Hochleistungsrechnen soll für (fast) jeden erschwinglich und handhabbar werden High Performance Computing via HPE Greenlake

Redakteur: Ulrike Ostler

High Performace Computing (HPC) ist stark en vogue, wenngleich Corona dem HPC-Servermarkt einen Dämpfer verpasst hat. Daran ist auch die stetig steigende Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI) schuld, die zum Training viel Rechenleistung braucht, sowie Big Data-Analysen, für die dasselbe gilt. Da kommen Angebote für Zugriffe aus der Cloud ganz recht. Allerdings taugen Standardangebote und manchmal auch die Kosten nur bedingt. Jetzt bietet HPE die Rechnerei als „Greenlake“-Service.

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Das Hochleistungsrechnen per „HPE Greenlake“ soll in der Verknüpfung von Cloud-Flexibilität mit dem Betrieb im eigenen Rechenzentrum möglich sein.
Das Hochleistungsrechnen per „HPE Greenlake“ soll in der Verknüpfung von Cloud-Flexibilität mit dem Betrieb im eigenen Rechenzentrum möglich sein.
(Bild: HPE)

Hewlett Packard Enterprise (HPE) will seine HPC-Systeme als-Service über HPE Greenlake zur Verfügung stellen. Dabei laufen die Systeme, zu Beginn ausschließlich auf der Basis von „Apollo “-Hardware, im Rechenzentrum des Kunden oder in einem Co-Location-Rechenzentrum. Sie werden von HPE betrieben und nach tatsächlicher Auslastung abgerechnet. HPE plant allerdings, die Services auf „Cray“-basierte Rechen-, Software-, Speicher- und Netzwerklösungen auszuweiten.

Üblicherweise zahlen Nutzer von HPC-Clustern Rechenzeit, müssen diese anmelden und wenn etwas schief läuft, eventuell auf einen weiteren Rechenlauf warten. HPE will das mit seinem neuen Service vereinfachen und verspricht dennoch finanzielle Flexibilität. Jedes Unternehmen soll in der Lage sein können, Hochleistungsrechner zu nutzen. Je nach benötigter Leistung sind kleine, mittelgroße und große Service-Pakete verfügbar, die über ein Selbstbedienungsportal per Mausklick bestellt werden. Die Lieferzeit beträgt 14 Tage. Erste Angebote gibt es für das kommende Frühjahr.

HPE stellt kleine, mittelgroße und große Service-Pakete berit, die über ein Selbstbedienungsportal per Mausklick bestellt werden. Noch nicht im Angebot sind Storage-und Interconnect-Angebote.
HPE stellt kleine, mittelgroße und große Service-Pakete berit, die über ein Selbstbedienungsportal per Mausklick bestellt werden. Noch nicht im Angebot sind Storage-und Interconnect-Angebote.
(Bild: HPE/Ulrike Ostler)

Laut Intersect360 Research wird der Markt für Hochleistungsrechner bis 2024 um mehr als 40 Prozent wachsen und einen Umsatz von fast 55 Milliarden Dollar erreichen. Allerdings ist die herkömmliche Bereitstellung und Verwaltung von solchen Systemen kostspielig, komplex und ressourcenintensiv. Die größten Bedenken der Unternehmen sind dabei laut Hyperion Research sowohl die System- als auch Betriebskosten für Strom und Kühlung sowie der Mangel an qualifiziertem HPC-Fachpersonal.

Also eigentlich klingt HPC per Cloud verlockend. Dennoch laufen nach Erkenntnissen des Marktforschungsunternehmens IDC rund 70 Prozent der HPC-Anwendungen in on-premises-Umgebungen ab. Der Grund: Data Gravity, zu Deutsch: die Anziehungskraft der Daten. Sie sind nur schwer zu migrieren, zu modernisieren und für die, die am wichtigsten sind, gilt: am schwersten.

