Flüssigkeitskühlung für KI-Rechenzentren Vertiv übernimmt KES und bringt 2,3-MW-CDU mit Nvidia-DSX-Zertifizierung

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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KES ist Anbieter von Flüssigkeitsmanagement, Inbetriebnahme und Lasttests für flüssigkeitsgekühlte Rechenzentren. Zudem gilt das 2,3-MW-Modell der CoolChip-Kühlmittelverteilungseinheit (CDU) nun als „Nvidia DSX Ready“.

Vertiv vergrößert mit der Übernahme von King Environmental Services sein globales Angebot an Flüssigkeitsmanagement-Dienstleistungen.(Bild:  Vertiv)
Vertiv vergrößert mit der Übernahme von King Environmental Services sein globales Angebot an Flüssigkeitsmanagement-Dienstleistungen.
(Bild: Vertiv)

Mit der geplanten Übernahme des irischen Dienstleisters King Environmental Services (KES) und der Zertifizierung des 2,3-MW-CPU-Modells baut Vetriv sein Angebot für Betreiber und Errichter von KI- und Hochdichte-Infrastrukturen aus.

KES soll Dienstleistungsangebot in EMEA erweitern

Wie Vertiv mitteilt, hat das Unternehmen eine Vereinbarung zur Übernahme von KES geschlossen. KES hat seinen Hauptsitz in der Nähe von Dublin und betreut Kunden in der EMEA-Region. Zum Portfolio gehören laut Anbieter die Vorbereitung von Flüssigkeitssystemen, Spülung, Filtration, Wasseraufbereitung, Inbetriebnahme und Leistungsvalidierung. Hinzu kommen thermische Belastungstests für Flüssigkeitskühlungsinfrastrukturen sowie elektrische Belastungstests für kritische Stromversorgungssysteme.

Vertiv will damit seine Kompetenzen im Wärmemanagement auf Europa, den Nahen Osten und Afrika ausweiten. In Nordamerika ist das Unternehmen im Flüssigkeitsmanagement bereits präsent, u.a. durch die Übernahme von PurgeRite, die nach Angaben von Vertiv-CEO Gio Albertazzi im Dezember 2025 erfolgte. KES soll nach seiner Einschätzung auf dieser Grundlage in der EMEA-Region aufbauen.

Die Qualität der Kühlflüssigkeit beeinflusst laut Vertiv Verfügbarkeit, thermische Leistung und Lebensdauer der Anlagen. Verunreinigungen, eingeschlossene Luft, Korrosion, eine ungeeignete chemische Zusammensetzung und Durchflussungleichgewichte könnten die Wärmeübertragung verringern und den Verschleiß erhöhen. Auch nach der ersten Inbetriebnahme seien daher Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus nötig.

Aus der Kombination von KES und dem Vertiv-Portfolio erwartet der Anbieter folgende Vorteile für Kunden:

  • weniger Betriebskomplexität durch einen verantwortlichen Partner für Inbetriebnahme, Prüfung, Flüssigkeitsmanagement und laufenden Betrieb,
  • bessere Kühlleistung durch saubere, ausgewogene und validierte Flüssigkeitssysteme,
  • Unterstützung bei der Einhaltung regionaler Vorgaben zu Handhabung, Aufbereitung und Entsorgung von Flüssigkeiten,
  • mehr Sicherheit über die Betriebsbereitschaft durch thermische Belastungstests vor der Inbetriebnahme.

Der Abschluss der KES-Übernahme wird für das 4. Quartal 2026 erwartet.

CDU mit 2,3 MW erhält DSX-Ready-Status

Parallel meldet Vertiv, dass das 2,3-MW-Modell seiner CoolChip-Kühlmittelverteilungseinheit (Coolant Distribution Unit, CDU) als „Nvidia DSX Ready“ zertifiziert wurde. Nach Angaben des Unternehmens ist es die erste CDU mit dieser speziellen Zertifizierung, und Vertiv gehört zu den ersten Anbietern qualifizierter CDU-Lösungen im Rahmen des Programms.

Eine CDU regelt Durchfluss und Temperatur der Flüssigkeit, die Wärme aus Hochleistungs-Computersystemen abführt. Das zertifizierte Modell gehört zum Liquid-to-Liquid-Portfolio von Vertiv und unterstützt Direct-to-Chip- sowie Rear-Door-Wärmetauscheranwendungen. Es ist für die Installation am Ende einer Reihe oder entlang des Raumrandes ausgelegt.

Was DSX Ready bedeutet

Die Nvidia DSX AI Factory Platform soll Design und Betrieb von KI-Fabriken über Rechenleistung, Netzwerke, Stromversorgung, Kühlung, Anlagen und Software hinweg zusammenführen. Als KI-Fabriken gelten dabei Rechenzentren, die auf die Entwicklung und den Betrieb von KI-Modellen und -Anwendungen in großem Maßstab ausgelegt sind. Beschränkungen bei Strom, Kühlung, Wasser, Standort und Netzanbindung würden zunehmend beeinflussen, was Betreiber realisieren können.

Das Programm Nvidia DSX Ready ordnet einzelne Produkte den jeweiligen DSX-Anforderungen zu. Für CDU-Anbieter kommt dazu die Nvidia CDU-Selbstqualifizierungssuite zum Einsatz, mit der geprüft wird, ob ein Produkt die geltenden funktionalen Anforderungen erfüllt. Errichter sollen so gezielter Strom- und Kühlungsprodukte auswählen können.

Die Qualifizierung ersetzt allerdings nicht die technische Planung für einen konkreten Standort oder eine bestimmte Konfiguration. Kunden müssen weiterhin selbst prüfen, wie sich ein qualifiziertes Produkt in Anlagenplanung, Systemkonfiguration und Betriebsanforderungen einfügt.

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