Alles drin: Die Funktionen eines Datacenter in der Box

Infotech präsentiert ein Rechenzentrum im Container

| Redakteur: Ulrike Ostler

Zur CeBIT eine Produktneuheit: Der Container MDC40 der Infotech GmbH fasst 220 Höheneinheite, Racks 4 mit Kaltgangeinhausung bei einerLeistungsaufnahme von 60 kW und alles passt in einen einzigen Container.
Zur CeBIT eine Produktneuheit: Der Container MDC40 der Infotech GmbH fasst 220 Höheneinheite, Racks 4 mit Kaltgangeinhausung bei einerLeistungsaufnahme von 60 kW und alles passt in einen einzigen Container. (Bild: Infotech GmbH)

Die Infotech GmbH hat ein kompaktes Rechenzentrum in Containerbauform entwickelt und führt dies zur CeBIT in diesem Jahr unter der Produktbezeichnung „MDC40“ in den Markt ein. Das Besondere daran: Alle Funktionen eines Rechenzentrums sind in nur einem Container vereint.

Der Container ist ein 40 Fuß Standard ISO-Container mit den Abmessungen 12,20 x 2,40 x 2,90 Meter (L x B x H). Er besteht aus einer massiven Stahlkonstruktion, die einschließlich der Außentüren und der Lüftungsgitter einen hohen Einbruchschutz nach RC3 bietet.

Doch trotz der für ein Rechenzentrum geringen Abmessungen kann sich die IT-Leistung sehen lassen. Es stehen 220 Höheneinheiten für IT-Equipment zur Verfügung, in die eine Leistungsaufnahme von bis zu 60 Kilowatt eingebaut werden kann. Damit lassen sich zum Beispiel 100 Server konventioneller Bauart betreiben.

Kompakt und skalierbar

Aber auch die Bereitstellung von mehr IT-Leistung ist möglich. Denn der RZ-Container skaliert. Bei Bedarf werden mehrere MDC40 parallel geschaltet bis die gewünschte Kapazität erreicht ist. Für die Kopplung verfügt das MDC40 standardmäßig über geeignete Ein- und Ausgänge.

Mit dieser Leistungsklasse ist das MDC40 nicht nur für mobile Anwendungen einsetzbar, sondern ist auch als stationäres Haupt- oder Spartenrechenzentrum für viele Unternehmen interessant. Als die wesentlichen Vorteile dieser Bauweise gegenüber einem Bezug fester Gebäude sieht der Hersteller aus Recklinghausen:

  • fester Preis
  • kurze Planungszeiten
  • schnelle Verfügbarkeit dank kurzer Lieferzeiten
  • garantierter Leistungsumfang
  • kurze Abschreibungszeiten
  • flexible Erweiterungsmöglichkeiten dank Skalierbarkeit
  • temporäre Einsatzmöglichkeit zur Miete.

Der Container umfasst neben der eigentlichen IT-Fläche unter anderem:

  • Kühlaggregate
  • Unterbrechungsfreie Stromversorgung
  • Dieselaggregat
  • Brandüberwachung
  • Gaslöscheinrichtung
  • Zutrittskontrolle
  • Einbruchmeldeanlage
  • Blitzschutz- und Erdungseinrichtungen.

MDC40 erfüllt spezielle Vorschriften des Zolls und der Bahn und ist dank seiner flexiblen Auslegung in den meisten Ländern einsetzbar. MDC40 wird eine Zertifizierung nach dem internationalen Übereinkommen für sichere Container (CSC) erhalten und kann damit weltweit grenzüberschreitend per LKW, Bahn und (See)Schiff transportiert werden.

Ferner wird das MDC40 eine Zertifizierung nach dem Prüfkriterienkatalog des TÜViT erhalten. Angestrebt wird Dual Site Level 3.

Die modulare USV (n+1) des Sysems MDC40 bietet 5 x 20 kVA, verfügt über einen Batteriepuffer von 10 Minuten und der Generator kann für 125 kVA sorge. Er benötigt eine Anlaufzeit von maximal 15 Sekunden; der Dieselvorrat umfasst 1.100 Liter, was ohne Nachfüllen für 48 Stunden reicht.
Die modulare USV (n+1) des Sysems MDC40 bietet 5 x 20 kVA, verfügt über einen Batteriepuffer von 10 Minuten und der Generator kann für 125 kVA sorge. Er benötigt eine Anlaufzeit von maximal 15 Sekunden; der Dieselvorrat umfasst 1.100 Liter, was ohne Nachfüllen für 48 Stunden reicht. (Bild: Infotech GmbH)

Das MDC40 kann auf nahezu allen Untergründen aufgestellt werden. Zum Lieferumfang gehören Aufstellfüße mit variabler Höhenverstellung sowie eine Blitzschutz-und Erdungsanlage. Bauseits werden jeweils ein Strom- und Wasseranschluss sowie ein Internet-Anschluss vorausgesetzt. Für Zertifizierungszwecke kann ggf. auch ein weiterer analoger Anschluss zur Gefahrenmeldung gefordert sein.

