Der private Cloud-Zugang unter der Lupe

Dedicated Cloud Access

| Autor / Redakteur: Nikolaus von Johnston* / Andreas Donner

Dedicated Cloud Access verbindet Cloud-Services mit dem Unternehmensnetz, ohne dafür das öffentliche Internet zu nutzen.
Dedicated Cloud Access verbindet Cloud-Services mit dem Unternehmensnetz, ohne dafür das öffentliche Internet zu nutzen. (Bild: Savecall)

Unternehmen setzen heutzutage mehr und mehr auf Cloud-Services. Selbst bei Standard-Applikationen wie „Microsoft Office 365“ geht ohne Cloud oft nichts mehr. Doch der Zugriff auf derartige Services über öffentliche Leitungen birgt Risiken in den Bereichen Sicherheit, Performance und Business Continuity. Dedicated Cloud Access kann hier Abhilfe schaffen.

Selbst wenn man für die Standortvernetzung eine geschützte Ethernet- oder ein MPLS-Verbindung zur Verfügung hat, wird auf die meisten Cloud-Services dennoch über das öffentliche Internet zugegriffen und Daten werden über diese offene Verbindung gesendet und empfangen. Dies führt einerseits zu Sicherheitslücken im eigenen Netz, andererseits kommt es dadurch immer wieder zu Performance-Problemen durch Bandbreitenschwankungen und zu Ausfallzeiten.

Die Probleme können dabei sowohl im Backbone des jeweiligen Providers als auch im Peering zwischen den Anbietern begründet sein. Alle Daten, die für die Cloud bestimmt sind, teilen sich die Bandbreite mit anderen Daten. Besonders problematisch wird es, wenn der Provider kein direktes Peering mit dem Cloud Anbieter betreibt da dadurch Bottlenecks entstehen!

Dedicated Cloud Access schafft Abhilfe

Sowohl Cloud-Anbieter als auch Provider bieten inzwischen eine Möglichkeit für Unternehmen, diese Probleme zu umgehen. Die Produkte nennen sich je nach Hersteller:

  • AWS Direct Connect
  • Google Cloud Interconnect
  • Microsoft Azure Express Route
  • VMware vCloud Air Dedicated Cloud

Damit ist es dem Unternehmen möglich eine direkte, private Verbindung zwischen dem Rechenzentrum des jeweiligen Cloud Anbieters und der eigenen Infrastruktur aufzubauen. Sei es nun eine Glasfaseranbindung eines einzelnen Standorts oder eine Anbindung des eigenen MPLS-Netzes bzw. der Ethernet Standortvernetzung. Die Bandbreite kann dabei zwischen 5 Mbit/s und 10 Gbit/s in der Regel frei gewählt und nach Bedarf erhöht werden.

Vorteile der Dedicated Cloud

Die Vorteile eines Dedicated Cloud Access liegen dabei klar auf der Hand:

  • Durch die separate Anbindung entfällt die Nutzlast auf das bestehende Firmennetz. Bottlenecks werden vermieden.
  • Performance-Probleme können eingedämmt werden, da Peering-Probleme entfallen.
  • Je nach gewähltem Carrier, der die Anbindung vornimmt, können SLAs gewählt werden, die eine Verfügbarkeit von bis zu 99,99 Prozent garantieren.
  • Sicherheitslücken werden effektiv geschlossen, da der Berührungspunkt mit dem öffentlichen Internet entfällt.

Anbindung eines Dedicated Cloud Access

Zur Installation einer dedizierten Cloud-Anbindung benötigt ein Unternehmen, neben dem Zugang zum Cloud-Anbieter, einen Provider, der ein zertifizierter Konnektivitätsanbieter für das bestehende Cloud Produkt ist. Mit einem solchen Provider wie Colt, Equinix oder Level3 schließt das Unternehmen einen Vertrag über eine dedizierte Verbindung. Dabei werden unter anderem Bandbreite, SLAs und gegebenenfalls auch QoS definiert.

Je nach gewähltem Provider können die SLAs hinsichtlich der Zwei-Wege-Anbindungen an das Cloud-Anbieter-Rechenzentrum sogar höhere als die marktüblichen SLAs definiert werden. QoS (Quality of Service) ist besonders wichtig, wenn Telefonie-Angeboe wie „Skype for Business“ auch über diese Anbindung genutzt werden sollen. Nach Abschluss der Einrichtung wird der Dedicated Cloud Access an das Unternehmensnetz angebunden.

Fazit

Ein dedizierter Cloud-Zugang ist vor allem für die Unternehmen interessant, die stark mit einem Cloud Anbieter verknüpft sind und entweder große Datenmengen hin und zurück übertragen oder aber kritische Anwendungen darüber laufen lassen.

Nikolaus von Johnston.
Nikolaus von Johnston. (Bild: Savecall)

Bei hohen Anforderungen kann über Dedicated Cloud Access oft sogar eine Kostenersparnis für das Unternehmen erreicht werden, da die Cloud-Anbindung im Regelfall günstiger ist als die bisher genutzte Glasfaserleitung. Eine Verfügbarkeitsabfrage der zertifizierten Cloud-Anbieter für Ihren Standort ist hier abrufbar: www.savecall.de/dedicated-cloud-access/.

*Über den Autor

Nikolaus von Johnston ist Geschäftsführer der Savecall GmbH mit Standorten in München, Berlin, Wien, Stuttgart und Wiesbaden. Savecall vermittelt anbieterunabhängige Expertenlösungen für IT- und Telekommunikation.

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