Rheinisches Revier Es hagelt Kritik am vierten Microsoft-Rechenzentrum in NRW

Von Paula Breukel 1 min Lesedauer

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Microsoft baut sein KI-Cluster im Rheinischen Revier aus und stößt dabei auf offenen Widerstand: Kritiker zweifeln an den versprochenen Jobs und fragen, wer am Ende wirklich von der Milliarden-Investition profitiert.

Strom, Fläche, kaum Gewerbesteuer: Microsofts vierter NRW-Standort sorgt für Ärger, noch bevor der erste Spatenstich erfolgt ist.(Bild:  Microsoft /Julien G. / CC BY 2.0)
Strom, Fläche, kaum Gewerbesteuer: Microsofts vierter NRW-Standort sorgt für Ärger, noch bevor der erste Spatenstich erfolgt ist.
(Bild: Microsoft /Julien G. / CC BY 2.0)

Microsoft plant zusätzlich zu den drei bereits 2024 angekündigten Rechenzentren in Bedburg, Bergheim und Elsdorf einen vierten Standort in Grevenbroich. Ein bedingter Kaufvertrag für die rund 23 Hektar große, bislang landwirtschaftlich genutzte Fläche ist unterzeichnet, die Umsetzung hängt jedoch von einem gemeinsam mit der Stadt zu entwickelnden Bebauungsplan ab.

Zur Höhe der Investition machte Microsoft keine Angaben. Branchenschätzungen gehen von einem hohen dreistelligen Millionenbetrag bis hin zu rund einer Milliarde Euro aus. Für die drei bestehenden Vorhaben investiert der Konzern insgesamt 3,2 Milliarden Euro, darunter auch Mittel für eine Kapazitätserweiterung am Standort Frankfurt sowie für Schulungsprogramme.

Baugenehmigungen liegen für Bedburg und Bergheim bereits vor, für Elsdorf steht sie noch aus. Ein Betriebsstart in Grevenbroich wäre demnach frühestens in den frühen 2030er-Jahren realistisch.

Microsoft setzt nach eigenen Angaben auf ein Kühlsystem mit geschlossenem Wasserkreislauf, das nach der Erstbefüllung kaum Nachfüllung benötigt und auf Verdunstungskühlung verzichtet.

Kritik an Arbeitsplatzeffekten

Online reicht die Kritik an den Plänen von Zweifeln an der versprochenen Beschäftigungswirkung bis zu grundsätzlichen Einwänden gegen den Nutzen solcher Ansiedlungen. Bemängelt wird vor allem, dass der Betrieb von Rechenzentren hochautomatisiert erfolgt und nach Abschluss der Bauphase nur eine überschaubare Zahl dauerhafter Arbeitsplätze verbleibt, während kurzfristig entstehende Jobs im Baugewerbe kaum ins Gewicht fielen.

Offene Fragen zu Strompreisen und Gewerbesteuer

Weitere Kritikpunkte betreffen den hohen Strombedarf der Anlagen, dem teils spürbare Preissteigerungen im Umfeld von Rechenzentrumsstandorten zugeschrieben werden, sowie die Gewerbesteuer: Da Unternehmen mit mehreren Standorten die Steuer bislang anteilig aufteilen, profitieren Standortgemeinden wie Grevenbroich davon kaum.

Die im März 2026 verabschiedete Nationale Rechenzentrumsstrategie sieht die Prüfung eines besonderen Zerlegungsmaßstabs vor, der Standortgemeinden stärker am Gewerbesteueraufkommen beteiligen soll; das Vorhaben muss dafür noch den Bundestag passieren.

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