Redundanz sichert, Brunnen kühlen, Ökostrom sorgt für CO2-Neutralität

Das Datadock: Ein grünes Konzept verwandelt Lager in ein Rechenzentrum

| Autor / Redakteur: PlusServer AG / Ulrike Ostler

Die PlusServer AG stellt DataCenter-Insider einen Animationsfilm zur Verfügung, der Sie durch ihr „grünes" Rechenzentrum in Straßburg führt.
Die PlusServer AG stellt DataCenter-Insider einen Animationsfilm zur Verfügung, der Sie durch ihr „grünes" Rechenzentrum in Straßburg führt. (Bild: PlusServer AG)

In gut drei Jahren der Planung und Bauzeit und mit einem Gesamtbudget von über 17 Millionen Euro entstand das Rechenzentrum „Datadock“ der Plus Server AG ( siehe: Animation auf Seite 2). Der Betreiber baute eine ehemalige Lagerhalle im Hafengebiet Straßburgs um. Für die Kühlung sorgt Grundwasser, für hohe Verfügbarkeit ein ausgefeiltes Sicherheits- und Redundanzkonzept.

Die Planungsphase für den Rechenzentrumsbau begann im Jahr 2007. Mit den Umbauten und der Errichtung der Infrastruktur startete der Betreiber Plus Server AG im Jahr 2009. Im Herbst 2010 wurde Datadock fertiggestellt und in Betrieb genommen.

Für Straßburg spricht nach Ansicht des Betreibers vor allem die hervorragende Anbindung – alle wichtigen IT- und TK-Leitungen Europas laufen durch Straßburg – sowie die zentrale europäische Lage. Das Rechenzentrum liegt somit günstig, um schnellste Verbindungen in alle europäischen Regionen zu garantieren und somit alle deutschen und internationalen Kunden zu versorgen.

Wie Jochen Berger* vom Vorstand Technik betont, habe das Augenmerk von Anfang an auf einer besonderen Energie-Effizienz gelegen, um die Umwelt zu schonen sowie die Betriebskosten zu senken. Daher hatte auch die Tatsache, dass das Gebäude in einem der grundwasserreichsten Areale Europas steht, Einfluss auf die Wahl des Standorts.

Kriterien der Standortwahl

Abbildung 1: Datadock liegt auf der Hauptroute für europäische Glasfaserleitungen.
Abbildung 1: Datadock liegt auf der Hauptroute für europäische Glasfaserleitungen. (Bild: PlusServer AG)

Denn dieses Grundwasser eröffnete dem Betreiber die Möglichkeit, eine Brunnenkühlung in das Rechenzentrumskonzept zu integrieren. In keinem europäischen Rechenzentrum wird nach Angaben der Plus Server AG derzeit weniger Energie-Overhead verbraucht.

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Das Datadock in Daten und Fakten

Normalerweise müssen über 60 Prozent der Energie, die ohnehin für den Betrieb der IT (Server, Storage und weitere Komponenten) benötigt werden, zusätzlich für die RZ-Infrastruktur (insbesondere die Kühlung) aufgewendet werden. Im Datadock sind es jedoch nur etwa 21 Prozent Overhead. Das macht im Vergleich eine Ersparnis von 66 Prozent aus.

Dies entspricht bei Vollauslastung weit über 25 Millionen Kilowattstunden an Energie-Einsparung pro Jahr. Das bedeutet wiederum fast 24 Millionen Kilogramm weniger CO2-Ausstoß, was pro Jahr den CO2-Umsatz von über 119.000 Bäumen ausmacht.

Das Datadock ist grün

Mit einem PUE-Wert (Power Usage Efficiency) von 1,21 ist Datadock sicherlich eines der energiesparendsten und umweltfreundlichsten Rechenzentren Europas.

Der PUE-Wert wird ermittelt, indem der gesamte Energiebedarf eines Rechenzentrums durch den Energiebedarf der IT (Server, Storage, Netzwerk-Equipment usw.) geteilt wird (siehe: Tabelle Abbildung 3). Ein PUE von 1,0 würde also bedeuten, dass die gesamte Energie, welche für das Rechenzentrum benötigt wird, exklusiv der IT zur Verfügung stünde.

Im Datadock sind mit dem Wert von 1,21 lediglich 21 Prozent der für die IT verbrauchten Energie zusätzlich für den Betrieb des Rechenzentrums erforderlich. In einer Studie des Eco-Verbands („Bestandsaufnahme effiziente Rechenzentren in Deutschland”) ergab sich ein Durchschnittswert von über 60 Prozent zusätzlich benötigter Energie (PUE 1,62) in deutschen Rechenzentren, was im internationalen Vergleich sogar ein guter Wert ist.

Das Brunnenwasser ist kühl

Erreicht wird der hervorragende PUE-Wert des Datadock unter anderem durch die Nutzung der Geothermie zur Kühlung (siehe auch: Video). Denn die Kühlung stellt normalerweise einen der größten Energiefaktoren im Rechenzentrumsbetrieb dar. Da jedoch auf die umfangreichen Grundwasservorkommen des Areals zurückgegriffen werden kann und dieses 12 Grad Celsius kalte Grundwasser nicht weiter gekühlt werden muss, wird eine große Menge Energie eingespart.

Das Grundwasser gelangt selbst nie in den inneren Kühlkreislauf des Rechenzentrums. Es wird lediglich dazu verwendet, im Wärmetauscher dem inneren Kühlkreislauf die Wärme zu entziehen (siehe: Abbildung 2). Dabei wird es weder verschmutzt noch geht bei dem Vorgang Wasser verloren.

Abbildung 2: Wärmeaustausch zwischen dem inneren und dem äußeren Kühlkreislauf des Datadock
Abbildung 2: Wärmeaustausch zwischen dem inneren und dem äußeren Kühlkreislauf des Datadock (Bild: PlusServer AG)

Das gesamte genutzte Wasser wird mit Sauerstoff angereichert und in den Rhein abgeleitet. Dadurch erhöht sich die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt des Rheins im Umfeld des Rechenzentrums merklich.

weiter mit: Kalte Luft für heiße Server

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