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Google und die Unternehmens-IT, ein Kommentar von IDC

Google Enterprise in Europa – der lange Weg zum Lösungsanbieter

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"Cloud‐neutral" setzt sich in Europa durch

"Eine kühle Frühlingsnacht an unserem Rechenzentrum in Lenoir in North Carolina. Von diesem schönen Ort aus können wir unsere Dienste für die ganze Welt zugänglich machen – auch mitten in der Nacht", heißt es auf der Google-Website über die eigene IT-Infrastruktur.
"Eine kühle Frühlingsnacht an unserem Rechenzentrum in Lenoir in North Carolina. Von diesem schönen Ort aus können wir unsere Dienste für die ganze Welt zugänglich machen – auch mitten in der Nacht", heißt es auf der Google-Website über die eigene IT-Infrastruktur.
(Bild: Google)
Die meisten Unternehmen sind Cloud‐neutral oder werden es in Kürze sein. Das heißt, dass sie bei jeder technischen Entscheidung Cloud‐Services ebenso berücksichtigen wie konventionelle Soft- und Hardware‐Lösungen, die die gewünschten Funktionen bieten. Sie wählen das Produkt oder den Service, der den Anforderungen am nächsten kommt. Das kann dann auch ein Cloud‐Service sein.

Eine wachsende Minderheit der Unternehmen allerdings gibt der Cloud grundsätzlich den Vorzug vor lokal installierter Software, wo immer es machbar ist. Einige Unternehmen gehen noch weiter und sind „Cloud only“. Sie finden Wege, um alle Anforderungen über Cloud‐Dienste abzudecken.

Google ist „Cloud only“

Bei diesen unterschiedlichen Anwendern hat Google in der Cloud‐only‐Gruppe eindeutig einen Vorteil. Hier lehnen einige Anwender Microsoft aus historischen Gründen klar ab. Bei den Cloud-neutralen Unternehmen tut sich Google schwerer.

Die Angebote von Microsoft kommen vielen dieser Anwender vermutlich vertraut vor, sie fühlen sich damit wahrscheinlich wohl. Die wichtigste Schlacht wird um die Unternehmen geschlagen, die bevorzugt auf Cloud‐Dienste setzen. Microsoft wird diesen Anwendern seine Cloud‐Fähigkeiten beweisen müssen.

Google hingegen muss zeigen, dass es alles kann, was Microsoft auch kann. Ein Nebenschauplatz in dieser Schlacht ist Storage. Hier scheint Microsoft einen Vorteil zu besitzen:

„Sky Drive! bietet 7 GByte Gratisspeicher, Google Drive nur 5. Allerdings benötigt das native Dateiformat von Google Docs nur einen Bruchteil der Speicherkapazität, den das selbe Dokument im nativen Office‐Format von Microsoft belegt. Auf Google Drive ist also Platz für mehr Dokumente.

Die wichtigsten Hürden

Welche zentralen Hürden muss Google nehmen, um an Fahrt zu gewinnen? Zuerst muss Google die Firmen davon überzeugen, dass Gmail und Google Docs sicher, zuverlässig und leistungsstark genug für Unternehmen sind. Auf den Konferenzen zeigte Google, wie einfach die Bedienung der Tools ist.

Eine Vorführung widmete sich dem gleichzeitigen Bearbeiten eines einzigen Dokuments durch verschiedene Autoren, die um die ganze Welt verteilt sind. Als Beispiel wählte Google ein Projektangebot. Die Vorführung zeigte, wie sich das Wirrwarr zahlloser unterschiedlicher Dokumentversionen vermeiden lässt, bei dem am Ende noch nicht einmal eine gültige Variante der Datei entsteht.

Lehren aus der Praxis

Auf der Veranstaltung in München berichtete die Kommunikationsagentur Scholz & Friends, warum und wie sie Google Docs vor rund drei Jahren eingeführt hatte. Davor kämpfte Scholz & Friends mit Speichersilos für die Dokumente: Viele Dokumente gingen mit der Zeit verloren, wenn einer der 800 Mitarbeiter das Unternehmen verließ.

Scholz & Friends setzt durchgängig auf die Cloud. Die Agentur begann ihr Cloud‐Projekt in Deutschland zu einer Zeit, als die meisten anderen Unternehmen sich noch mit den Vor‐ und Nachteilen des Cloud‐Computings befassten. Auch war Microsoft vor drei Jahren noch kein ernsthafter Konkurrent für Google auf diesem Feld.

Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Projekt: Um ein komplettes Unternehmen in die Cloud zu bringen, braucht es Change-Management. Die Veränderung muss vom Top‐Management vorangetrieben und von der IT tatkräftig unterstützt werden.

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