Redundanz sichert, Brunnen kühlen, Ökostrom sorgt für CO2-Neutralität

Das Datadock: Ein grünes Konzept verwandelt Lager in ein Rechenzentrum

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Kalte Luft für heiße Server

Der Wärmetauscher versorgt wiederum die Klimasysteme mit Kälte, um schließlich kalte Luft zu erzeugen. Ein Kaltgang-Konzept innerhalb der einzelnen Räume sorgt für optimierte Kühlkreisläufe.

In den Server-Räumen gelangt die gekühlte Luft mittels perforierter Bodenplatten in die so genannten „kalten” Gänge. Von dort wird sie über die Frontseiten der Server durch deren interne Lüftung angesaugt. Auf der Rückseite der Server-Reihen befinden sich jeweils Warmgänge, in welche die durch die Server aufgeheizte Luft abgegeben und vom Klimagerät abgesaugt wird.

Eine Einhausung der Racks sorgt für die zielgenaue Führung der Luftströme auf die zu kühlenden Komponenten. Dadurch wird die benötigte Kühlleistung und damit der Energieverbrauch minimiert.

Ökostrom für den Energiehunger

Für den Betrieb des Datadock wird ausschließlich Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasser- oder Windkraft bezogen. Fossile Energieträger finden keine Verwendung, so dass das Rechenzentrum komplett CO2-neutral arbeitet.

Der Stromlieferant Energie Straßburg sichert die ökologische Qualität des Stroms über verschiedene lokale Zertifizierungen und über europaweit gültige RECS-Zertifikate (Renewable Energy Certificate System) ab. Zusätzlich werden verschiedene gemeinnützige Organisationen zur Förderung ökologischer Stromerzeugung mit regelmäßigen Zuwendungen unterstützt.

Des Weiteren werden im Rechenzentrum nur die neusten energiesparenden Komponenten eingesetzt, beispielsweise die Transformatoren, USV-Anlagen und Klimageräte. So kühlt etwa das Präzisionsklimasystem große Räume bis zu 60 Prozent sparsamer als herkömmliche Kompressorkühlsysteme und das verwendete USV-System verfügt über den besten auf dem Markt verfügbaren Wirkungsgrad von bis zu 96 Prozent.

Diesel für den Notstrom

Die konstante Stromversorgung halten USV-Anlagen (unterbrechungsfreie Stromversorgung) und Spannungsfilter aufrecht. So werden nicht nur Schäden an der Hardware verhindert, sondern auch die Verfügbarkeit der Daten stets gewährleistet.

Und wenn einmal die Stromversorgung durch die externen Lieferanten zusammenbrechen sollte, so stehen für den Notfall redundante Dieselgeneratoren mit 2 x 26.000 l Diesel-Tanks bereit, die auch während des Betriebs neu betankt werden können. So ist größtmögliche Autonomie bei der Stromversorgung gewährleistet.

Umweltbewußste Generatoren

Die Dieselgeneratoren für die Notstromversorgung werden mit Motoren des Herstellers MTU betrieben. Diese sind derzeit im Bereich des Schadstoffausstoßes in ihrer Klasse führend.

Sie weisen somit niedrigste Emissionswerte nach TA-Luft 1/2 auf (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft des Bundesministeriums für Umwelt) auf. Zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen um diese Dieselgeneratoren herum verhindern, dass bei Betankung oder durch ein Leck etwas von dem Treibstoff in die Umwelt entweichen kann.

Das Sicherheitskonzept des Datadock

Ein umfassendes Sicherheitskonzept soll garantieren, dass alle Daten im Rechenzentrum vor Diebstahl oder Beschädigung durch Umwelteinflüsse geschützt sind. Alle kritischen Werte in den Räumlichkeiten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Stromversorgung werden von der Gebäudeleittechnik permanent überwacht (siehe auch: Video).

Das Rechenzentrum ist jeden Tag rund um die Uhr durch Wachpersonal besetzt. Zusätzlich werden alle sensiblen Bereiche durch Kameras überwacht. Und damit sich keine Unbefugten in der Nähe der Server aufhalten können, sorgt ein Zugangskontrollsystem dafür, dass nur autorisierte Personen Einlass erhalten.

Der Brandschutz

Sollte einmal irgendwo ein Kabel durchschmoren oder sich aus anderen Gründen Rauch entwickeln, wird dieser durch eine Rauchfrüherkennung sofort erkannt. In Kombination mit Brandmeldern kann im Rechenzentrum effektiv verhindert werden, dass für die Server eine Feuer-Gefährdung entsteht.

Auch zu viel Hitze oder Feuchtigkeit in den Räumen wird unterbunden. Dafür sorgen eine vollautomatische Raumklimatisierung und Luftbefeuchtung.

*Der Technik Vorstand PlusServer AG, Jochen Berger, ist auch im Vorstand der WorldHostingDays GmbH, Veranstalter der WorldHostingDays. Die Veranstaltung findet dieses Jahr vom 20. bis 23. März in Rust statt.

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