Standort Kronstorf Widerstand gegen Google-Re­chen­zen­t­rum wächst in Österreich

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Google plant eine Erweiterung des Rechenzentrums im österreichischen Kronstorf. Umweltverbände, Bürgerinitiative und Opposition kritisieren den steigenden Flächen-, Strom- und Wasserbedarf und das fehlende UVP-Verfahren.

Symbolbild aus Berlin-Mitte: Die Bürgerinitiative Rechenzentrum Kronstorf hat für den 17. Juli eine Demonstration gegen den geplanten Ausbau des Google-Rechenzentrums angekündigt.(Bild:  F* Google /Hossam el-Hamalawy / CC BY-SA 2.0)
Symbolbild aus Berlin-Mitte: Die Bürgerinitiative Rechenzentrum Kronstorf hat für den 17. Juli eine Demonstration gegen den geplanten Ausbau des Google-Rechenzentrums angekündigt.
(Bild: F* Google /Hossam el-Hamalawy / CC BY-SA 2.0)

Das Google-Rechenzentrum im oberösterreichischen Kronstorf soll deutlich größer werden als bislang geplant. Aktuell wird das Rechenzentrum noch gebaut. Doch das Unternehmen hat bei den zuständigen Behörden weitere Ausbaustufen eingereicht, die den gesamten rund 50 Hektar großen Standort umfassen.

Nach den aktuellen Plänen würde das Rechenzentrum rund zweieinhalbmal so groß ausfallen wie ursprünglich vorgesehen und zu einem der größten Standorte des Unternehmens werden.

Google begründet den beschleunigten Ausbau mit dem weltweit steigenden Bedarf an Rechenleistung für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI). Die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts ist weiterhin für 2027 vorgesehen.

Kritik an Flächenverbrauch und fehlender Umweltverträglichkeitsprüfung

Mit den Erweiterungsplänen wächst auch der Widerstand gegen das Projekt. Die Bürgerinitiative Rechenzentrum Kronstorf kündigt für den 17. Juli eine Demonstration an und fordert eine Gesamtbewertung des Vorhabens. Aus Sicht der Initiative werde das Projekt in mehrere Genehmigungsverfahren aufgeteilt, wodurch eine umfassende Prüfung erschwert werde.

Stefan Kaineder, Landesrat von Oberösterreich, sagt in einem Instagram-Reel über das Vorhaben: „Es ist ein Wahnsinn, dass wir Dutzende Hektar fruchbarstes Ackerland für ein Rechenzentrum von einem amerikanischen Tech-Konzern einfach umwidmen.“

Auch Umweltorganisationen wie WWF und Global 2000 verlangen eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Sie kritisieren insbesondere den zusätzlichen Flächenverbrauch sowie den steigenden Strom- und Wasserbedarf. Nach Angaben des österreichischen Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid könnte der Standort einen jährlichen Strombedarf erreichen, der dem Verbrauch von bis zu 900.000 Haushalten entspricht.

Da Rechenzentren in Österreich bislang nicht unter das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz fallen, ist für das Vorhaben derzeit keine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgesehen.

Kühlung und Abwärmenutzung im Fokus

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Kühlung des Rechenzentrums. Vorgesehen ist, Grundwasser zur Wärme-Abfuhr einzusetzen und anschließend in die Enns einzuleiten. Nach Angaben der zuständigen Behörden bewegen sich die zulässigen Temperaturen innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Kritiker halten die Auswirkungen auf die Gewässerökologie dennoch für nicht ausreichend untersucht.

Zudem fordern Bürgerinitiative und Umweltverbände ein verbindliches Konzept für die Nutzung der entstehenden Abwärme bereits zum Betriebsstart. Google teilte österreichischen Medien zufolge mit, dass entsprechende Gespräche laufen, bislang jedoch nicht abgeschlossen seien.

Unterschiedliche Bewertungen aus der Landespolitik

Während Oberösterreichs Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner die Ausbaupläne als positives Signal für den Wirtschaftsstandort bewertet, verlangen Vertreter der Grünen mehr Transparenz und eine Anpassung der gesetzlichen Vorgaben für Rechenzentren. Auch die SPÖ fordert, dass der zusätzliche Strombedarf weder die Versorgungssicherheit noch die Strompreise für Bevölkerung und Unternehmen beeinträchtigt.

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