Keith Wihite und Peter Ungaro bei der Vorstellung des neuen Greenlake-HPC-Services. Nahren Khizeran hat die Veranstaltung moderiert.
Keith Wihite und Peter Ungaro bei der Vorstellung des neuen Greenlake-HPC-Services. Nahren Khizeran hat die Veranstaltung moderiert.
(Bild: Ulrike Ostler)

Laut Keith White, der den Bereich Greenlake Cloud Services von HPE leitet, wird HPE dieses Dilemma auflösen. Die Startposition für den Anbieter und etwaige Partner sei hervorragend. So sei Greenlake ansich bereits ein Erfolgsmodell. Das Gesamtvertragsvolumen des Geschäftsbereichs sei mittlerweile auf mehr als vier Milliarden Dollar angewachsen. Zudem bestätigt Forrester Consulting in der Untersuchung „The Total Economic Impact of HPE Greenlake” vom Mai 2020, dass sich durch Nutzung der Services Projekte um bis zu 75 Prozent beschleunigen und Investitionsausgaben um bis zu 40 Prozent senken lassen.

Zum andern sei HPE ohnehin im HPC-Umfeld führend, führt Peter Ungaro aus, der den HPE HPC-Geschäftsbereich und Mission Critical Solutions (MCS) leitet. So kann er auf ein umfassendes Portfolio an Software aufweisen, das speziell für das Hochleistungsrechnen entwickelt wurde, etwa Workload-Management, Container, Orchestrierung, Cluster-Management und Monitoring.

HPE will mit langjähriger Erfahrung und bewährten HCP-Werkzeugen gegen die HPC-Angebote aus der Cloud bestehen; allerdings ist auch eine Koopration mit „Microsoft Azure“ aufgesetzt.
HPE will mit langjähriger Erfahrung und bewährten HCP-Werkzeugen gegen die HPC-Angebote aus der Cloud bestehen; allerdings ist auch eine Koopration mit „Microsoft Azure“ aufgesetzt.
(Bild: HPE/Ulrike Ostler)

Mit den folgenden Funktionen können Kunden ihre HPC-Dienste verwalten, betreiben und kontrollieren:

  • „HPE Greenlake Central“ ist auch in diesem Umfeld, wie für alle Greenlake-Angebote, eine Software-Plattform, mit der Kunden ihre Dienste verwalten und optimieren können.
  • Mit dem „HPE Self-Service Dashboard“ können Nutzer ihre Hochleistungs-Cluster per Mausklick betreiben und verwalten, ohne Workloads zu unterbrechen.
  • „HPE Consumption Analytics“ analysiert Nutzung und Kosten von HPE Greenake.
  • „HPC, AI & App Services“ standardisieren und verpacken Hochleistungs-Workloads in Container und erleichtern so die Datenübertragung und den Datenzugriff.

Ein erster Anwender und die Partner

Erste Anwender gibt es ebenfalls. Dazu gehört Zenseact. Das Unternehmen mit Sitz in Schweden und China entwickelt Software für das autonome Fahren mithilfe des Greenlake-Services. Dazu gehört es, Hunderte von Petabyte an Daten zu analysieren, die das Unternehmen weltweit aus seinem Netzwerk von Testfahrzeugen und Software-Entwicklungszentren generiert. Damit modelliert und simuliert Zenseact autonomes Fahrverhalten, um Software zu entwickeln, die die Fahrersicherheit unterstützt.

HPE plant, künftig sein komplettes HPC- und Supercomputer-Portfolio As-a-Service anzubieten.
HPE plant, künftig sein komplettes HPC- und Supercomputer-Portfolio As-a-Service anzubieten.
(Bild: HPE)

HPE will seine Partner in die Greenlake-Angebote eingliedern. Zudem Netzwerk gehören:

  • Co-Location-Einrichtungen: Kunden können ihre Systeme in einer Co-Location-Einrichtung betreiben lassen und ihre Dienste aus der Ferne über HPE Greenlake nutzen. Die HPE-Co-Location-Partner sollen ihrerseits skalierbare, Energie-effiziente Rechenzentren bieten. Schon jetzt gehören Atnorth (früher Advania Data Center), Cyrusone und Scalematrix dazu.
  • Softwarehäuser: Mit Partnern wie Activeeon, Ansys, Core Scientific und Theubercloud bietet HPE Anwendungen für Automatisierung, Künstliche Intelligenz, Analytics, Blockchain, Computer Aided Engineering (CAE) und Computer Aided Design (CAD).

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