Investition in die VME Mainframe-Plattform

Fujitsu kauft das VME-Softwaregeschäft von Gresham und macht daraus as-a-Service

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die VME-Software von Gresham Technologies ist nun bei Fujitsu eingehängt. Kunden nutzen sie im a-a-Service-Modell.
Die VME-Software von Gresham Technologies ist nun bei Fujitsu eingehängt. Kunden nutzen sie im a-a-Service-Modell. (Bild: gemeinfrei: annca/ Pixabay)

„VME“ steht für „Virtual Machine Environment“ und ist ein Betriebssystem, das Mitte der 70er Jahre von der britischen Company ICL entwickelt wurde. Später übernahm die Fujitsu-Gruppe das Operating System und Gresham Technologies entwickelte ein Portfolio komplementärer Software-Entwicklungswerkzeuge. Jetzt übernimmt Fujitsu dieses Geschäft.

Nach Angaben von Gresham Technologies haben in den vergangenen Jahren viele der VME-Kunden die Nutzung von VME-Software-Tools eingestellt; so seien gerade einmal noch 13 Kunden übrig. Infolgedessen seien die VME-Umsätze von Gresham stetig geschrumpft, die damit verbundenen Geschäftsrisiken, auch aufgrund der begrenzten technischen Ressourcen, jedoch gestiegen.

In der ersten Jahreshälfte 2018 ist daher daher eine technische Machbarkeitsstudie über die Kompatibilität der VME-Produkte von Gresham mit der ICL-Nachfolgeplattform von Fujitsu sowie über die Anforderungen an eine Produkterweiterung erfolgt. Diese Studie von Fujitsu und Gresham hat schließlich zu strategischen Diskussionen über die Übertragung des VME-Geschäfts und der Vermögenswerte von Gresham auf Fujitsu zu den Bedingungen der Transaktion geführt.

Nun sind im Rahmen der Vereinbarung sowohl die VME-Kundenverträge von Gresham an Fujitsu als auch die geistigen Eigentumsrechte an den entsprechenden Softwareprodukten mit Wirkung zum 31. Januar 2019 auf Fujitsu übertragen worden. Die Gegenleistung für die Transaktion beträgt 2 Millionen Pfund (23,36 Euro), die nach Abschluss der Transaktion vollständig in bar zu begleichen waren, verrechnet mit Vorauszahlungen, was zu einem Nettozufluss an die Gruppe von rund 1,7 Millionen Pfund (1,98 Millionen Euro) geführt hat.

Details zur Übernahme

Der CEO von Gresham Technologies, Ian Manocha, kommentiert den Verkauf auf der Unternehmens-Website: „Die ICL VME-Plattform war damals eine außergewöhnliche britische Innovation und war seit drei Jahrzehnten ein wichtiger Geschäftszweig für Gresham. Unter Berücksichtigung der sich entwickelnden Dynamik des VME-Marktplatzes, unserer laufenden Verpflichtungen zur Kundenbetreuung und der Investitionen, die zur Unterstützung von Produkt-Upgrades und Kundenmigrationen erforderlich sind, glauben wir, dass es im besten Interesse unserer Aktionäre und unserer VME-Kunden liegt, dass wir unser VME-Geschäft auf Fujitsu umstellen, […]. Fujitsu ist ideal positioniert, um Kunden zu unterstützen, die auf ihren Service der nächsten Generation umsteigen möchten, und bietet eine gute Kontinuität bei der Unterstützung und Wartung betrieblicher Software.“

Für das am 31. Dezember 2017 ("2017") endende Geschäftsjahr beliefen sich die dem Unternehmen zuzurechnenden Umsätze und Gewinne auf 0,87 Millionen Pfund (1,01 Euro) beziehungsweise 0,70 Millionen Pfund (0, 82 Millionen Euro). Somit entspricht die Gegenleistung für die Transaktion etwa dem 2,3-fachen beziehungsweise 2,9-fachen der dem Unternehmen zuzurechnenden Umsätze und Gewinne im Jahr 2017. Das Bruttovermögen des der Transaktion unterliegenden Unternehmens sei unwesentlich, da die immateriellen Vermögenswerte vollständig abgeschrieben wurden.

Da die Transaktion eine Klasse-2-Transaktion im Sinne der Börsenzulassungsvorschriften der britischen Financial Conduct Authority darstellt, entfällt eine Zustimmung der Aktionäre. Die Transaktion wurde vom Gresham Board of Directors genehmigt und wurde am 31. Januar 2019 abgeschlossen.

Das erwartet die Kunden

Durch die Aufnahme dieser Funktionen in das Fujitsu VME-Portfolio erhalten VME-Kunden von Gresham eine strategische Roadmap, mit deren Hilfe der sie auf das Fujitsu-Angebot „VME-Plattform as a Service“ (VPaaS) migrieren können, die auf dem „Modern VME Environment“ (MVE) basiert. Mainframe-Kunden können damit auf kontinuierlichen betrieblichen Software-Support und Wartung vertrauen.

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