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EMC et al digitalisieren 80.000 historische Manuskripte sowie 8.900 Inkunabeln Die Vatikanische Apostolische Bibliothek wird digital

| Redakteur: Ulrike Ostler

Zugegeben: Die Digitalisierung einer Bibliothek ist nicht gerade der letzte Schrei; doch wenn es sich um die Vatikanische Apostolische Bibliothek handelt, ist das durchaus etwas Besonderes. Es sollen 40 Millionen digital erfasste Seiten entstehen und schon in der ersten Phase des auf neun Jahre angesetzten Projektes werden 2,8 Petabyte Storage-Kapazität für die Schätze zur Verfügung gestellt.

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Der Handschriftensaal, Sala Manuscritti, der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek, die lediglich ausgewiesenen Gelehrten und Promoventen mit Empfehlungsschreiben offensteht.
Der Handschriftensaal, Sala Manuscritti, der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek, die lediglich ausgewiesenen Gelehrten und Promoventen mit Empfehlungsschreiben offensteht.
(Bild: Vatikan/EMC)

Die Vatikanische Apostolische Bibliothek ist eine der ältesten Bibliotheken der Welt und manchem gilt sie als ein Ort, der viele Geheimnisse verwahrt. In jedem Fall aber enthält die Bibliothek, zur der nicht jeder Zutritt hat, einige der seltensten und wertvollsten noch existierenden Dokumente wie die 42-zeilige Gutenberg-Bibel in Latein. Das ist das erste mit beweglichen Lettern gedruckte Buch, das zwischen 1451 und 1455 entstand.

Im Rahmen der Information Heritage-Initiative unterstützt EMC die Vatikanische Apostolische Bibliothek bei der Digitalisierung der 80.000 historischen Manuskripte sowie 8.900 Inkunabeln(Wiegendrucke). Die empfindlichen Texte, die durch wiederholtes Lesen erheblich abgenutzt oder sogar beschädigt werden können, werden gemäß einer ISO-Norm digitalisiert. Dadurch soll sichergestellt werden, dass das von Generationen gesammelte Wissen auch künftig ungehindert zugänglich ist.

Sita, Sophokles, Kunne und Code B

Zu den Manuskripte, die digitalisiert werden, zählen auch:

  • Die Sifra, ein hebräisches Manuskript, das zwischen dem Ende des 9. und Mitte des 10. Jahrhunderts geschrieben wurde und eine der ältesten, noch erhaltenen hebräischen Codices ist
  • Griechische Zeugnisse der Werke von Homer, Sophokles, Platon und Hippokrates
  • Die berühmte Inkunabel von Pius II., um 1491 von Albrecht Kunne in Memmingen gedruckt
  • Der „Code B“, eines der ältesten noch erhaltenen Manuskripte der griechischen Bibel aus dem 4. Jahrhundert

Das Sponsoring von EMC ist Teil der Information Heritage-Initiative. Die Initiative will die Informationen dieser Welt für künftige Generationen bewahren und in digitaler Form für Forschungs- und Bildungszwecke zugänglich machen.

Monsignore Cesare Pasini, Präfekt der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek, sagt dazu: „Die Apostolische Bibliothek beinhaltet einige der ältesten Texte der Welt, die ein unbezahlbares Erbe von Geschichte und Kultur darstellen. Die Bewahrung dieser Dokumente ist sehr wichtig.“

Er fügt hinzu: „Genauso wichtig ist es allerdings auch, dass diese Dokumente Wissenschaftlern auf der ganzen Welt zugänglich gemacht werden. Dank der Großzügigkeit und der Expertise von Partnern wie EMC ist es und möglich, dies auch in die Tat umzusetzen. Dabei bewahren wir einen Schatz an höchst seltenen Texten in einem Format, das nicht durch den Lauf der Zeit abgenützt werden kann.“

Gemeinsam mit seinem Systemintegrationspartner Dedagroup stellt EMC in der ersten Phase des neunjährigen Projektes 2,8 Petabyte zur Verfügung. Ausreichend Speicherkapazität, um die 40 Millionen Seiten digital auf diversen Lösungen wie Atmos, Data Domain, EMC Isilon, Networker und VNX zu speichern. Diese erste Phase wird voraussichtlich drei Jahre dauern.

Erfahrungen mit alten Dokumenten

Zu den früheren Projekten der EMC „Information Heritage-Initiativen“ gehören unter anderem die Digitalisierung und Archivierung der John-F.-Kennedy-Bibliothek in Boston, die Erstellung einer hochauflösenden 3D-Rekonstruktion von Leonardo da Vincis „Kodex über den Vogelflug“, die Unterstützung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar, die eine einmalige Sammlung an Erstausgaben von Goethes „Faust“ beheimatet sowie das Sponsoring der „Lux in Arcana“-Ausstellung im Vatikan, bei der zum ersten Mal seit 400 Jahren 100 original-historische Dokumente aus dem Vatikanischen Geheimarchiv der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

Am aktuellen Digitalisierungsprojekt sind eine Reihe von Organisationen und institutionellen Partnern wie beispielsweise die Bodleian Library der Universität Oxford, die Polonsky Foundation oder die Universität Heidelberg beteiligt.

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