Wir fragen nach den richtigen Qualifikationen für Rechenzentren

Umfrageteilnehmer zur Rekrutierung von Datacenter-Mitarbeitern gesucht!

| Autor: Ulrike Ostler

DataCenter-Insider sucht Teilnehmer an der Umfrage zur Mitarbeitersuche von Rechenzentren - Wer wird gebraucht? Welche Qualifikation ist gefragt? Warum ist es schwierig, Personal zu bekommen?
DataCenter-Insider sucht Teilnehmer an der Umfrage zur Mitarbeitersuche von Rechenzentren - Wer wird gebraucht? Welche Qualifikation ist gefragt? Warum ist es schwierig, Personal zu bekommen? (Bild: © tiero - stock.adobe.com)

Ja und ja und ja. Online-Umfragen sind nervig, das Durchklicken erst recht, aber die Ergebnisse manchmal doch spannend. DataCenter-Insider plant ein eBook über die Suche von Mitarbeitern für Rechenzentren und deren erforderliche Qualifikationen. Und: Wir wollen dafür Informationen aus erster Hand – von Ihnen, per Online-Fragebogen.

Immer wieder beklagen sich Datacenter-Betreiber, dass es kaum Mitarbeiter mit den geeigneten Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt gibt. Ein Rechenzentrumsleiter sagte kürzlich „Ich finde einfach keinen Nachfolger für mich.“

Verlässliche Zahlen zum Umfeld gibt es wenige. Im Jahr 2015 veröffentlichte etwa die 1980 gegründete Association for Computer Operations Management (Afcom) eine Studie, die unter anderem zutage beförderte, dass die Personalkosten stiegen, aufgrund von neuer Schulungen, die notwendig geworden seien und weil die Zertifizierungsanforderungen erhöht worden seien. Dennoch seien die traditionellen Rollen in der Infrastruktur von Rechenzentren nach wie vor schwer zu besetzen.

Das mache den Markt zu einem hart umkämpften und es sei schwer, die richtigen Leute zu finden. Die Studie identifizierte drei Hauptrollen:

  • Techniker, Ingenieure und Betreiber von Rechenzentren: 42 Prozent
  • IT-System- und/oder Applikationspersonal: 20 Prozent
  • Netz- und Telekommunikationspersonal: 19 Prozent

Am falschen Ende gespart

Was passiert, wenn das Personal auch nur zum Teil nicht ausreichend qualifiziert ist, zeigt das Uptime-Institut auf seinem Blog anhand dreier Beispiele:

  • 1. Das erste Rechenzentrum hatte zwei bis drei Mitarbeiter pro Schicht, so dass Wartung und Betrieb der Geräte eigentlich rund um die Uhr gewährleistet sein sollte. Laut Uptime-Institute ist das die typische Anzahl. Allerdings waren bei genauerem Hinsehen aber insgesamt nur zwei Personen tatsächlich qualifiziert. Die anderen Mitarbeiter übernahmen mehr oder weniger unkritische Aufgaben im Support. Die kritischen Aufgaben erledigten die zwei qualifizierten Kräfte in ihrer Schicht, in der übrigen Zeit blieben diese unerledigt oder es musste in kritischen Fällen externes Personal hinzugezogen werden. Suboptimal.
  • 2. Im zweiten Fall beschäftigte das Rechenzentrum durchaus hoch qualifiziertes Personal, aber zu wenig. In der Folge häuften sich die Überstunden und es zeigten sich Ermüdungserscheinungen, was in vermehrten Fehlern resultierte.
  • 3. Im dritten Fall setzte der Rechenzentrumsbetreiber ausschließlich auf eine Call-In-Methode, um auf Vorfälle oder Anomalien zu reagieren. Qualifizierte Techniker führten die Wartung an zwei oder drei Tagen in der Woche durch und es wurde kein Schichtpersonal eingesetzt. So überwachte das Sicherheitspersonal vor Ort die Alarme und zog gegebenenfalls Wartungstechniker hinzu. Voraussetzung für das Modell ist das Vertrauen in die Redundanz von Systemen und Komponenten; denn die Zeit zwischen Problemerkennung und Einsatz der Techniker und der Rückkehr zum Normalbetrieb muss überbrückt werden.

Tatsächlich trägt die Redundanz der Systeme laut Uptime Institute zu 38 Prozent dazu bei, dass Vorkommnisse im Rechenzentrum nicht in mehr oder weniger großen Katastrophen enden. Zu 13 Prozent werden Probleme durch regelmäßige Wartung ausgebügelt, 20 Prozent ist der Zwei- oder Mehrwegestromversorgung zuzuschreiben und 29 Prozent den Datacenter-Mitarbeitern. Also sorgt Personal, das eine ordnungsgemäße Wartung durchführt und Techniker vor Ort hat, die Probleme erkennen bevor sie zu Vorfällen werden, zu 42 Prozent für den unfallfreien Betrieb eines Rechenzentrums.

