Große Pläne bei Apple

Wozu braucht Apple nur all diese neuen Rechenzentren?

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Dreckiger Strom

Apple bezieht seinen Strom für die Rechenzentren laut Grrenpeace zu 50 Prozent aus Kohle.
Apple bezieht seinen Strom für die Rechenzentren laut Grrenpeace zu 50 Prozent aus Kohle.
Doch nicht überall kommen die Data Center von Apple gut weg. So haben die Umwelt-Aktivisten von Greenpeace in ihrer Studie "How dirty is your data?" Rechenzentren auf der ganzen Welt nach Stromverbrauch und Herkunft des Stroms untersucht. Demnach setzt Apple in den eigenen Rechenzentren vor allem auf Kohlestrom statt auf erneuerbare Energien.

Auch zur Stromversorgung des neuen Rechenzentrums in North Carolina sollten ursprünglich Kohle- und Atomstrom genutzt werden. Der Grund: In der Nähe von Maiden betreibt der Stromversorger Duke Energy drei ältere Kernkraftwerke in McGuire am Lake Norman, Oconee am Lake Keowee und Catawba am Lake Wylie, der auch noch ein Kohlekraftwerk kühlt.

Greenpeace schätzt, dass Apple in seinen Rechenzentren (so wie Facebook oder IBM) über 50 Prozent Kohlestrom verwendet. Da von Apple und anderen Unternehmen keine freiwilligen Angaben zum Energieverbrauch und CO2-Ausstoß zu erhalten waren, sind diese Werte jedoch nur Schätzungen von Greenpeace.

DC Maiden wird ausgebaut

Apple hat Besserung gelobt und plant die Energiegewinnung mit einer Solaranlage bis Ende des Jahres, um die Anlagen in Maiden ausschließlich mit erneuerbarer Energie zu betreiben. So soll das 690 Hektar große Solarfeld an der Startown Road zu den größten des Bundesstaates gehören.

Vielleicht wird das Rechenzentrum in Maiden bald durch ein zweites, gleich großes auf dem gleichen Grundstück erweitert, ursprünglich betitelt mit „Project Dolphin, Phase 2“ und vielleicht ein Ausfall-RZ für den iCloud-Dienst.

Vorher aber entsteht noch etwas ganz Anderes: Ein „Tactical Data Center“ mitten in der bereits bestehenden Anlage. Die Baugenehmigung beim Catawba County und eine Zeitungsmeldung im Hickory Daily Record lassen ein Gebäude mit 1.950 Quadratmeter, elf Räumen und 22 Klima-Anlagen, fünf Lüftern und 14 Luftbefeuchtern erwarten.

Taktik oder Strategie?

Es kann sich dabei um ein modulares Rechenzentrum von NxGen Modular handeln, das bereits in einer kleineren Anlage in Prineville, Oregon für Apple seinen Dienst versieht. Dann würde sich das Rechenzentrum aus Modulen für Strom, Kühlung und die aktiven Komponenten schnell zusammensetzen lassen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind mit Personenschleusen und einem 2,50 Meter hohen Sicherheitszaun branchentypisch.

Das neue Rechenzentrum wurde bereits als „Tactical Data Center“ gehandelt. Dieser Begriff ist nicht wirklich neu, er stammt aus der militärischen IT und bezeichet luftbewegliche Container mit IT-Equipment, die als Außenlast per Hubschrauber zum Einsatzort transportiert werden. Aber das ist es wohl nicht, was Apple vorhat.

Wahrscheinlicher ist, dass Apple bereits eine Verbindung zwischen den beiden großen Rechenzentren baut, bevor das zweite in Betrieb geht. Vielleicht werden auch die vier Betriebssysteme übernommen, die im ersten Block von Maiden gefahren werden.

Viel Kapazität in Prineville und Ren

In einer Stellenanzeige hatte Apple einen Linux-erfahrenen „Senior Systems Engineer“ gesucht und gefordert, dass eine Infrastruktur aus Mac OS X, IBM/AIX, Sun Solaris und Linux zu administrieren sei, der Schwerpunkt liege auf Red Hat-Linux und Oracle Enterprise Linux.

So groß wie das Rechenzentrum in Maiden soll auch eine Erweiterung der Anlage in Prineville, Oregon werden. Dort betreibt Apple bereits ein kleineres Rechenzentrum mit 930 Quadratmeter. Mitte August wurde bekannt, dass ein weiteres Gebäude mit 46.000 Quadtarmeter, also der Größe des DC in Maiden enstehen soll. Allerdings hat Apple noch keine konkreten Angaben über die geplante Größe und Fertigstellung veröffentlicht.

Konkreter ist ein Neubau in der Wüste von Nevada: Ganz in der Nähe der Spielerstadt Reno soll bei der Ortschaft Sparks ein neues Rechenzentrum von Apple entstehen. Wie in Maiden soll Apple auch in Sparks während der kommenden zehn Jahre um 1 Milliarde Dollar investieren, darin enthalten auch die Kosten für ein Ladengeschäft im Herzen der Innenstadt.

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