Adaptive Infrastructure hilft Konzern Kosten sparen Syngenta sourct komplette IT-Infrastruktur bei HP aus

Redakteur: Ulrich Roderer

Syngenta hat einen Transformationsprozess gestartet, an dessem Ende das Unternehmen IT-Infrastruktur nur noch als Services beziehen wird. HP ist der Outsourcingpartner.

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HP-Datacenter Ile D‘Abeau: Hosting für Syngenta
HP-Datacenter Ile D‘Abeau: Hosting für Syngenta
( Archiv: Vogel Business Media )

Während Monsanto vor allem mit seinem Gen-veränderten Saatgut Schlagzeilen macht, ist es um Syngenta in den Medien ruhig. Dabei gehört der Konzern zu einem der größten Hersteller von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln weltweit. So stammt bereits jede siebte Tomate nach eigenen Angaben von diesem Hersteller. Über 24.000 Mitarbeiter beschäftigt der Konzern.

Der Aufwand, neue Sorten zu züchten ist enorm hoch, Syngenta hat alleine 2008 eine Milliarde in Forschung und Entwicklung investiert. An die 11 Jahre dauert es beispielsweise, um eine neue Tomatensorte zu züchten. Dabei stehen hunderte von Millionen auf dem Spiel. Durch die Aufschlüsselung des Genmaterials hoffen die Wissenschaftler in Zukunft die Züchtung neuer Sorten deutlich beschleunigen zu können.

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Doch dazu benötigen sie sehr viel Rechenleistung. Und dies wiederum bedeutet eine gewaltige Investition in die IT. Um Kosten zu sparen und gleichzeitig optimale IT-Bedingungen hat Syngenta jetzt mit HP ein komplettes Outsourcing-Projekt in Angriff genommen, nach dessen Beendigung Syngenta kein eigenes IT-Equipment mehr besitzen wird.

Meysner rechnet dadurch mit Einsparungen in Millionenhöhe. Die Transformation soll sich bereits nach 2,4 Jahren rechnen. Durch den Übergang zu einem Utility Services-Modell mit Abrechnung nach Gebrauch entfallen alle Infrastruktur-Investitionen aus dem IT-Budget-Plan.

Kapazitätsengpass

Der Anlass zu diesem radikalen Schritt war eigentlich eine interne Anforderung nach mehr Speicherplatz von der Forschergruppe in Raleigh. Damals war HP bereits der wichtigste strategische Outsourcingpartner von Syngenta, hatte jedoch an diesem Standort kein Rechenzentrum. Die Wissenschaftler wollten deshalb die entsprechenden Kapazitäten vom nahegelegenen Rechenzentrum der IBM einkaufen.

Dies führte Mike Meysner, Transformation Program Manager bei Syngenta dazu, radikal die gesamten IT-Struktur zu überdenken. Das endete unter anderem damit, dass obengenantes Entwicklungszentrum jetzt in China liegt.

In Punkto IT hat sich Syngenta entschlossen, seine gesamte IT schritttweise outzusourcen. Die Transformation sollte nicht nur die Flexibilität der IT sicherstellen und sie in die Lage versetzen, große Projekte wie die Standardisierung von Geschäfts- oder Forschungsprozessen zu unterstützen.

Auch harte wirtschaftliche Kalküle bestimmten den Entscheidungsprozess. „Der Transformationsprozess soll dazu führen, dass IT-Infrastruktur nicht mehr als Investition zu Buche schlägt sondern als Services bezogen nur noch als Betriebskosten anfallen“, sagt Meyser.

Die Grundlage dazu war ein seit 2002 Jahre währender Outsourcing-Prozess, den Syngenta mit HP beschritten hatte.

Doch gerade wegen der intimen Kenntnis der Infrastruktur von Syngenta fiel das HP-Angebot bei der Ausschreibung zur radikalen Transfromation der Syngenta-IT im ersten Durchgang durch. Es entsprach nicht den Vorstellungen des Unternehmens. Erst ein halbes Jahr später unterschrieb der Konzern schließlich einen Fünfjahresvertrag mit Syngenta. Das Transformationsprojekt startete dann nach einem Jahr nach der Ausschreibungsverhandlungen am 1. September 2008. „Ich hätte nicht gedacht, dass es ein so langer und schmerzhafter Prozess sein würde“, sagt Meysner. Dabei hatte er nie Bedenken wegen technologischer Probleme. Die Hürden lagen in den kommerziellen Aspekte der Vertragsgestaltung.

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