Rechenzentrumslandschaft Thüringen Stadtrat stoppt Rechenzentrumsprojekt bei Eisenach

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Der Eisenacher Stadtrat hat einem Einwohnerantrag gegen das geplante Rechenzentrum in Stockhausen stattgegeben. Oberbürgermeister Christoph Ihling zog daraufhin seinen Beschlussvorschlag zurück. Was hinter dem Projekt „Blue Future“ stand und warum sich Widerstand formierte.

Eisenach bekommt kein Rechenzentrum mit 300 MVA Anschlussleistung. Obwohl das Vorhaben weit fortgeschritten war, hat der Stadtrat das Projekt nun vorerst gestoppt.(Bild:  Eisenach /Charlotta Wasteson/cwasteson / CC BY 2.0)
Eisenach bekommt kein Rechenzentrum mit 300 MVA Anschlussleistung. Obwohl das Vorhaben weit fortgeschritten war, hat der Stadtrat das Projekt nun vorerst gestoppt.
(Bild: Eisenach /Charlotta Wasteson/cwasteson / CC BY 2.0)

Auf einer rund 86 Hektar großen, bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche zwischen Stockhausen und Hötzelsroda sollte das Technologiegebiet „Blue Future“ entstehen.

Der Leipziger Flächenentwickler FAB wollte das Gebiet erschließen und anschließend an einen Investor verkaufen, mit einem geplanten Investitionsvolumen von rund einer Milliarde Euro. Als Standortvorteil galt die Nähe zu einem Umspannwerk, das ohnehin ausgebaut werden soll.

Damit wäre laut Stadtverwaltung eine Anschlussleistung von bis zu 300 Megavoltampere verfügbar gewesen. Das Rechenzentrum hätte einen oder mehrere Gebäudekomplexe mit einer Höhe von bis zu 22 Metern umfasst. Im Fall einer erfolgreichen Vermarktung hatte der Flächenentwickler zudem eine Stiftung mit drei Millionen Euro Startkapital für soziale Projekte in der Region angekündigt.

Oberbürgermeister Ihling begründete sein Engagement für das Projekt mit dem Stellenabbau in der Automobilindustrie und der Notwendigkeit, eine neue Wachstumsbranche in der Stadt anzusiedeln.

Zudem verwies er auf den Bedarf an Speicherkapazitäten für Cloud-Dienste sowie an mehr Datensicherheit und Unabhängigkeit von ausländischen Anbietern.

Widerstand aus der Bevölkerung

Gegen die Aufstellung eines Bebauungsplans und die Änderung des Flächennutzungsplans richtete sich ein Einwohnerantrag mit 432 gültigen Unterschriften.

Kritikpunkte aus zwei Einwohnerversammlungen in Stockhausen und Neukirchen haben vor allem den Wasserverbrauch für die Kühlung sowie mögliche Lärmbelastung betroffen. Die Stadtverwaltung hatte innovative Kühlmethoden in Aussicht gestellt. In Eisenach hat eine Demonstration gezeigt, wie entschlossen sich die Bevölkerung gegen das Vorhaben wehrt.

In der öffentlichen Debatte wurde zudem wiederholt gefordert, stattdessen bestehende Industrie- und Konversionsflächen zu nutzen, statt weitere Flächen neu zu versiegeln.

Wie es weitergeht

Am 1. Juli 2026 hat der Stadtrat dem Einwohnerantrag mit 19 zu 16 Stimmen zugestimmt. Der Oberbürgermeister zog seinen Beschlussvorschlag zur Aufstellung des Bebauungsplans daraufhin zurück.

Das Projekt ist damit vorerst gestoppt, eine endgültige Absage ist die Entscheidung nicht.

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