Schutz gegen Betriebsstörungen

Kühlung und Unterbrechungsfreie Stromversorgung sind für MDC40 so ausgelegt, dass der Ausfall einer Komponente den Betrieb nicht gefährdet (n+1). Bei Ausfällen des Stromnetzes übernimmt das eingebaute Dieselaggregat die Stromversorgung des gesamten Containers. Dabei ist die Bevorratung mit Treibstoff so ausgelegt, dass ein Betrieb von 48 Stunden ohne Nachtanken gewährleistet ist.

Eine Brandüberwachung mit Brandfrüherkennung kombiniert mit einer Gaslöschanlage garantierten Schutz gegen Feuer. Sie schließen die Entstehung eines Brandes praktisch aus. Die Gaslöschanlage wird auf Wunsch redundant ausgelegt.

Zutrittskontrollsysteme und eine Einbruchmeldeanlage verhindern ein unbefugtes Betreten des Rechenzentrums. Für den Nachweis der Zutrittsberechtigung ist eine Zwei-Faktor-Authentisierung etabliert, die in Kombination mit einer Vereinzelungsfunktion arbeitet. Ergänzt wird die Zutrittskontrolle durch eine Video-Überwachung.

Bedingt durch seine Bauform bietet das MDC40 ebenfalls optimalen Schutz gegen Einbruchversuche. Es ist in massiver Stahlbauweise mit einer Gesamtwandungsstärke von 9 Millimeter Stahlblech ausgeführt. Die komplette Außenhaut mitsamt der Türen und der Lüftungsgitter erfüllen die Anforderungen nach RC3.

Zertifizierungen

Hinsichtlich seiner Gesamtfunktionalität ist MDC40 so ausgelegt, dass es nach anerkannten Grundsätzen für Rechenzentren zertifizierbar ist. Der Hersteller strebt Zertifizierungen durch die TÜV Informationstechnik GmbH, Essen, Deutschland (TÜViT), an.

TÜViT zertifiziert nach dem Kriterienwerk „Trusted Site Infrastructure“. Je nach Ausfallsicherheit erfolgt die Zertifizierung von Level 1 bis Level 4, wobei Level 4 die höchste Form der Verfügbarkeit der Rechenzentrumsleistung darstellt. Die Zertifizierung nach TSI ist eine „in situ“ Zertifizierung.

Sie umfasst also nicht nur das Bauwerk und die Infrastruktur des Rechenzentrums selbst, sondern bezieht auch Umgebungsfaktoren wie die Lage zu Hauptverkehrsstraßen, die Entfernung zu explosionsgefährdeten Betrieben, geostationäre Fragestellungen wie Erdbebenwahrscheinlichkeit und sonstige Gefahrenpunkte mit ein. Von daher ist eine isolierte Aussage zum Rechenzentrum selbst gegenwärtig nicht ohne weiteres möglich.

TÜViT hat allerdings eine Bewertung in der Form eines „Proof of concept“ in Aussicht gestellt mit der Aussage, dass das Rechenzentrum nach einem bestimmten Level grundsätzlich bei Vorliegen weiterer äußerer Voraussetzungen zertifizierbar wäre. Für das MDC40 streben die Erbauer aus dem Ruhgebiet eine Zertifizierung nach Dual Site Level 3 an.

Neben der Zertifizierung des Rechenzentrums hat der Hersteller die Zertifizierung nach dem internationalen Übereinkommen vom 2.Dezember 1972 über sichere Container (CSC) beantragt. Die CSC-Zulassung ist die notwendige Voraussetzung dafür, Container grenzüberschreitend befördern zu dürfen. Sie garantiert dem MDC40 optimale Mobilität.

Inbetriebnahme und Service

Im Falle des Kaufs ist das MDC40 bei Einhaltung der Wartungsvorschriften mit einer Funktionsgarantie von zwei Jahren ausgestattet. Anschluss an die vorhandene Infrastruktur, Inbetriebnahme und Wartung erfolgen grundsätzlich durch den Erwerber. Auf Wunsch können diese Leistungen aber auch durch Infotech angeboten werden.

Infotech auf der CeBIT

Auf der CeBIT ist in Halle 12, Stand C27 ein 1:10 Modell des MDC40 derInfotech Gesellschaft für Informations- und Datentechnik mbH zu sehen. Die Auslieferung erfolgt ab dem 4. Quartal 2015.

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