Automatisierung im Rechenzentrum à la Fujitsu

Der Rettungsring für gestresste Datacenter-Profis

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dietmar Müller

Durch die Automatisierung ist heute im Zuge der digitalen Transformation „das Business“ in einer Form möglich, die man sich früher so nicht vorstellen konnte.
Durch die Automatisierung ist heute im Zuge der digitalen Transformation „das Business“ in einer Form möglich, die man sich früher so nicht vorstellen konnte. (Bild: gemeinfrei, immerbreight/Pixabay / CC0)

Durch Automatisierung lassen sich Arbeitskosten sparen. Diese Binsenweisheit war bis vor kurzem der Treiber hinter allen Automatisierungsvorhaben in Rechenzentren. Doch die Zeiten haben sich geändert: Durch die Automatisierung ist heute im Zuge der digitalen Transformation „das Business“ in einer Form möglich, die man sich früher so nicht vorstellen konnte.

Der Automatisierungsstand eines Rechenzentrums und die Qualität der Leistung stehen in direktem Zusammenhang, ist Olivier Delachapelle, Head of Enterprise Business, Category Management Data Center at Fujitsu in EMEIA, zeigt sich überzeugt. „Eine erhöhte Automatisierung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Digitalisierung.“

Die prinzipiellen und schnell sichtbaren Vorteile der Automatisierung sind bekannt: Mitarbeiter können sich auf anspruchsvollere Aufgaben konzentrieren und auf sich ändernde Geschäftsanforderungen reagieren. Sie können die Zeit, die sie sonst für administrative Routine-Aufgaben benötigen, sinnvoller verwenden.

Wilfried Cleres, Fujitsu Distinguished Engineer, Managing IT Consultant for EPS Automation and Cloud Services - Fujitsu EMEIA EPS, nennt gegenüber DataCenter-Insider darüber hinaus die „Weitergabe von Know-how“ als großes Plus der Automatisierung. „Verabschiedet sich ein Mitarbeiter in die Rente, geht dem Unternehmen das Wissen dieses Mitarbeiters verloren. Durch automatisierte Prozesse wird dieses Wissen quasi konserviert und steht der Firma auch weiterhin zur Verfügung.“

Automatisierte Prozesse führen seiner Meinung nach auf kurz oder lang zum selbstheilenden Rechenzentrum. Denn durch automatisierte Prozesse könne ein künstlich intelligentes System erkennen, was „richtig“ und was „falsch“ ist – und gegebenenfalls proaktiv Gegenmaßnahmen einleiten.

Start in die Automatisierung

Doch wie muss ein so umfangreiches Projekt wie die Automatisierung angegangen werden? Cleres kann aus der Praxis berichten: Erfahrungsgemäß komme der wertvollste Input von den Fachexperten aus den Abteilungen. Im Austausch mit Fujitsu-Spezialisten legen diese ihre Anliegen und Bedürfnisse dar – und erhalten im Gegenzug Einsicht in potentielle IT-Prozesse auch über Ländergrenzen hinweg. So wächst gegenseitiges Verständnis.

„Zunächst gilt es zu evaluieren, welche Systeme aktuell und künftig der Mittelständler selbst im eigenen Rechenzentrum betreiben möchte und wo kurz- oder mittelfristig ein Wechsel in die Cloud sinnvoll ist. Sollen IT-Services im eigenen Rechenzentrum parallel mit cloud-basierten Lösungen betrieben werden, müssen sich die Unternehmen über Hybrid-IT-Betriebskonzepte Gedanken machen. Der Einsatz standardbasierter Angebote, etwa OpenStack-basierter Cloud-Lösungen, beschleunigt dabei die praktische Umsetzung“, berichtet Cleres.

In einem nächsten Schritt involviert Fujitsu dann die IT-Experten, die die gewünschten automatisierten IT-Prozesse – angepasst an die jeweiligen Gegebenheiten im Unternehmen – umsetzen. Dies ist komplexer als es sich anhört: „Auch Notfallprozesse müssen definiert sein, und zwar nicht nur in Papierform, sondern auch realiter, damit das Management-Team im Katastrophenfall durch automatisierte Prozesse unterstützt wird.“

Entscheidend für den effizienten Betrieb auch im Notfall sind also standardisierte Datacenter-Management- und Automationslösungen. Die Implementierung ist abhängig von der bestehenden Infrastruktur durchaus anspruchsvoll: „Aufgabenfelder sind hierbei die geschäftsorientierte Orchestrierung und Automatisierung komplexer Infrastrukturen, die bedarfsgerechte Ressourcenbereitstellung, die Sicherheit und das effiziente Management des laufenden Betriebs, um den gewachsenen Anforderungen an die IT-Verfügbarkeit Rechnung zu tragen und die Betriebskosten im Griff zu behalten“, so Cleres. Dies gehe sogar über die reine IT-Umgebung hinaus und umfasst die komplette Rechenzentrumsinfrastruktur mit Energieversorgung, Kühlung und Gebäude-Management.

So automatisiert Fujitsu

Für die Automatisierung weiter Teile der Rechenzentrumsinfrastruktur mit Energieversorgung, Kühlung und Gebäude-Management ist ein umfassender, integrierter Blick auf die gesamte Rechenzentrumslandschaft nötig. Einen solchen anzubieten, hat sich das Datacenter-Management- and Automation-Portfolio von Fujitsu auf die Fahne geheftet. Unternehmen können damit die oft widersprüchlichen Ansichten in einer Lösung kombinieren und Prozesse automatisieren, so dass sie reibungslos ablaufen.

