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Google und die Unternehmens-IT, ein Kommentar von IDC

Google Enterprise in Europa – der lange Weg zum Lösungsanbieter

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Die deutsche Besonderheit: Partner und lokale Rechenzentren

"So sehen die Sicherungsbänder in der Google-Bandbibliothek aus. Jedes Band verfügt über einen eindeutigen Barcode, anhand dessen ein automatisches System das richtige Band finden kann."
"So sehen die Sicherungsbänder in der Google-Bandbibliothek aus. Jedes Band verfügt über einen eindeutigen Barcode, anhand dessen ein automatisches System das richtige Band finden kann."
(Bild: Google)
Es empfiehlt sich zudem dringend, für die Mitarbeiter Anreize zu schaffen, damit diese die neue Lösung sowie die neue Arbeitsweise nutzen und unterstützen. Dieses sollte dauerhaft geschehen, nicht nur am Anfang.

Obwohl dieser Kunden mit den Google‐Apps umfassend zufrieden wirkte, steht er nach wie vor der ungelöste Frage, den richtigen Partner für IT‐Integration und Unterstützung auf dem Weg in die Cloud zu finden. Google muss ebenso wie alle anderen Cloud‐Anbieter für Unternehmenskunden an seiner Partnerbasis in der Region DACH arbeiten.

Unterm DACH

Ein Knackpunkt für Google ist, dass viele europäische Unternehmen ‐ besonders in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) ‐ die Kontrolle darüber behalten möchten, wo ihre Daten gespeichert werden. Oft wollen sie die Sicherheit, dass die Daten im eigenen Land bleiben und/oder keinesfalls in bestimmte andere Länder transferiert werden. Das ist zum Teil durch die geltenden Gesetze begründet, zum Teil durch Bequemlichkeit.

Google verfügt über zahlreiche Rechenzentren in ganz Europa, typischer Weise an Orten, wo die Kühlung günstig und ökologisch vertretbar ist. Jedoch scheint Google durch das Design seiner Systeme nicht in der Lage zu sein, die Daten der Kunden in einer vorgegebenen geographischen Region zu halten. IDC glaubt, dass Google dieses auf jeden Fall berücksichtigen sollte.

Geodaten – ein Alleinstellungsmerkmal

Der Konferenzteil zu „Google Maps“ der Veranstaltung in Großbritannien verdeutlichte die Hausaufgaben, die Google zu machen hat. Google Maps hat die größte Präsenz am Markt und verfügt über einen einzigartigen Datenfundus.

Google führte die drei Bereiche aus, in denen Geoinformationen Mehrwerte bieten können: bessere Entscheidungen treffen, Menschen und Sachwerte optimal einsetzen sowie Anwender einbinden.

Ein Beispiel für eine Lösung ist Google Co‐Ordinate. Die Anwendung ermöglicht es mit einer Kartenschnittstellen, Aufgaben unter mobilen Mitarbeitern danach aufzuteilen, wer dem Einsatzort am nächsten ist.

Die Suche nach Anwendungsgebieten

"Associate Facilities Manager Jeff Hajer schweißt Drähte in einem Fertigungsbereich in unserem Rechenzentrum in Lenoir", lautet die Google-Bildbeschreibung.
"Associate Facilities Manager Jeff Hajer schweißt Drähte in einem Fertigungsbereich in unserem Rechenzentrum in Lenoir", lautet die Google-Bildbeschreibung.
(Bild: Google)
Die Herausforderung für Google und andere Anbieter von Geo‐Technologien ist es, sich gegenüber den Kunden mehr als Lösungsanbieter zu präsentieren. Viele Prozesse auf analytischer und operativer Ebene könnten von Geodaten‐Integration profitieren.

Doch sind die Segmente mit dem offensichtlichsten Bedarf bereits abgedeckt. Dazu zählen etwa Routenplanung über das Internet für den öffentlichen Personenverkehr, Plattformen für Risikogebiete für Versicherungen oder die Frage nach der geeigneten Lage im Einzelhandel. Google und seine Mitbewerber müssen nun über diese Prozesse hinaus schauen und weitere Abläufe finden, die durch Geodaten gewinnen können.

Google muss sich zum Lösungsanbieter wandeln

Google muss sich von Technologie‐ zum Lösungsanbieter wandeln – und Google weiß das vermutlich auch. Die Bemühungen, die Veranstaltung sehr lösungsorientiert zu gestalten, waren deutlich. Im Vergleich zu anderen Cloud‐Anbietern wie etwa Salesforce.com hat Google hier aber noch einen weiten Weg vor sich, bevor es seine Services als Lösungen anbieten kann.

Ironischer Weise ist Googles Erzrivale Microsoft auch nicht besonders gut als Lösungsanbieter aufgestellt und vor allem wegen seiner Technologien in den Unternehmen verankert. Auch Microsoft muss sich ändern, um tiefer in das Geschäft mit Cloud‐Services einzutauchen. Die technologische Dominanz gewährt Microsoft allerdings noch eine Verschnaufpause.

Wer von beiden Konkurrenten zuerst ein überzeugendes, lösungsorientiertes Angebot für den Cloud‐Arbeitsplatz formuliert, wird den Markt für Cloud‐basierende Produktivitätsanwendungen dominieren.

Die Autoren:

Lynn-Kristin Thorenz ist seit September 2009 bei der IDC Central Europe GmbH als Director Research & Consulting tätig. Als Analystin konzentriert sie sich vor allem auf Themen aus dem Software-Umfeld, wobei ihr Schwerpunkt auf Enterprise Applications, wie etwa ERP, CRM und Knowledge Worker Environments sowie auf Delivery-Modellen wie Cloud und SaaS liegt. Zudem fokussiert sich Frau Thorenz auf das Thema IT Security.
Lynn-Kristin Thorenz ist seit September 2009 bei der IDC Central Europe GmbH als Director Research & Consulting tätig. Als Analystin konzentriert sie sich vor allem auf Themen aus dem Software-Umfeld, wobei ihr Schwerpunkt auf Enterprise Applications, wie etwa ERP, CRM und Knowledge Worker Environments sowie auf Delivery-Modellen wie Cloud und SaaS liegt. Zudem fokussiert sich Frau Thorenz auf das Thema IT Security.
(Bild: IDC)
Philip Carter ist Associate Vice Presidentbei IDC European Software und Lynn-Kristin Thorenz ist Director Research und Consulting bei IDC Deutschland und Schweiz.

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