Große Pläne bei Apple

Wozu braucht Apple nur all diese neuen Rechenzentren?

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Steuernachlass für die Wüste

Das neue Apple-Rechenzentrum im Bau
Das neue Apple-Rechenzentrum im Bau
(Bild: Catawba County)
Das Rechenzentrum soll im Reno Technology Park gebaut werden, für den die Kommune noch weitere Untermieter sucht. Insgesamt umfasst der Park eine Fläche von 890 Hektar, davon allein 400 Hektar für die Rechenzentren, außerdem ein Projekt für erneuerbare Energien.

Zur Zeit beschäftigt Apple bereits 400 Mitarbeiter im Büro von Reno, sie sind mit dem Online-Helpdesk und der Kundenberatung beschäftigt. Nach heutigem Stand könnte Apple dort um weitere 35 Vollzeit-Jobs und rund 200 Mitarbeiter mit Zeitverträgen im Rechenzentrum aufstocken.

Um Apple zum Bau des Rechenzentrums in der Wüste zu bewegen, wurde ein deutlicher Steuernachlass von 89 Millionen Dollar versprochen, so eine AP-Meldung. Der Grund: Für den Bundesstaat Nevada wäre Apple ein willkommener Vorreiter für weitere Unternehmen, die sich ebenfalls an dem Standort ansiedeln könnten. Sollten die Arbeiten noch im August aufgenommen werden, könnte das Rechenzentrum in Reno schon Ende des Jahres den produzierenden Betrieb aufnehmen.

Und jetzt der Knackpunkt: "The Next Big Thing"?

Bei den Arbeiten an den neuen Rechenzentren handelt es sich um öffentlich genehmigte und gut sichtbare Baustellen, die sich nicht so geheim halten lassen wie die Produktpläne von Apple. Bleibt die Frage: Wozu benötigt Apple eine Verdoppelung der bestehenden Kapazität in Maiden sowie die beiden neuen Anlagen gleicher Größe in Prineville und Reno?

Vielleicht holt Apple gerade wieder zu einem ganz, ganz großen Streich aus, vielleicht der letzte, den der verstorbene Firmengründer Jobs sich noch ausgedacht hat?

Man sollte davon ausgehen, dass ein neues Produkt und ein begleitender Online-Dienst wirklich große Datenmengen transportieren. Einiges spricht für Streaming-Video, zumal die Zukunft von Apple-TV in jüngster Zeit immer häufiger hinterfragt wurde. Angeblich befand sich Apple bereits in Gesprächen mit Kabelnetzbetreibern in den USA, doch wurden noch keine konkreten Ergebnisse bekannt.

Es bleibt also spannend, welche neuen Dienste so viel Rechenleistung voraussetzen. Die Infrastruktur dafür entsteht ja gerade.

Der Autor:

Bernhard Schoon ist ein freier Autor, der in München lebt.

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