Energiebewusster Rechenzentrumsbetrieb in Berlin

Das ITDZ ist für den Blauen Engel Preis 2015 nominiert

| Redakteur: Ulrike Ostler

Das ITDZ Berlin-Gebäude
Das ITDZ Berlin-Gebäude (Bild: ITDZ)

Im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises wird morgen am 27. November in Düsseldorf der „Blauer Engel-Preis“ vergeben: Das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) gehört zu den drei Nominierten und ist das bislang einzige öffentlich-rechtliche Rechenzentrum in Deutschland, das mit dem Blauen Engel für energiebewussten Rechenzentrumsbetrieb zertifiziert ist.

Der „Blauer Engel-Preis“ 2015 zeichnet Unternehmen aus, die durch ihre mit dem Blauen Engel gekennzeichneten Produkte oder Dienstleistungen vorbildliche Beiträge zum Klimaschutz leisten. Das Umweltzeichen wird von den folgenden Institutionen getragen: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Umweltbundesamt (UBA), Jury Umweltzeichen und RAL gGmbH und zum vierten Mal verliehen. Nominiert sind auch noch das Car-Sharing-Unternehmen Cambio und die Deutsche Telekom GmbH.

Laut dem Borderstep Institut hat sich die Zahl der physikalischen Server in deutschen Rechenzentren zwischen 2010 und 2014 um zirka 50 Prozent auf 1,7 Millionen Geräte erhöht – und damit auch der Energiebedarf: 2014 verbrauchten die 52.000 Rechenzentren in Deutschland zehn Milliarden Kilowattstunden (kWh) – so viel, wie vier mittelgroße Kohlekraftwerke produzieren.

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Branchenexperten schätzen indes, dass in deutschen Rechenzentren bis zu 50 Prozent Energie eingespart werden kann, da ein Großteil der Anlagen ineffizient arbeitet – und das, obwohl die Hälfte der Gesamtkosten auf Energie entfällt. Somit stehen die Unternehmen vor der Herausforderung, IT-Leistungen zuverlässig und stets verfügbar, aber gleichzeitig auch Energie-effizient bereitzustellen.

Vorreiter ITDZ

Der Blaue Engel für energiebewussten Rechenzentrumsbetrieb soll Rechenzentren bei dieser Aufgabe unterstützen. Das Secure Data-Center (SDC) des IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ Berlin) wurde bereits 2013 als erstes öffentlich-rechtliches Rechenzentrum in Deutschland für seine ressourcenschonende und klimafreundliche Arbeitsweise mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet.

Das ITDZ Berlin ist der zentrale IT-Dienstleister für die Bundeshauptstadt mit ihren rund 80.000 Arbeitsplätzen im öffentlich-rechtlichen Bereich. Das energie-politische Engagement des ITDZ Berlin wird nun auch im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises gewürdigt, denn das Unternehmen wurde für den Blauer Engel Preis 2015 nominiert.

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Der Blaue Engel-Preis

„Das IT-Dienstleistungszentrum Berlin nutzt den Blauen Engel als Wettbewerbsvorteil und verkörpert damit eine Vorreiterrolle von Rechenzentren im öffentlichen Bereich“, heißt es in der Begründung der Jury für die Nominierung und weiter: „Das Unternehmen leistet durch eine intelligente Stromversorgung und effiziente Klimatisierungstechnik Pionierarbeit, Rechenzentren besonders klimafreundlich, ressourcenschonend und damit auch kostengünstig zu betreiben.“

Der Blaue Engel ist eines der bekanntesten und ältesten Umweltzeichen.
Der Blaue Engel ist eines der bekanntesten und ältesten Umweltzeichen. (Bild: Blauer Engel)

Energiefresser-Suche

Doch der Weg zum Blauen Engel war nicht einfach, denn das Umweltzeichen stellt strenge Anforderungen: So musste das ITDZ Berlin ein kontinuierliches Energie-Monitoring und -Management einrichten, um zu ermitteln, an welchen Stellen der Energieverbrauch gesenkt und Kosten eingespart werden können.

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Je nach Effizienzgrad benötigen Rechenzentren benötigen nur die Hälfte ihrer Energie oder gar weniger für die eigentlichen IT-Prozesse. Die Infrastruktur wie die Kühlung oder eine unterbrechungsfreie Stromversorgung verbrauchen somit häufig gar mehr als die Hälfte.

Energie-Monitoring ist somit vor allem ein Team-Work Projekt: Dafür kommen regelmäßig IT-Experten sowie Gebäude- und Energiemanager des ITDZ Berlin zusammen. „Dank unserer Messungen konnten wir deutliche Potenziale zur Verbesserung der Energieeffizienz identifizieren und auf deren Grundlage die entsprechenden Green IT Maßnahmen planen und umsetzen“, erläutert Konrad Kandziora, Vorstand des ITDZ Berlin. Die Ergebnisse des fortlaufenden Monitorings werden im jährlichen Energie-Effizienzbericht zusammengefasst.

Intelligente Kühlung

Die Kühlsysteme, die die Rechner vor Überhitzung schützen, sind eine zentrale Stellschraube im Energie-Management: Eine Raumtemperatur von bis zu 28 Grad statt 20 Grad schadet den Servern nicht und senkt den Strombedarf der Kühlung um rund ein Fünftel.

Das Rechenzentrum Secure Data Center im ITDZ Berlin wird deshalb mit einer Temperatur von 27 Grad betrieben. Zudem arbeiten die Systeme mit freier Kühlung, das heißt: Die Kühlanlage schaltet sich erst dann ein, wenn die Außentemperatur zwölf Grad Celsius überschreitet. Unterhalb dieses Wertes kühlt der Austausch mit der Außenluft die Anlagen.

Die Kaltgangeinhausung im Rechnerraum des ITDZ.
Die Kaltgangeinhausung im Rechnerraum des ITDZ. (Bild: ITDZ)

Zudem kommt bei den Server-Schränken Kaltlufteinhausung zum Einsatz: Die warme Abluft wird dabei konsequent vom kühlenden Kaltluftbereich getrennt. So können auch sogenannte „Hot Spots“ oder „Wärmenester“ vermieden werden. Apropos Strom: Das ITDZ Berlin verwendet zu 100 Prozent Ökostrom und liegt damit über den geforderten Vorgaben des Blauen Engel.

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