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Die beliebtesten Scale-Out-Anbieter 2019

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Dr. Jürgen Ehneß

Unbegrenztes Speicherwachstum: Scale-Out Storage.
Unbegrenztes Speicherwachstum: Scale-Out Storage. (Bild: ©Fabian - stock.adobe.com)

Ob Analytics, Edge Computing oder Multimedia – die Datenflut nimmt kein Ende: Bis 2025 erwarten Marktforscher ein weltweites Wachstum auf rund 175 Zettabyte. Viele Speichersysteme kommen im Laufe der Zeit deshalb an ihre Grenzen. Einen Lösungsansatz bietet Scale-Out Storage.

Datenintensive Anwendungen stellen hohe Anforderungen an Speichersysteme und bringen so manche klassische Architektur schwer ins Schwitzen. Scale-Out Storage sorgt hier für Abhilfe. Dabei handelt es sich, vereinfacht ausgedrückt, um einen Verband („Cluster“) aus einzelnen Speicherknoten („Nodes“), der sich bei Bedarf horizontal skalieren lässt. Das bedeutet: Wachsen die Anforderungen, lassen sich neue Nodes nahtlos ergänzen, um Speicherplatz und Rechenleistung auszubauen. Das System kann auf diese Weise fast unbegrenzt wachsen und bietet damit Zukunftssicherheit.

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Aufrüsten oder ausbauen?

Im Kontext von Scale-Out Storage fällt häufig auch der Begriff „Scale-Up“. Dabei handelt es sich um das gezielte Aufrüsten eines einzelnen Speichersystems oder eines Knotens im Cluster. Dies ermöglicht in kleinerem Rahmen eine Anpassung an gestiegene Herausforderungen. Steht das betreffende Speichersystem für sich und kann nicht mehr ausreichend erweitert werden, ist eine Neuanschaffung nötig. Diese wird meist überdimensioniert angelegt, um kommende Anforderungen in einem gewissen Zeitrahmen abzudecken.

Ist das Speichersystem aber Teil eines Clusters, wird statt einer Aufrüstung einfach ein komplett neuer Knoten ergänzt („Scale-Out“). Dies läuft in der Regel nahtlos und ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs ab. Das System reorganisiert im Anschluss selbstständig die vorhandenen Daten und sorgt damit für eine gleichmäßige Auslastung des Speicherverbands. Ein Vorteil der Scale-Out-Architektur ist, dass zusätzliche Nodes nicht nur mehr Speicherplatz bereitstellen, sondern auch weitere Leistungsreserven wie Controller, Prozessoren, RAM und Netzwerk-Hardware ergänzen. Somit wachsen mit jedem neuen Knoten auch Gesamtrechenleistung und Bandbreite.

Verwaltung und Sicherheit

Da in Scale-Out-Systemen alle Nodes zu einem logischen System zusammengefasst sind, erfolgt die Administration über eine zentrale Managementkonsole. In Verbindung mit einem hohen Automatisierungsgrad sorgt das für einen überschaubaren Arbeitsaufwand im Geschäftsalltag. Zudem steigt der Verwaltungsumfang auch bei stetig wachsendem Cluster nur geringfügig.

Für die nötige Datensicherheit sorgt unter anderem die selbstständige Replikation gespeicherter Daten auf mehrere Nodes. Somit ist sichergestellt, dass Defekte oder Ausfälle nicht den gesamten Geschäftsbetrieb lahmlegen. Weitere Sicherheitsmaßnahmen umfassen unter anderem eine rollenbasierte Zugriffskontrolle, isolierte Speicherpools oder Snapshots.

Variantenreicher Markt

Der Markt für Scale-Out Storage bietet zahlreiche Varianten, die von proprietären Systemen bis hin zu herstellerunabhängigen Architekturen auf Basis von Standard-Hardware reichen. Dabei werden unterschiedliche Einsatzszenarien abgedeckt: All-Flash-Systeme bewältigen auch höchste Leistungsansprüche, flexible Hybrid-Konzepte sorgen als Allrounder für eine rundum gute Performance, und effiziente Speicherarchitekturen übernehmen die zuverlässige Datenarchivierung.

Kommt das System aus einer Hand, kann dies Vorteile gegenüber einer offen angelegten Architektur haben. Speziell der in der Regel rund um die Uhr verfügbare gezielte Support bei auftretenden Problemen ist hier zu nennen. Allerdings sind die Anwender bei derartig proprietären Systemen auch bei Erweiterungen auf Produkte des gewählten Anbieters angewiesen. Offene Systeme auf Grundlage von gängigen x86-Servern bieten hier mehr Spielraum, können sich aber im schlechtesten Fall bei der Problembewältigung als komplex erweisen.

Finanzielle Faktoren

Scale-Out Storage bietet gegenüber klassischen Scale-Up-Speichersystemen auch finanzielle Vorteile. So bilden herkömmliche Storage-Systeme oft verteilte Speicherinseln in der Unternehmens-IT und sind daher nur mit hohem Aufwand zu verwalten. Eine früher gängige Überdimensionierung entfällt beim Einsatz von Scale-Out-Konzepten: Hierbei können Unternehmen zunächst mit einer Minimalkonfiguration starten und diese nach Bedarf flexibel erweitern. Die zentrale Verwaltung sorgt für weniger Administrationsaufwand und damit letztlich auch für reduzierte Personalkosten.

Allerdings gibt es auch Nachteile: Scale-Out Storage ist in der Anschaffung immer noch sehr kostenintensiv, so dass derartige Systeme vor allem in Großunternehmen zum Einsatz kommen. Für die kommenden Jahre wird allerdings erwartet, dass derartige Speicher-Cluster auch für den Mittelstand als Alternative zu klassischen Storage-Systemen immer interessanter werden.

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