Datacenter Management and Automation besteht aus Lösungen, die dem IT Operations Management (ITOM) und dem Datacenter Infrastructure Management (DCIM) entstammen: ITOM umfasst Werkzeuge zur orchestrieren, Verwaltung und Überwachung der IT-Infrastruktur bestehend aus Servern, Anwendungen, Netzwerkkomponenten und Konfigurationen und kümmert sich auch um das Störungs-Management.

DCIM baut hingegen eine Brücke zwischen besagter IT-Infrastruktur und Systemparametern wie Strom, Kühlung, Raumaufteilung und Inventar. Es bietet Funktionen zur Verwaltung und Überwachung der Ressourcen aller großen Anbieter und automatisiert viele Prozesse.

Diese konkreten Vorteile bietet das „Fujitsu Datacenter Infrastructure Management“:

  • Kostenreduktion durch Optimierung des Stromverbrauchs
  • Erhöhung des ROI durch effizientere Nutzung des Raumes in Rechenzentren
  • Verbesserung der Verfügbarkeit und IT-Service-Kontinuität
  • Unterstützung für professionelles Risiko- und Sicherheits-Management
  • Klarer Überblick über die Entwicklung von Asset Deployments
  • Kar dokumentierte und visualisierte Rechenzentrums-Events, auch von Verkabelung, Storage und Stromverbrauch

Zudem ist die Standardisierung und Automatisierung der Prozesse eines Rechenzentrums die Voraussetzung, um aktuelle Lösungen für die Verwaltung von Rechenzentren im Hinblick auf Effizienz und Wirtschaftsleistung zu prüfen und zu rationalisieren. Fujitsu Datacenter Management und Automation erhöht die Effizienz des Datacenter-Betriebs und senkt die Betriebskosten.

Ein gutes Beispiel

„Ein gutes Beispiel für diese Vorgehensweise ist ein Projekt, das wir für einen großen deutschen IT Dienstleister im öffentlichen Sektor realisiert haben“, https://blog.de.fujitsu.com/produkte-services-loesungen/workplace/prozessautomatisierung-der-heimliche-held-der-digitalen-transformation/ berichtet Cleres aus der Praxis. „Der Kunde ist für die Bereitstellung und Verwaltung von IT Services für verschiedene behördliche Einrichtungen verantwortlich. Darüber hinaus sollen IT Prozesse auch organisations- und länderübergreifend standardisiert werden. Hierbei lag die Herausforderung nicht in der Technik, sondern im Management und der Methodik zur Prozessabstimmung.“

Der Fujitsu-Manager fährt fort: „Wir haben zunächst eng mit den Fachabteilungen des Kunden zusammengearbeitet, um die Prozesse in BPMN 2.0 (Business Process Model and Notation) zu modellieren. Die erzeugten Ablaufpläne umfassten sämtliche Prozessschritte und Abhängigkeiten. Danach lag der Fokus auf der organisations- und länderübergreifenden Prozessstandardisierung. Nachdem die Prozesse in BPMN 2.0 erstellt worden waren, haben Spezialisten von Fujitsu diese implementiert und zur Nutzung des Synergiepotentials in einer zentralen Bibliothek hinterlegt. Des Weiteren wurden Qualitätstest durchgeführt und die Mitarbeiter des Kunden geschult.“

Als Plattform habe man sich für die „CA Process Automation“ entschieden. „Diese Technik integriert, steuert und automatisiert den Betrieb über alle Plattform-, Anwendungs- und Abteilungsgrenzen hinweg. Sie integriert in einfacher und effizienter Weise Mensch, Prozesse und Technik. Zudem sorgt sie für das schnellere Bereitstellen von Services und ermöglicht es, Standards und Compliance-Vorgaben über Bereichsgrenzen hinweg durchzusetzen“, so Cleres.

Für die effiziente Umsetzung solcher Projekte stellt Fujitsu spezielle Konnektoren und Operatoren für die eigenen Produkte bereit – von Servern über integrierte Systeme bis hin zu Speicherlösungen und Applikationen. Kunden können die Plattform flexibel erweitern und einfach Prozesse und Operatoren ergänzen.

„Mit dieser Lösung wurde eine Vielzahl von mühsamen und zeitaufwendigen Aufgaben automatisiert. So zum Beispiel hatte der Kunde täglich Hunderte von einfachen Support-Anfragen, wie etwa nach dem Zurücksetzen von Passwörtern erhalten“, so der Manager. „Mittlerweile laufen diese Prozesse nicht nur automatisiert ab, sondern sind zudem als Self-Services gestaltet: Über ein benutzerfreundliches Portal können die Anwender die meisten Aufgaben selbst übernehmen und beispielsweise ihre eigenen Passwörter per Mausklick zurücksetzen.“

Auch das „Onboarding“ neuer Mitarbeiter sei vereinfacht worden. „Das Anlegen der neuen Nutzer, das Erteilen von Berechtigungen, das Aufsetzen von Passwörtern oder das Löschen von Nutzerkonten ist intuitiv bedienbar und erfolgt automatisch“

Fazit

Die von Fujitsu entwickelte umfassende Referenzarchitektur verbindet Überwachung der Infrastruktur, Anwendungen, End User Services, Leistung, Sicherheitsaspekte, Abrechnung, Kapazität, Ressourcenplanung, Integration und Prozessautomatisierung. Das Datacenter Management und Automation-Angebot umfasst Produkte und Lösungen, Services, Wartung und Beratung sowie ein standardisiertes Software- und Lösungspaket. Es kann vor Ort, als Managed Service oder in der Fujitsu-Cloud genutzt werden.

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