Investition von 100 Millionen Euro

E-Shelter eröffnet Bauteil H des Datacenter Frankfurt 1, Bechtle zieht ein

| Redakteur: Ulrike Ostler

v.l: Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Rupprecht Rittweger, CEO von E-Shelter, Staatssekretär Mathias Samson, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, und Thomas Olemotz, Vorstandsvorsitzender der Bechtle AG, bei der Eröffnungsfeier des Datacenter-Bauteils "H".
v.l: Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Rupprecht Rittweger, CEO von E-Shelter, Staatssekretär Mathias Samson, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, und Thomas Olemotz, Vorstandsvorsitzender der Bechtle AG, bei der Eröffnungsfeier des Datacenter-Bauteils "H". (Bild: E-Shelter)

Ende November war es soweit: E-Shelter, ein Unternehmen von NTT Communications hat in in Frankfurt am Main den inzwischen achten Bauteil „H“ auf seinem Datacenter-Gelände „Frankfurt 1“ eröffnet. Dadurch werden rund 7.100 Quadratmeter neue Rechenzentrumsfläche mit einem Investitionsvolumen von 100 Millionen Euro dem größten Datacenter-Campus Europas hinzugefügt.

Da gibt es zur Eröffnung auch einmal eine Kachel mit dem Hessischen Landeswappen, das der Staatssekretär Mathias Samson vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung überreicht. Immerhin betreibt E-Shelter insgesamt zehn Standorte in der Region Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einer Rechenzentrumsfläche von rund 90.000 Quadratmetern. Immerhin ist es Angesichts der Datacenter-Ansiedlungsstrategien von Dänemark, den Niederlanden und Schweden keine Selbstverändlichkeit, Frankfurt als Standort für den weiteren Ausbau von Housing und Co-Location Services sowie Cloud-Marktplatz zu wählen.

Zur Eröffnung überreichte Staatssekretär Mathias Samson vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (rechts) eine Kachel mit Landeswappen an Rupprecht Rittweger, CEO von E-Shelter.
Zur Eröffnung überreichte Staatssekretär Mathias Samson vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (rechts) eine Kachel mit Landeswappen an Rupprecht Rittweger, CEO von E-Shelter. (Bild: Uwe Nölke/ E-Shelter)

Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, sagte bei der Eröffnung: „E-Shelter ist […] ein Schlüsselunternehmen; denn seine Rechenzentren bilden das Rückgrat der Digitalisierung Deutschlands. E-Shelter hat vor 17 Jahren hier als Start-up begonnen, und ist nun nicht zuletzt dank seiner Präsenz in der Metropolregion FrankfurtRheinMain führend in Europa.“

Entsprechend selbstbewusst klingt Rupprecht Rittweger, CEO und Gründer von E-Shelter: „Hier findet die Zukunft der deutschen Wirtschaft statt“, sagt er. „In diese Zukunft hat E-shelter im Jahr 2017 insgesamt 250 Millionen Euro investiert. Wir planen, bauen, betreiben und sichern Rechenzentren in ganz Europa – doch wir haben stets das Ganze im Blick. Aufgrund unserer Erfahrung und Flexibilität schenken uns auch große Cloud-Service-Provider ihr Vertrauen.“

Auf 20 Jahre geplant

Der Bauteil H konnte auf einer Gesamtfläche von 18.000 Quadratmetern nach neun Monaten Bauzeit fertiggestellt werden. John Eland, Senior Vice President Strategy & Development bei E-Shelter, erläutert: „Bauteil H ist ein Beispiel für unser neuestes modulares und skalierbares Design. Eine der Besonderheiten: Unsere Kunden profitieren von einem hohen Maß an Anpassungsmöglichkeiten sowie Flexibilität innerhalb ihrer eigenen Fläche, ohne dass die Betriebseffizienz im übrigen Gebäude darunter leidet.“ Wie die anderen Rechenzentren unter seiner Obhut auch, ist der jüngste Bauteil auf eine sehr lange Betriebsdauer ausgelegt. „Die Rechenzentren sind so gebaut, dass sie über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren skalier- und anpassbar sind.“

Im "Innovation Lab" von E-Shelter in Frankfurt.
Im "Innovation Lab" von E-Shelter in Frankfurt. (Bild: Ulrike Ostler/Vogel IT-Medien GmbH)

Doch nicht nur Planung und Bau müssen darauf ausgerichtet sein, sondern auch der Betrieb: „Wir verfolgen für alle unsere technischen und elektrischen Anlagen sowie Gebäude einen strengen Wartungsplan. So wird sichergestellt, dass einzelne Komponenten vor dem Ende ihres Lebenszyklus gewechselt und ersetzt werden und dies im laufenden Rechenzentrumsbetrieb.“

Hier die grundlegenden Parameter des neuen Rechenzentrums:

  • eine maximale Leistungsaufnahme von 17 Megawatt,
  • separate Notstrom-Aggregate und
  • Zugang zu mehr als 350 Carrier sowie direkter Zugang zu globalen
  • Cloud- und Applikationsanbietern.

Bechtle zieht ein

Das ist beispielsweise für Thomas Olemotz, Vorstandsvorsitzender der Bechtle AG, so interessant, das das System- und Beratungshaus mit rund 73.000 Kunden sein eigene Hauptrechenzentrum in Neckarsulm quasi auflöste und zu E-Shelter verlagerte. Entscheidend für diesen Schritt seien „harte Fakten“ gewesen, so Olemotz auf der Bauteil-H-Eröffnungsfeier: Performance, Preis, Geschwindigkeit.

Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. „Schließlich ist IT unser Geschäft“, sagt er – Bechtle vermarktet rund 70.000 IT-Produkte – „und ermöglicht unser Geschäft.“ Doch letztlich habe E-Shelter und der Standort Frankfurt die besseren Argumente geliefert. Dazu zählt Olemotz die Anbindung an den Internet-Austauschknoten De-CIX, die gestiegenen Sicherheitsanforderungen, die E-Shelter etwa mit einer eigenen Security-Mannschaft sicherstellen könne. Auch dass der Mutterkonzern im Hintergrund ein großer weltweiter Player sei, habe durchaus eine Rolle gespielt.

Thomas Olemotz, Vorstandsvorsitzender der Bechtle AG, begründet den Einzug des Hauptrechenzentrums von Bechtle bei E-Shelter.
Thomas Olemotz, Vorstandsvorsitzender der Bechtle AG, begründet den Einzug des Hauptrechenzentrums von Bechtle bei E-Shelter. (Bild: Uwe Nölke/ E-Shelter)

„Die Mitarbeiter mussten das erst einmal schlucken“, so Olemotz. Es habe viel Überzeugungsarbeit gebraucht. Doch nun sei Bechtle mit neuer IT und einem kompletten Cloud-Portfolio umso besser aufgestellt, versichert er. Im April 2016 begann der Auszug der Bechtle-IT aus dem „eigenen Keller“, das Intranet etwa ist schon umgezogen. Doch noch ist die Verlagerung und Auflösung nicht komplett.

Alles super?

Doch in Frankfurt werden Strom und Fläche knapp. Es stellen sich die Fragen: Wie lange können Sie auf diese Weise noch weiterbauen? Welchen Zuwachs bringt der Brexit?

E-Shelter-Datacenter-Planer Eland beteuert: „Wir haben uns genügend Entwicklungskapazitäten in Bezug auf Strom und Fläche gesichert, damit wir die Wachstumsanforderungen unserer Kunden in Frankfurt in naher Zukunft erfüllen können.“ Und Bechtle-Chef Olemotz stellt lieber die Chancen in den Vordergrund: „Die Datacenter sichern dem Arbeitsmarkt Frankfurt eine Vielzahl an qualifizierten Mitarbeiter.“

Feststimmung bei der Datacenter-Eröffnung.
Feststimmung bei der Datacenter-Eröffnung. (Bild: Ulrike Ostler/Vogel IT-Medien GmbH)

Das aber sieht nicht jeder in und für Frankfurt so positiv. Immerhin: Pro Jahr kann die Stadt 15.000 Einwohner mehr verbuchen. Diese konkurrieren um Wohnungen und der Wohnungsbau um Fläche für Büros und Industrie-Anlagen. Der Brexit wird allgemein erwartet, wird weiteren Zuzug bedeuten.

Eland. „Wir erwarten in Frankfurt aufgrund der Brexit-Entscheidung zusätzliches Wachstum, gleichzeitig aber auch, dass die Nachfrage in London belebt wird. Als paneuropäischer Betreiber sehen wir in allen unseren bestehenden und neuen Märkten ein starkes Wachstum, das sich unserer Erwartung nach ungeachtet des Brexit fortsetzen wird.“

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