Infrastruktur im Orbit Diese Technologie soll Daten zwischen Weltall-Rechenzentren transportieren

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Das litauische Raumfahrtunternehmen Astrolight entwickelt optische Kommunikationssysteme für Satelliten und positioniert Laserverbindungen als künftige Schlüsseltechnologie für datenintensive Anwendungen im Weltall.

Astrolight gewinnt „Start-up World Cup Regional“: Jetzt geht es ins Silicon Valley für die „Global“-Edition. Das Unternehmen entwickelt optische Kommunikationsübertragung – und zwar für's All.(Bild:  VB STUDIJA)
Astrolight gewinnt „Start-up World Cup Regional“: Jetzt geht es ins Silicon Valley für die „Global“-Edition. Das Unternehmen entwickelt optische Kommunikationsübertragung – und zwar für's All.
(Bild: VB STUDIJA)

Der litauische Raumfahrt- und Rüstungstechnologie-Anbieter Astrolight tritt beim Finale des „Start-up World Cup“ am 6. November in San Franscisco an. Das Unternehmen setzt sich im litauischen Regionalwettbewerb durch und konkurriert nun mit Start-ups aus mehr als 100 Ländern um ein Investment in Höhe von einer Millionen Dollar.

Astrolight entwickelt optische Kommunikationssysteme für Satelliten, Bodenstationen und maritime Anwendungen. Das Unternehmen arbeitet bereits mit der European Space Agency (ESA) zusammen und beteiligt sich unter anderem am Aufbau des optischen Mehrorbit-Netzwerks „Hydron“. Zudem entsteht gemeinsam mit der ESA eine optische Bodenstation in Grönland für arktische Kommunikationsverbindung.

Laserkommunikation als Alternative zu Funkverbindung

Im Mittelpunkt der Technologie stehen Laser-Terminals, die Daten über gebündelte Infrarotstrahlen übertragen. Im Vergleich zu klassischen Funkverbindungen sollen deutlich höhere Übertragungsraten möglich sein. Astrolight spricht von Geschwindigkeiten, die bis zu hundertmal über denen von Radiofrequenz-Kommunikation liegen können.

Nach Einschätzungen des Marktforschungs-Unternehmens Novaspace wird der Markt für Laserkommunikation im Weltraum bis 2035 auf ein Volumen von rund 12,9 Milliarden Dollar wachsen. Treiber sind steigende Datenmengen und zunehmende Engpässe bei Funkfrequenzen, die durch regulatorische Vorgaben, Lizenzierungsprozesse und Interferenzen.

Bedeutung für künftige Rechenzentren im Weltall

Astrolight verweist auf eine Entwicklung, die in der Rechenzentrumsbrache aktuell Fahrt aufnimmt: Rechenzentren im Weltall. Aufgrund der wachsenden Anforderungen an Energieversorgung, Kühlung und verfügbaren Flächen auf der Erde planen einige Unternehmen Rechenzentren im Orbit.

Für solche Szenarien gelten optische Verbindungen als potenzielle Basistechnologie. Sie sollen große Datenmengen zwischen Satellitenkonstellationen, orbitalen Rechenressourcen und Bodenstationen übertragen. Nach Angaben des Unternehmens steigt der Bedarf an leistungsfähigen Kommunikationsnetzen im All durch Anwendungen wie Erdbeobachtung, Verteidigung, Notfallkommunikation und KI-Workloads kontinuierlich.

Physische Sicherheit im Fokus

Neben der Bandbreite rückt auch die Widerstandsfähigkeit der Kommunikationsverbindungen in den Fokus. Denn laut Astrolight sind klassische Funkverbindungen störanfälliger als Laserverbindungen.

Das Unternehmen verweist dabei auf eine zunehmende Zahl von Stör- und Manipulationsversuchen im Bereich satellitengestützter Kommunikation. Vor allem militärische und kritische Infrastrukturen suchen nach Kommunikationswegen, die robuster im Falle von elektronischer Kriegsführung sind.

Astrolight wurde 2019 gegründet und entwickelt optische Kommunikationshardware für Verbindungen zwischen Satelliten, Bodenstationen und Schiffen. Nach Unternehmensangaben befinden sich bereits drei „Atlas-1“-Laserterminals zu Testzwecken im All.

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