Rechenzentrumsausbau in Mecklenburg-Vorpommern Schwarz plant Milliarden-Rechenzentrum in Dummerstorf

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Aus dem lange umstrittenen 1,2-GW-Projekt wird ein konkretes Vorhaben: Die Schwarz-Gruppe will in Dummerstorf ein Großrechenzentrum bauen. Grundstücke und Genehmigungen sollen bereits vorhanden sein, die Dimension bleibt offen.

Symbolbild: Die Gemeinde Dummerstorf liegt etwa 10 Kilometer südöstlich von Rostock. Sie zählt gut 7500 Einwohner. Wie groß das Rechenzentrum tatsächlich wird, ist bislang unbekannt.(Bild:  Gemini / Paula Breukel / KI-generiert)
Symbolbild: Die Gemeinde Dummerstorf liegt etwa 10 Kilometer südöstlich von Rostock. Sie zählt gut 7500 Einwohner. Wie groß das Rechenzentrum tatsächlich wird, ist bislang unbekannt.
(Bild: Gemini / Paula Breukel / KI-generiert)

Die Pläne für ein Großrechenzentrum in Dummerstorf bei Rostock werden konkret: Nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) will die Digital-Sparte der Schwarz-Gruppe auf einem Gewerbegebiet südlich von Rostock ein Rechenzentrum errichten. Die Grundstücke sind demnach bereits vor Monaten gekauft worden, Baugenehmigungen sollen vorliegen. Auch die Umweltbehörden haben laut NDR grünes Licht gegeben.

Im vergangenen Jahr kursierten Gerüchte rund um das Vorhaben: Im Oktober 2025 war noch unklar, ob in Dummerstorf tatsächlich ein Rechenzentrum mit einer Anschlussleistung von bis zu 1,2 Gigawatt (GW) entstehen soll. Gemeindepapiere sprachen damals von „aufgebauschten Schlagzeilen“ und betonten, dass keine Baumaßnahmen stattfänden.

Doch bis zu zwölf Milliarden Euro fließen in die Hardware

Nach den aktuellen NDR-Informationen könne es sich allein in einer ersten Ausbaustufe um ein Investitionsvolumen von bis zu zwölf Milliarden Euro allein für die Hardware handeln. Ein Unternehmenssprecher bestätigte die Summe allerdings nicht und deutete an, dass zum Start des Projekts deutlich weniger investiert werden soll. Das Rechenzentrum soll auf Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) ausgelegt sein.

Wie viele Arbeitsplätze in Dummerstorf entstehen, ist noch offen. Der eigentliche Betrieb eines Rechenzentrums benötigt vergleichsweise wenig Personal. Beschäftigung dürfte daher vor allem bei Dienstleistern entstehen, etwa für Sicherheit, Wartung und technische Services.

Standortfaktor Strom: Mecklenburg-Vorpommern produziert mehr Strom als es verbraucht...

Mecklenburg-Vorpommern verfügt über große Stromkapazitäten aus erneuerbaren Energien. Das Land produziert bereits heute mehr Strom, als es selbst verbraucht. Damit könnte das Projekt auch den Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung und der Netzinfrastruktur in der Region vorantreiben. Für Rechenzentren mit hoher Anschlussleistung ist die Verfügbarkeit von Netzkapazität ein entscheidender Standortfaktor.

...und die Abwärme soll von der Stadt Rostock genutzt werden

Neben der Stromversorgung spielt auch die Abwärme des Rechenzentrums eine Rolle. Nach Informationen des NDR soll die entstehende Wärme für die Stadt Rostock genutzt werden. Entsprechende Verträge mit den Stadtwerken sollen demnach bereits unter Dach und Fach sein.

Als Treiber des Projekts gilt vor allem die Gemeinde Dummerstorf, die mit zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen rechnet. Die Landesregierung will am Donnerstag weitere Einzelheiten zu dem Vorhaben vorstellen. Eine Landesförderung soll nach NDR-Informationen bereits zugesagt sein.

Die Schwarz-Gruppe selbst hat sich gegenüber dem NDR bislang nicht geäußert. Unternehmensvertreter werden am Donnerstag zu einem Termin in der Staatskanzlei in Schwerin erwartet.

(ID:50937633)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung