Tier-III-Datacenter für den Finanzsektor, für Netzwerk-Provider und chinesische Kunden China Mobile International eröffnet Rechenzentrum in Frankfurt

Redakteur: Ulrike Ostler

China Mobile International Limited (CMI) hat in Mörfelden ein Tier-III-Rechenzentrum eröffnet. Das Datacenter dient als internationaler Netzwerkknoten und als Internet-Rechenzentrum (IDC).

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Insgesamt betreibt China Mobile International Ltd. 4 eigene Rechenzentren: in Hongkong, in Singapur, in London und jetzt auch in Mörfelden (Frankfurt am Main).
Insgesamt betreibt China Mobile International Ltd. 4 eigene Rechenzentren: in Hongkong, in Singapur, in London und jetzt auch in Mörfelden (Frankfurt am Main).
(Bild: CMI)

CMI zitiert die starken interregionalen Investitionsströme und wachsende Zusammenarbeit etwa in der Bildung und Forschung von Asien und Europa. So argumentiert Li Feng, CMI-Vorsitzender und -CEO: CMI habe ein zweites Rechenzentrum in Europa angesiedelt, ein erstes wurde 2019 London eröffnet, als Großbritannien noch EU-Mitglied war, „um sichere und zuverlässige Hochgeschwindigkeitsverbindungen bereitzustellen und engere Beziehungen zwischen Europa und Asien zu ermöglichen.“

COVID-19 bedeute, dass mehr Benutzer mehr Zeit online verbringen und sich zunehmend auf digitale Dienste für das ortsungebundene Arbeiten und Lernen sowie Online-Shopping verließen. „Technologie ist heute ein wesentlicher Bestandteil fast aller Aspekte unseres Lebens, daher müssen mehr Daten verarbeitet und gespeichert werden. Dies bedeutet wiederum eine größere Nachfrage nach Cloud- und Content-Delivery-Lösungen“, so Feng.

Die globale Präsenz umfasst Kabelsysteme, Points of Presence (PoPs) und Rechenzentren sowie Kooperationsvereinbarungen mit 29 Rechenzentrumsanbietern, die die Möglichkeiten von CMI, seine Dienste weltweite anzubieten, auf mehr als 210 Städte ausweitet. Die neue Anlage ist mit den CMI-Rechenzentren in Singapur und Großbritannien, dem CMI Global Network Center in Hongkong und der umfangreichen globalen Mobilfunk- und Cloud-Netzwerkinfrastruktur des Konzerns verbunden.

In der Nähe von Frankfurt am Main steht das zweite CMI-Rechenzentrum auf dem europäischen Kontinent.
In der Nähe von Frankfurt am Main steht das zweite CMI-Rechenzentrum auf dem europäischen Kontinent.
(Bild: CMI)

Die internationale Konnektivität stellt „Iconnect“ bereit, eine integrierte Technik für Netzbetreiber. Die Angebote „Isolutions“ und „Mcloud“ wiederum stehen für weltweite Unternehmensdienste. Nach Anbieterangaben nutzen derzeit mehr als 2.000 internationale Unternehmen die Isolutions-Produkte in den Bereichen IDC, Informations- und Kommunikationstechnologie, Internet of Things und Cloud. Mehr als 10.000 Unternehmen nutzen die Cloud-Integrationsplattform Mcloud.

Zu CMI-Portfolio gehört aber auch Unterstützung globaler Finanzorganisationen beim Aufbau einer flexiblen hybriden IT-Infrastruktur, die die hohen Sicherheits- und Compliance-Anforderungen der Branche in Bezug auf öffentliche Clouds, private Clouds und Systemarchitektur erfüllen muss. Entsprechende Cloud-Netzwerkprodukte von CMI adressieren Banken, Versicherer, Sicherheitsfirmen und Fintechs, die über spezielle Verbindungen mit geringer Latenz und Cloud-Verbindungen auf sichere globale Rechenzentren zugreifen wollen.

CMI nutzt seine globale Netzwerkinfrastruktur, um über Mcloud ein nach Unternehmensangaben „bedienungsfreundliches, grenzüberschreitendes Backbone“ anzubieten, das die Vorlaufzeit für die Cloud-Bereitstellung auf Sekunden verkürzt, „ein Bruchteil dessen, was für herkömmliche Bereitstellungen von Verbindungslösungen erforderlich ist“. Dabei sichert der Mcloud-Betreiber eine Verfügbarkeit von 99,99 Prozent für PoP-zu-PoP-Verbindungen zu.

CMI adressiert mit seinen Datacenter-Dienstleistungen insbesondere Netzwerk-Provider und chinesische Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen zu europäischen Firmen unterhalten.
CMI adressiert mit seinen Datacenter-Dienstleistungen insbesondere Netzwerk-Provider und chinesische Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen zu europäischen Firmen unterhalten.
(Bild: CMI)

Feng erläutert: „Unser neues Rechenzentrum dient internationalen Kunden, insbesondere chinesischen Unternehmen, die in Europa expandieren möchten, und trägt dazu bei, Frankfurt als erstklassigen Rechenzentrumsstandort zu bestätigen.“

Das in Mörfelden gelegene CMI Rechenzentrum ist mit zwei individuellen Kabeleinführungen mit doppelten Diversity-Pfaden und einer neunstufigen Sicherheitskontrolle ausgestattet. Die neu gebaute Anlage wird von einer Doppelstromversorgung aus zwei verschiedenen Umspannwerken versorgt. Außerdem wird das Stromversorgungssystem von 2N-Transformatoren und einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) unterstützt, die mit einer 12-minütigen Pufferbatterie ausgestattet ist. Das Kühlsystem des Rechenzentrums umfasst einen Wasserspeicher, der für die kontinuierliche Kühlung im Notfall reserviert ist.

Das Datacenter wurde vom Uptime Institute gemäß dem TCDD-Standard (Tier Certification of Design Documents) klassifiziert als Tier-III-Rechenzentrum. Außerdem soll es weitere internationale Zertifizierungen erhalten, darunter PCI-DSS (Payment Card Industry - Data Security Standard), TSI (TÜV-IT Trusted Site Infrastructure) Level 3, TCCF-Standard (Tier Certification of Constructed Facilities) und relevante ISO-Zertifizierungen für das Sicherheits- und Qualitäts-Management.

Da Unternehmen zunehmend die Vorteile umfassender Lösungen aus einer Hand wünschen, bietet CMI ein komplettes Spektrum an Mehrwertdiensten an, einschließlich professionellem Co-Location-, Cross-Connect- und Remote-Hands-Support. Letzteres stellt im Auftrag des Unternehmens Techniker für Wartungsaufgaben und IT-Management vor Ort zur Verfügung und minimiert die Notwendigkeit von Vor-Ort-Besuchen des eigenen Personals.

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Über China Mobile International Limited

Die im Dezember 2010 gegründete China Mobile International Limited (CMI) ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von China Mobile, die hauptsächlich für den Betrieb des internationalen Geschäfts von China Mobile verantwortlich ist. Das Unternehmen verfügt derzeit über mehr als 70 Land- und Unterseekabel weltweit und fast 180 Standorte. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Hongkong, China, und ist in 37 Ländern aktiv. Weitere Niederlassungen und Rechenzentren sind geplant.

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