Meinung: Führung heißt ....

Warum die digitale Transformation Entscheider braucht

| Autor / Redakteur: Onur Aksoy* / Ulrike Ostler

Onur Aksoy, Regional Vice President DACH bei Datadog: „Der politische Wille zur Transformation hängt im 3G-Netz zwischen zwei Milchkannen fest.“
Onur Aksoy, Regional Vice President DACH bei Datadog: „Der politische Wille zur Transformation hängt im 3G-Netz zwischen zwei Milchkannen fest.“ (Bild: gemeinfrei - Momentmal/ Pixabay / CC0)

Verantwortung bedeutet Antworten zu finden. Deutschland beschäftigt die Frage nach der Antwort auf den digitalen Wandel und es muss endlich definiert werden, wie die Veränderungen ihren Weg in Wirtschaft und Gesellschaft finden. Denn ohne einen verantwortlichen Umgang mit den verfügbaren Ressourcen gibt es auch keinen Fortschritt.

Die Digitalisierung ist der Eintritt der Menschheit in die vierte industrielle Revolution und jede Revolution bedingt einen Wandel. Aber kein Wandel passiert einfach so. Es muss gehandelt und Richtung vorgegeben werden.

Die Frage danach, wer die Verantwortung für den digitalen Wandel trägt, scheint bereits beantwortet. Um flexibel und wettbewerbsfähig zu bleiben, um in der neuen Welt zu überleben, muss Bewegung in die Führungsetagen der Unternehmen kommen. Denn es geht nicht mehr nur um rein technische Fragen und Entscheidungen.

Längst ist die Digitalisierung an einem Punkt angelangt, an dem es um Strukturen geht. Und da bleibt es nicht aus, die bisherigen Strukturen zu hinterfragen.

Strukturen ändern sich mit

Nur wer sein Unternehmen konsequent digitalisiert, kann aus dem Status quo ausbrechen und innovative, alternative, bessere Geschäftsmodelle entwickeln. In dieser Pflicht sind die CIOs. Sie müssen alte Modelle hinterfragen und neue entwickeln.

Die erste Idee ist dabei selten die beste, nach dem Prinzip von „Trial and Error“ lässt sich jedoch der optimale Weg finden. Doch auch wenn Ausprobieren, Scheitern und Wiederaufstehen in digitalen Zeiten erforderlich und wünschenswert ist, sollte dieser Weg nicht ohne eine konkrete Zielvorstellung gegangen werden. Eine Reise ohne Ziel kann sich nur erlauben, wer finanziell und zeitlich ungebunden ist.

Ergänzendes zum Thema
 
Über Datadog

Wer mit seinen Ressourcen schonend umgeht, sollte jedoch das Ziel und den Weg vorher festlegen. Revolution ist nie einfach. Umbrüche müssen angewiesen und durchgeführt, Ängste und Sorgen über Bord geworfen werden. Denn die Digitalisierung braucht Transformation.

Die verantwortlichen CIOs müssen einen Kulturwandel einleiten, der an dem Mindset aller Mitarbeiter im Unternehmen ansetzt und jeden Einzelnen an die Hand nimmt. Das wird nicht immer einfach sein. Ohne alle über einen Kamm scheren zu wollen, gibt es innerhalb von Unternehmen doch gewaltige Unterschiede im Wechsel von einer Generation zur nächsten.

Mitarbeiterpotenzial anzapfen

Während die einen quasi mit dem Handy in der Hand groß geworden sind, ist für andere schon ein Collaborations-Tool zu viel des Guten. Niemand kann von jemanden, der auf einer Schreibmaschine gelernt hat, erwarten, dass er von heute auf morgen zum Word-Profi wird. Mitarbeiter können jedoch erwarten, dass ihre Verantwortlichen den Balanceakt, den die Digitalisierung erfordert, erkennen und ihr Handeln danach ausrichten.

Verschiedene Kenntnisstände müssen auf einen Nenner gebracht, Neuheiten vorgelebt und in die Unternehmensstruktur eingewebt werden. Wer in Kommunikation mit seinen Leuten tritt, kann Großes schaffen. Denn wer ahnt schon, welche Kompetenzen in den Menschen schlummern, welche Ideen und neue Geschäftsmodelle entstehen können?

Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Unternehmen, die den kulturellen und technischen Wandel bereits erfolgreich gemeistert haben oder ihn engagiert angehen. Oft sind es ambitionierte CIOs, die sich gegen Widerstände durchsetzen, die ihr Unternehmen auf den richtigen Kurs bringen.

Politischer Wille statt Phrasen

Und auch die politische Elite ist bei der Digitalisierung gefragt. Der Staat trägt eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Bürgern und damit auch für die Bereitstellung einer Infrastruktur, die es Unternehmen ermöglicht wettbewerbsfähig zu sein.

Doch Behördenpapier ist geduldig und der politische Wille hängt im 3G-Netz zwischen zwei Milchkannen fest. Solange der Kulturwandel ganz oben nicht einsetzt, kann er nicht nach unten durchsickern und die notwendigen Veränderungen einleiten. Bis dahin sind die Unternehmen auf sich gestellt.

Allianzen können helfen, Druck aufzubauen und überfällige Investitionen einzufordern. Weltweit machen Länder dabei vor wie es gehen kann. Doch auch hier gilt: Ohne Führung geht es nicht!

*Der Autor, Onur Aksoy, ist Regional Vice President für Deutschland, Österreich und der Schweiz bei Datadog.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45724120 / Services)