Am Puls des Rechenzentrums Die TÜV-IT bietet Verfügbarkeits-Monitoring an

Redakteur: Ulrike Ostler

Für Betreiber von Rechenzentren oder auch `nur‘ Serverräumen ist die Verfügbarkeit Ihrer IT-Infrastruktur das wertvollste Gut, heißt es auf der Website der TÜV-IT GmbH, um die Frage anzuschließen: „Warum lassen Sie sich diese dann nicht offiziell bestätigen?“

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Das Produkt der TÜV-IT GmbH „TSI.Puls“ bietet Rechenzentrumsbetreibern eine kontinuierliche Verfügbarkeitsmessung, so dass die Zuverlässigkeit nach außen hin sichtbar und bestätigt werden kann.
Das Produkt der TÜV-IT GmbH „TSI.Puls“ bietet Rechenzentrumsbetreibern eine kontinuierliche Verfügbarkeitsmessung, so dass die Zuverlässigkeit nach außen hin sichtbar und bestätigt werden kann.
(Bild: Gerd Altmann auf Pixabay)

Das Unternehmen, das Teil des TÜV Nord ist, bietet mit dem Produkt „TSI.Puls“ ein solches Produkt an. Was die Unternehmen dafür benötigen, ist eine Messsensorik, die TÜV-IT zur Verfügung stellt, ein paar Steckdosen und einen Internet-Anschluss. Da die Verfügbarkeitsmessung auf einer IoT-Übertragungstechnik basiert, sei kein invasiver Eingriff in die Technik notwendig.

Mit dem Angebot „TSIPlus“ lassen sich die Verfügbarkeit der Stromversorgung an den PDUs sowie die klimatischen Umgebungsbedingungen im Serverraum nachweisen.
Mit dem Angebot „TSIPlus“ lassen sich die Verfügbarkeit der Stromversorgung an den PDUs sowie die klimatischen Umgebungsbedingungen im Serverraum nachweisen.
(Bild: TÜV-IT GmbH)

TSI.Puls beschreibt eine kontinuierliche Verfügbarkeitsmessung, die es ermöglicht, die Ausfallsicherheit eines Rechenzentrums objektiv nach außen hin – und damit gegenüber (potenziellen) Kunden – zu belegen. Das spezifische Kennzeichnungssystem differenziert dabei zwischen drei Abstufungen:

  • >99,999 Prozent (Zeit offline = zirka 5,3 Minuten pro Jahr),
  • >99,99 Prozent (Zeit offline = zirka 53 Minuten pro Jahr) und
  • >99,9 Prozent (Zeit offline = zirka 526 Minuten pro Jahr = 8,77 Stunden pro Jahr).

Somit können Kunden ihrer Klientel wiederum prozentual darstellen, wie viele Stunden ihr Rechenzentrum im Jahr störungsfrei in Betrieb war. Nach Aussagen des Anbieters ergibt sich daraus „ein klarer Wettbewerbsvorteil: Ein gesteigertes Vertrauen am Markt“. Denn die Verfügbarkeit des Rechenzentrums werde durch einen unabhängigen Dritten bestätigt.

Die Technik

Im Rahmen von TSI.Puls werden im Rechenzentrum mehrere Nodes installiert. Diese Endgeräte haben in etwa die Größe einer üblichen Abzweigdose und sind in der Lage die folgenden Parameter zu detektieren:

  • Verfügbarkeit der Stromversorgung an den PDUs
  • Klimatische Umgebungsbedingungen im Serverraum

Für die Messaufnahme ist ein freier Schuko-Steckdosenanschluss in den Power Distribution Units notwendig. Die Datenübertragung erfolgt nach Anbieterangaben unabhängig vom Netzwerk des Rechenzentrums über LoRaWAN.

LoRaWAN ist ein IoT-Funkprotokoll und operiert auf Frequenzen um 868 Megahertz. Die Sendeleistung ist dabei mit etwa 25 Milliwatt gering und ein Viertel so groß wie WLAN. Das macht die Technik „äußerst EMV-verträglich“. Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt über AES-128 und die Messwerte werden zusätzlich auf dem Node codiert.

Bestandteile der technischen Umsetzung
Bestandteile der technischen Umsetzung
(Bild: TÜV-IT GmbH)

Für eine erfolgreiche Datenübertragung in Ihrem Rechenzentrum muss zusätzlich ein LoRaWAN-Gateway aufgestellt werden. Hierfür ist ein Internetanschluss (Ethernet) sowie eine Schuko-Steckdose erforderlich. Aufgrund der Spezifikationen der Datenübertragung muss das Gateway nicht in direkter Nähe der Nodes installiert werden und ermöglicht so auch eine Gebäude-übergreifende Übertragung.

Eventuell lässt sich, abhängig vom Standort des Rechenzentrums auf öffentliche LoRaWAN-Gateways zurückgreifen. Die Datenspeicherung erfolgt auf durch die TÜV-IT GmbH verwalteten Servern.

Die Nodes verfügen über eine eigens implementierte interne USV (Li-Ionen-Akku) und können dadurch auch im Ausnahmefall ohne Netzversorgung zuverlässig weiterhin Daten übermitteln, lässt TÜV-IT wissen. Darüber hinaus wird die Erreichbarkeit Ihres Rechenzentrums von außerhalb detektiert. Hierfür werden serverseitig die IP-Adressen ihrer WAN-Router per Ping überprüft.

Die Messergebnisse

Auf Basis der Messwerte ermittelt der Dienstleister über serverseitig implementierte Algorithmen die Verfügbarkeit des Rechenzentrums und der einzelnen Systeme. Die Algorithmen sollen regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden.

Zudem werde über eine „intelligente Anordnung der Nodes“ eine Fehlertoleranz hergestellt, so dass Sensorfehler erkennbar sind. Zum Service gehört, dass die Ergebnisse visuell über die vergangenen zwölf Monate aufbereitet werden.

Für die erstmalige Installation, für die Hardware und den Betrieb, als auch für die Verfügbarkeitsaussage verlangt die TÜV-IT GmbH „eine überschaubare jährliche Prämie“. Die Höhe ist abhängig von der Anzahl der IT-Räume, die es einzeln zu überwachen gilt.

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