Cloud Computing treibt das Wachstum der Rechenzentren

Energiebedarf der Rechenzentren in Deutschland steigt weiter an

| Autor: Dr. Ralph Hintemann

NeRZ
NeRZ (Netzwerk energieeffiziente Rechenzentren, Bildquelle: Hintemann)

Die Rechenzentren in Deutschland benötigen immer mehr Energie. Der Boom der vergangenen Jahre beim Bau neuer Rechenzentren hat trotz aller Effizienzsteigerungen dazu geführt, dass der Energiebedarf der Rechenzentren in Deutschland auch im Jahr 2018 weiter angestiegen ist. Dies ist ein Ergebnis des im Oktober 2019 abgeschlossenen Forschungsprojektes „Total Energy Management for professional data centers – TEMPRO“, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wurde.

Mit 14 Mrd. kWh im Jahr 2018 benötigen die Rechenzentren 6% mehr Energie als im Vorjahr (Abbildung). Dieser deutliche Anstieg ist insbesondere auf den Aufbau von Cloud-Computing-Kapazitäten zurückzuführen. Der Energiebedarf traditioneller Rechenzentren ist dagegen rückläufig. Gemäß Analysen im Projekt TEMPRO sind  Cloud Rechenzentren in Deutschland im Jahr 2018 für 23% des Energiebedarfs aller Rechenzentren verantwortlich. In Summe werden die (Energie-)Effizienzvorteile von Cloud Computing durch das starke Wachstum der Branche also mehr als ausgeglichen.

Die TEMPRO-Kurzstudie zur Entwicklung des Energiebedarfs der Rechenzentren wird in Kürze veröffentlicht. Sie befasst sich auch mit der zukünftigen Bedeutung von Edge Computing für den Energiebedarf der Rechenzentren.