Unternehmensanwendungen effizient betreiben

COBOL-Anwendungen ohne Mainframe

| Autor / Redakteur: Rolf Becking * / Florian Karlstetter

Bei der Portierung von COBOL-Anwendungen müssen neben dem Code auch die Bestandteile der Applikations-Infrastruktur übertragen werden. (Bild: Micro Focus)
Bei der Portierung von COBOL-Anwendungen müssen neben dem Code auch die Bestandteile der Applikations-Infrastruktur übertragen werden. (Bild: Micro Focus)

COBOL hat sich vom Mainframe gelöst. Die klassische Programmiersprache ist mittlerweile für alle aktuellen Plattformen verfügbar, so dass Unternehmen ihre Anwendungen auf einfache Weise portieren oder durch die Integration anderer Technologien modernisieren können.

COBOL hat sich vom Mainframe gelöst. Die klassische Programmiersprache ist mittlerweile für alle aktuellen Plattformen verfügbar, so dass Unternehmen ihre Anwendungen auf einfache Weise portieren oder durch die Integration anderer Technologien modernisieren können.

Umfangreiche Softwaresysteme, transaktionsintensive Anwendungen mit zahlreichen gleichzeitigen Nutzern, wie sie in großen Unternehmen, beispielsweise in Banken, Versicherungen, in Industrie und Handel oder bei Buchungssystemen in der Touristik zum Einsatz kommen, sind heute wie vor zwanzig oder dreißig Jahren in COBOL programmiert. Der weltweite Bestand an COBOL-Applikationen wird auf einen Umfang von über 220 Milliarden Code-Zeilen geschätzt. Für Unternehmen stellt COBOL daher auch in Zukunft eine unverzichtbare Basis für Geschäftsanwendungen dar. Der Aufwand für eine Neuprogrammierung wäre enorm und die Risiken, die mit zwangsläufig jedem neuen Softwareprojekt verbunden sind, unüberschaubar. In der Regel wollen sich die Anwender auch gar nicht von ihren COBOL-Anwendungen trennen, es sind bewährt ausgetestete Lösungen, die hinsichtlich Stabilität, Performance und Verfügbarkeit nicht so leicht zu übertreffen sind.

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

Die entscheidendste Änderung im Umfeld von COBOL war sicher der Ende der 80er-Jahre einsetzende Niedergang der proprietären Host-Systeme zugunsten verteilter Server-Systeme mit offenen Standards; insbesondere die kleineren Hosts und mit ihnen Hersteller wie Wang, Burroughs, Sperry, Prime oder DEC verschwanden nach und nach vom Markt. Auch die Oberflächenprogrammierung änderte sich unter dem Einfluss der grafischen Benutzerinterfaces und später des Webs grundlegend. COBOL war bis dahin auf die Beschreibung zeichenorientierter Oberflächen ausgerichtet. Grafische Tools wurden von einigen Herstellern für COBOL angeboten, waren aber nicht Bestand der Syntax und insofern ein proprietärer Weg, der zunächst notwendig, aber letztlich nicht so recht zum Geist von COBOL passte. COBOL selbst löste die Herausforderung dann auf eine elegante Weise, die sich als sehr zukunftssicher erweisen sollte: Anstatt zu versuchen, mit immer neuen Tools der Entwicklung der GUI nachzueilen, wurde mit offenen Schnittstellen die Möglichkeit zur Integration anderer Benutzer-Systeme geschaffen. COBOL konzentrierte sich mehr und mehr auf die Abbildung von Geschäftsprozessen und überließ die Präsentationsschicht Umgebungen wie .NET oder Java, zu denen eine reibungslose und performante Kommunikation sichergestellt wurde.

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