Zwischenbetrieblicher Dokumentenaustausch

Blockchain wird EDI ersetzen

| Redakteur: Ulrike Ostler

Jetzt kommen Blockchain-Verfahren: Sind die Tage für Electronic Data Interchange gezählt?
Jetzt kommen Blockchain-Verfahren: Sind die Tage für Electronic Data Interchange gezählt? (Bild: gemeinfrei - geralt/Pixabay / CC0)

Crossinx und Centrifuge verlagern Rechnungsdokumente in die Blockchain. Es handelt sich um ein Pilotprojekt beider Unternehmen und soll dazu führen, dass sich der zwischenbetriebliche Dokumentenaustausch innerhalb einer Lieferkette verbessert.

Auftragseingang, Bestellbestätigung, Rechnung – innerhalb einer Lieferkette fallen viele Dokumente an. Um Lieferprozesse transparenter zu machen, hat Crossinx, Anbieter für Financial Business Collaboration, zusammen mit dem Blockchain-Startup Centrifuge ein Pilotprojekt zum Blockchain-basierten Dokumentenaustausch ins Leben gerufen. In einem dezentralen Netzwerk können alle beteiligten Unternehmen künftig alle Dokumente gesammelt über die Blockchain einsehen.

Marcus Laube, CEO von Crossinx, sagt: „Unsere Kunden klagen häufig über intransparente Prozesse innerhalb ihrer Lieferkette.“ Oft herrsche Unklarheit über den Status einer Bestellung oder darüber, welche Rechnung schon bezahlt worden sei. Unnötige Mahngebühren seien die Folge.

„Daher haben wir uns mit den Experten von Centrifuge zusammengetan.“ Die Blockchain schaffe eine höhere Transparenz, da alle Dokumente und Informationen zum Transfer einer Ware sowie der aktuelle Lieferstatus schneller einsehbar seien; denn alle Beteiligten mit der entsprechenden Zugangsberechtigung seien stets informiert und auf demselben Stand.

Das Pilotprojekt und seine Ausbaufähigkeit

Das Pilotprojekt findet im Rahmen der „Network of Networks“-Initiative statt, an der weltweit Unternehmen beteiligt sind. Ziel ist es, Lieferketten besser miteinander zu verbinden. Der Ablauf soll einfach sein: Bestellt der Kunde eine Ware, kann der Beauftragte die Bestellung in der Blockchain einsehen. Nimmt er die Bestellung an, fügt er seine Bestätigung dem dezentralen Netzwerk hinzu. Ist die Ware fertig produziert und ausgeliefert, setzt Crossinx schließlich auch die Rechnung in die Blockchain.

Marcus Laube: „Langfristig soll die Kooperation mit Centrifuge den normalen Dokumentenaustausch über EDI abschaffen und über die Blockchain abwickeln.“
Marcus Laube: „Langfristig soll die Kooperation mit Centrifuge den normalen Dokumentenaustausch über EDI abschaffen und über die Blockchain abwickeln.“ (Bild: Crossnix)

Das Projekt ist zunächst mit zwei Kunden, beides große Chemiekonzerne, gestartet. In Zukunft soll das dezentrale Netzwerk aber allen Kunden zur Verfügung stehen. Crossnix-CEO Laube beschreibt auch das Potenzial für weitere Einsatzszenarien: „Langfristig soll die Kooperation mit Centrifuge den normalen Dokumentenaustausch über EDI abschaffen und über die Blockchain abwickeln.“

Nach der Testphase planten die Partner, dass auch Finanzierungen über die Blockchain laufen können und die Buchhaltung an das Finanzamt angebunden werden kann. Der Grund: „Denn nur mit mehr Automatisierung können Unternehmen die wachsenden Anforderungen der Finanzämter an die Rechnungsstellung erfüllen.“

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