Die Tabelle stammt aus dem Wipro-Report „The impending data center talent crisis and how to avert it“ von Srinivasa Rao Velamala aus dem Jahr 2013 (s.o) und zeigt auf, was gefragt ist und wo ein Mangel herrscht.
Die Tabelle stammt aus dem Wipro-Report „The impending data center talent crisis and how to avert it“ von Srinivasa Rao Velamala aus dem Jahr 2013 (s.o) und zeigt auf, was gefragt ist und wo ein Mangel herrscht. (Bild: @ Wipro Limited)

Zu den jüngsten Untersuchungen, die das Feld personeller Ressourcen für Rechenzentren betreffen, gehört eine Studie von 451 Research aus dem Jahr 2017. Sie basiert ab Web-Umfragen und 16 Telefoninterviews. Demnach haben fast drei Viertel der Unternehmen, die Mitarbeiter mit Rechenzentrumsausbildung benötigen, zumindest moderate Probleme bei der Rekrutierung.

Zudem erwarten die Befragten, dass der Bedarf an Rechenzentrumsmitarbeitern und die Nachfrage an vergleichbaren Qualifikationen in anderen Branchen wachsen, die Anzahl der Ausgebildeten aber mehr oder minder stagniert. Damit führt das zu einer Verknappung auf dem Arbeitsmarkt beziehungsweise zu mehr Konkurrenz um Mitarbeiter.

Die University of Sligo in Irland hat 2017 einen Bachelor-Abschluss im Fach „rechenzentrumspezifische Engineering“ eingeführt. Allerdings müssen die Absolventen zunächst eine allgemeine Ausbildung absolvieren, um in kurzen Trainingskursen Datacenter-Know-how zu erwerben. Ob das die Situation auflöst? Wer weiß.

Steigende Gehälter

2015 ging die Afkom von steigenden Personalkosten für den Rechenzentrumsbetrieb aus. Laut 451 Reserach sehen nur 32,1 Prozent der befragten Unternehmen, dass der Fachkräftemangel zu steigenden Gehältern führt und 42 Prozent sehen das nicht kommen.

20,5 Prozent der Befragten gaben an, dass sie aufgrund des Mangels an spezialisiertem Personal die Personalkosten für Rechenzentren reduzieren und mehr für Public Cloud ausgeben würden, und 5,4 Prozent sparen beim Personal und stecken mehr in Co-Location. Ein Fünftel wendet sich an Managed Service Provider, um die Lücke zu schließen.

Laut Ralph Hintermann von Borderstep Institut, Berlin, beheimatet Deutschland noch etwa ein Viertel der europäischen Rechenzentren, die wiederum 220.000 bis 230.000 Menschen beschäftigen. Die Branche ist also keine kleine, wenngleich nicht homogen. So unterschieden sich die Rechenzentren nach Art – Co-Location-, Enterprise- oder Cloud-Datacenter – und sowie nach Größe und Alter.

Anschluss verpasst? Rechenzentrumsstandort Deutschland rutscht ins Mittelmaß

Studie des Netzwerks Energie-effiziente Rechenzentren

Anschluss verpasst? Rechenzentrumsstandort Deutschland rutscht ins Mittelmaß

30.11.17 - Auf den ersten Blick sind die Zahlen gut, die das Netzwerk Energie-effiziente Rechenzentren (NE- RZ) mit seiner jüngsten Studie für den Rechenzentrumsmarkt in Deutschland vorlegt: Die Energie-Effizienz steigt und der Markt prosperiert. Das sorgt für viele Arbeitsplätze und gute Umsätze. Doch andere Länder wie Dänemark und Schweden sind attraktiver, fördern die Ansiedlung von Datacenter. Das wirkt und Deutschland wird die Spitzenposition in Europa verlieren. lesen

Um den Qualifikationen, die tatsächlich gefragt sind, und den reellen Personalbedarf zu ergründen, brauchen wir Ihre Mithilfe. Damit Sie nur klicken, nicht aber zeitaufwändig formulieren müssen, ist der Fragebogen recht kleinteilig und fragt etwa auch die Anzahl der Mitarbeiter Ihres Rechenzentrums sowie die Größe ab.

Wir würden uns aber umso mehr freuen, wenn Sie zusätzlich Kommentare und Anregungen für uns hätten, so dass die Aussagekraft der Umfrage steigt. Die Ergebnisse werden in das eBook „Bildung und Ausbildung von Datacenter-Mitarbeitern“, einfließen.

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Ich selbst bin stark daran interessiert, wieder in den Mainframe-Bereich zu wechseln. Die...  lesen
posted am 25.01.2018 um 18:46 von Unregistriert


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