Intelligente Stromleisten für den Dauerbetrieb

Augen auf beim Kauf von „Hot swappable“ PDUs

| Autor / Redakteur: Ronald Timmermans* / Ulrike Ostler

(Bild: Schleifenbauer)

Hersteller von intelligenten Stromversorgungsleisten (PDUs) betonen häufig und nachdrücklich, dass es sich bei „hot swappable“ um eine unentbehrliche Funktion einer Stromversorgungsleiste handelt. Doch was bedeutet diese Option? Muss ein jedes Datacenter diese Funktion haben? Und was beiten diejenigen, die damit werben, tatsächlich?

Für den Betrieb eines Rechenzentrums hat der Einsatz von hot swappable PDUs eindeutige Vorteile. Dennoch ist es ratsam, einen genaueren Blick auf PDUs mit derartigem Funktionsumfang zu werfen, um von den Vorteilen eines solchen Produktes auch wirklich in vollem Umfang profitieren zu können. Worauf sollte bei der Auswahl einer hot swappable PDU also geachtet werden?

Eine Stromversorgungsleiste muss im Rechenzentrum einiges leisten. Eingebaut in 19-Zoll Racks, ist sie das Bindeglied zwischen Infrastruktur und IT. Sie versorgt jegliche Aktivtechnik wie Server und Switches mit Strom und ermittelt darüber hinaus Messwerte wie den Stromverbrauch einzelner Geräte, die Temperatur und Feuchtigkeit im Rack. Defekte PDUs können sich also schnell negativ auf den laufenden Betrieb eines Rechenzentrums auswirken und sollten unbedingt vermieden werden, um Verfügbarkeit zu gewährleisten.

Besonders an die Elektronik in der PDU werden hohe Anforderungen gestellt, denn sie muss eine Lebensdauer aufweisen, die im Schnitt dreimal so hoch ist, wie die eines durchschnittlichen IT-Gerätes. Eine Platine besteht aus Hunderten von Komponenten, die alle innerhalb einer optimalen Bandbreite arbeiten müssen.

Störungen sind kein Problem, wenn ....

Wenn nur eine Komponente oder eine einzelne, oft nur ein paar Mikrometer breite, Verbindung nicht optimal funktioniert, wird die Funktion des Moduls bereits beeinträchtigt. Oft ist es die Elektronik einer PDU, bei der als erstes Störungen auftreten. Deshalb ist es wichtig, PDUs so zu entwerfen, dass ein Fehler in der Messelektronik sich nicht auf die primäre Aufgabe der PDU, nämlich die Stromverteilung, auswirkt.

Da die Elektronik also das schwächste Glied einer PDU darstellt, ist es äußerst praktisch, wenn sie im Notfall ohne die Unterbrechung der Stromversorgung ausgetauscht werden kann. Der Begriff impliziert, dass ein elektronisches Modul in der PDU ausgetauscht werden kann (swappable), ohne die Stromversorgungsfunktion der PDU selbst zu unterbrechen (hot). Ist ein Modul defekt, ist demzufolge kein Komplettaustausch der PDU nötig. Ein kurzer Eingriff vor Ort und ein Austausch der Komponente genügt, um das Problem zu beheben.

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Häufig erwecken die Anbieter von PDUs mit hot swappable Funktion jedoch den Anschein, dass alle Elektronikteile der PDU im laufenden Betrieb ausgetauscht werden können. Wer sich diese Module jedoch einmal genau anschaut, kommt zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem hot swappable-Teil meist nur um einen kleinen Bereich der Elektronik handelt.

Die Frage ist: Was und wie viel lässt sich im Betrieb austauschen?

Oft kann nur das Controller-Modul ausgetauscht werden, während der größte Teil der Messelektronik in der PDU zurückbleibt. Dieser lässt sich nicht austauschen. Ein Fehler in dieser Elektronik zieht dann unweigerlich doch den Austausch der gesamten PDU nach sich.

Einige Hersteller, darunter auch die niederländische Firma Schleifenbauer Products, Hersteller von Messsystemen zur Verbrauchserfassung für Rechenzentren und Versorgungseinrichtungen, mit dem „Definilink“-System, sind hier einen Schritt weiter. Sie haben hot swappable-Modelle entwickelt, bei denen die gesamte Elektronik physisch von der Stromverteilung der PDU getrennt ist.

Bei einem Swap bleiben lediglich die (passiven) Messspulen zurück, die problemlos der Mean Time Between Failures (MTBF) der elektrischen Verbindungen gleichkommen. Alle aktiven elektronischen Komponenten, also auch die Messelektronik, befinden sich in einem separaten Modul, das bei Defekten einfach ausgekoppelt und durch ein anderes ersetzt werden kann.

Klick, klick

Die Praxis hat zudem gezeigt, dass es RZ-Managern widerstrebt, eine arbeitende PDU aufzuschrauben und darin Komponenten auszutauschen. Zudem ist das Gerät meist schlecht zugänglich, die Lichtbedingungen ungünstig - keine idealen Bedingungen also für präzise Arbeiten wie den Austausch elektronischer Komponenten. Ein weiterer Vorteil also, wenn ein separates Modul einfach nur ausgekoppelt und neu eingesetzt werden muss.

* Ronald Timmermans ist Marketing Director bei Schleifenbauer Products.

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