aktuell über 70 Mitarbeiter.

Anfang dieses Monats hat IQM bekannt gegeben, dass es seine Finanzierungsrunde der Serie A abgeschlossen und rund 39 Millionen Euro aufgebracht hat. Die Gründer und Teammitglieder gehören zu den Experten auf dem Gebiet der Quantencomputer. Sie haben über 640 wissenschaftliche Artikel mit mehr als 27.000 Zitaten veröffentlicht.

Die IQM-Gründer: CTO Dr. Kuan Yen Tan, Chefwissenschaftler Professor Mikko Möttönen, COO Dr. Juha Vartiainen und CEO Dr. Jan Goetz
Die IQM-Gründer: CTO Dr. Kuan Yen Tan, Chefwissenschaftler Professor Mikko Möttönen, COO Dr. Juha Vartiainen und CEO Dr. Jan Goetz
(Bild: IQM)

In der ersten Phase des Projekts will das Team einen funktionierenden Fünf-Qubit-Quantencomputer zum Laufen bringen. Bis zum Ende der dritten Phase im Jahr 2024 soll das Projekt ein 50-Qubit-Gerät sein. Während IQM an dem Computer arbeitet, wird das VTT auf Gebieten wie Quantensensoren und Quantenverschlüsselungsalgorithmen arbeiten.

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Über den Autor

 Ulrike Ostler

Ulrike Ostler

Chefredakteurin DataCenter-Insider, DataCenter-Insider