vSphere 6.5

Fault Tolerance für VMs

| Autor: Thomas Joos

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In vSphere können Sie für VMs Hochverfügbarkeit zu konfigurieren. Dazu erstellen Sie auf einem anderen Host im Netzwerk einen Spiegel der aktuellen VM. Die beiden VMs sind identisch.

Das heißt, im Netzwerk treten die VMs mit identischem Namen, IP-Adresse und Konfiguration auf. Die sekundäre VM wird lediglich zur Replikation genutzt steht also im Netzwerk nicht zur Verfügung. Die Synchronisierung der Daten findet über eine private Netzwerkverbindung zwischen der primären VM unter sekundären VM statt.

Grundlagen der Fehlertoleranz von VMs

Beide VMs dürfen auf den gleichen Speicher zugreifen, aber nur die primäre VM darf den Speicher schreiben. Die sekundäre VM hat lesenden Zugriff. Fällt der Hosts mit der primären VM aus, erkennt das die sekundäre VM und wird zur primären VM konfiguriert. Dadurch erhält die VM die Möglichkeit auch schreibend auf den Speicher zuzugreifen. Dieser Vorgang trägt in vSphere die Bezeichnung Fault Tolerance (FT).

Da die Replikation über das Netzwerk stattfindet, sind dabei auch die virtuellen Switches und die Portgruppen beteiligt. Sie sollten daher einen VMkernel-Adapter für diese Verbindung zur Verfügung stellen. Außerdem macht es Sinn, eine eigene Portgruppe auf den Hosts für die Fehlertoleranz zu konfigurieren. Zusätzlich müssen Sie darauf achten, dass die sekundäre VMs ebenfalls Ressourcen beanspruchen, da diese gestartet sind. Die VMs werden zwar nicht für den produktiven Betrieb verwendet, allerdings empfangen sie Daten zur Replikation und müssen jederzeit aktiviert werden können, wenn die primäre VM nicht mehr funktioniert. Die generelle Einrichtung von FT wird über einen Assistenten durchgeführt und ist in wenigen Sekunden abgeschlossen.

Damit Sie FT nutzen können, müssen Sie einen HA-Cluster einsetzen sowie mit FT-kompatible Hardware. In den meisten Fällen können sie FT aktivieren, während die primäre VM gestartet ist. In produktiven Umgebungen ist es nicht empfohlen, dass Sie die Netzwerkkommunikation für FT über einen Adapter oder eine Portgruppe einsetzen, die bereits für andere Zwecke genutzt wird, zum Beispiel und vor allem für vMotion. Zusätzlich zur Aktivierung von FT und dem entsprechenden Netzwerkadapter der Portgruppe, müssen Sie zwischen den Beteiligten Hosts auch vMotion im Einsatz haben.

Diese VMs dürfen keine RDM-Datenträger einsetzen, also keine direkte Anbindung von Volumes an ein SAN. Dazu kommt, dass Sie für FT-abgesicherte VMs die DRS-Funktion in vSphere nicht nutzen können. Die VMs können durch DRS nicht automatisiert auf andere Hosts verschoben werden.

Sichern Sie eine VM mit FT ab, können Sie im laufenden Betrieb keine Hardware zuteilen. Sie sollten diese Funktion also nur für VMs nutzen, bei denen Sie keine Konfiguration vornehmen müssen, und die fertig konfiguriert in der Produktion laufen. Auch wenn andere Änderungen teilweise möglich sind, nachdem Sie FT aktiviert haben, ist eine nachträgliche Anpassung der VM nicht empfehlenswert. Alle Änderungen einer VM können darin resultieren, dass FT nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert.

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