Mikronetze und große Ideen für die digitale Zukunft

Das 5G-Edge-Rechenzentrum zum Testen

| Autor: Ulrike Ostler

Das Edge-Datacenter bei der Vorstellung im RISE Research Institutes of Sweden vergangene Woche.
Das Edge-Datacenter bei der Vorstellung im RISE Research Institutes of Sweden vergangene Woche. (Bild: RISE Research Institutes of Sweden)

In der vergangenen Woche hat das Rise, Research Institutes of Sweden, in Luleå ein Edge-Rechenzentrum eingeweiht, das Unternehmen und Forscher realitätsnahe Tests nutzen können, und um Lösungen und Anwendungen zu entwickeln. Der Clou: Das Datacenter ist 5G-ready.

Die Idee basiert auf der der 5G-Vision von Ericsson, teilt Tor Björn Minde mit, CEO von Rise SICS North. Das Test-Datacenter, ist ein Edge-Modul, das über ein Mikronetz für Strom und Kühlung sowie einen 5G-Prüfstandsnetzwerkanschluss verfügt.

Hintergrund für die Implementierung eines solchen Edge-Rechenzentrums ist, dass die Digitalisierung eine verstärkte Nutzung von IT-Diensten bedeutet, das Internet der Dinge, 5G-Datenkommunikation, Datenspeicherung und Datenverarbeitung – Herausforderungen für Gesellschaft und Industrie, nicht nur für Schweden. Die Überlegung Ericsson basieren darauf, dass mit Funkgeräten mit niedriger Latenzzeit die Rechenzentrums-IT sehr nah an die Benutzer heranrücken könnte, um Anwendungsfälle wie das Herunterladen von Daten, Kontrolle, Aggregation und Inferenz zu erledigen und zwar in einem Netzwerk aus (kleinen) Edge-Rechenzentren. Diese könnten die Größe von Containern, halben Containern, einer Rack-Reihe oder sogar einzelnen Rechnern haben.

Das Edge-Rechenzentrum zum testen besteht aus zwei Mikrogittern und bietet einen 5G-Prüfstand.
Das Edge-Rechenzentrum zum testen besteht aus zwei Mikrogittern und bietet einen 5G-Prüfstand. (Bild: RISE Research Institutes of Sweden)

Diese verteilte Infrastruktur müsse gut in die städtische Infrastruktur integriert sein und mit ihr interagieren können, so Minde. Das betreffe insbesondere die Strom- und Wärmeverteilung – die IT muss je nach Bedarf gekühlt und geheizt und die Wärme zu- und abgeführt werden. Außerdem ziehen die Macher des Testrechenzentrums Möglichkeiten in Betracht, die Strom-,Wärme- und Kältemikronetze, mit denen die Edge Datacenter angebunden sind, für Lastausgleiche zu nutzen, etwa für die Belieferung mit Strom und Wärme der lokalen Stadtnetze.

Wichtig für die Landesentwicklung

„Um dies zu untersuchen, zu experimentieren und zu demonstrieren, haben wir ein Edge-Test-Rechenzentrum mit zwei Mikrogittern und einem 5G-Testbed-Anschluss aufgebaut“, erläutert Minde. Bei dem Forschungsrechenzentrum ICE handelt es sich um eine offene Forschungs- und Testanlage, die es akademischen und industriellen F&E-Projekten ermöglicht, Lösungen innerhalb einer umfassenden IT-Infrastruktur (Rechenzentrumsumgebung) zu verifizieren.

Die Einrichtung soll zu einer höheren Innovationskapazität beitragen, die der Industrie hilft und Forscher anzieht und insbesondere die Entwicklung in Schweden stärken soll. Ziel von ICE sei es, dazu beizutragen, dass Schweden bei nachhaltigen und effizienten Rechenzentrumslösungen, Cloud Services und Datenanalysen an der Spitze von Wissen und Technologie stehe, heißt es in der entsprechenden Mitteilung.

Das Rechenzentrumsmodul stammt von Boxmodul, die Racks von Enoc, der Mikronetzregler von ABB, das Solarpanelsystem von Eitech, der Batteriespeicher von Northstar, die Panels von Fracksystem, das Kühlsystem von Swegon, der thermische Speicher von Boroe, das biegsame Rohrsystem von Bensby Rostfria, die Ladekegel von der Royal Swedish Academy of Engineering Sciences (IVA) und die Konnektoren von CEJN.

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