Stromversorgung für KI-Rechenzentren ABB setzt auf 800 Volt Gleichstrom

Von Paula Breukel 1 min Lesedauer

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ABB stellt mit „Infinitus“ ein Gleichstromportfolio für KI-Rechenzentren vor. Es deckt die Stromversorgung vom Netzeingang bis zum Server-Rack ab und unterstützt sowohl reine Gleichstromarchitekturen als auch hybride Wechsel- und Gleichstromkonzepte.

2028 sollen die ersten auf Gleichstrom ausgelegten Rechenzentren mit ABBs Infinitus-Portfolio in Betrieb gehen.(Bild:  Gemini / Paula Breukel / KI-generiert)
2028 sollen die ersten auf Gleichstrom ausgelegten Rechenzentren mit ABBs Infinitus-Portfolio in Betrieb gehen.
(Bild: Gemini / Paula Breukel / KI-generiert)

Mit steigenden Leistungsanforderungen von KI-Beschleunigern gewinnt die Stromversorgung innerhalb des Rechenzentrums an Bedeutung. ABB geht davon aus, dass künftige KI-Racks eine Leistung von 1 Megawatt (MW) oder mehr benötigen. Heute liegen die Werte laut Unternehmen bei knapp 200 Kilowatt (kW) pro Rack.

Infinitus setzt deshalb auf eine Spannungsebene von 800 Volt Gleichstrom. Sie soll kompaktere Stromversorgungen ermöglichen und Umwandlungsschritte reduzieren. Dadurch können laut ABB auch die damit verbundenen Wärmeverluste sinken.

Eine Studie von Boston Consulting Group (BCG) und ABB kommt laut Unternehmen zu dem Ergebnis, dass Gleichstromverteilungen die Energieeffizienz um mehr als fünf Prozent steigern können. Bei einem Rechenzentrum mit 500 MW Leistung entspräche dies rechnerisch 25 MW zusätzlicher Leistung für IT-Anwendungen.

Portfolio reicht bis zum Server-Rack

Kern des Portfolios ist ein Halbleitertransformator von ABB. Er soll die Stromversorgung kompakter und energieeffizienter machen. Hinzu kommen ein nach IEC zertifizierter halbleiterbasierter Leistungsschalter und eine Mittelspannungs-USV.

Infinitus umfasst insgesamt fünf Bereiche:

  • Medium-Voltage-Powertrains für die Versorgung aus Netz oder lokaler Erzeugung;
  • Gleichstromquellen und Lösungen zur Netzqualitätsverbesserung;
  • Gleichstromverteilung;
  • Schutztechnik für Gleichstromsysteme; und
  • Kühlungslösungen mit drehzahlgeregelten Gleichstrommotoren und -antrieben.

Die Architektur lässt sich laut ABB an unterschiedliche Leistungsanforderungen, räumliche Gegebenheiten und Energiemixe anpassen. Bestehende Wechselstromsysteme können dabei um Gleichstromkomponenten ergänzt werden.

Erste Gleichstrom-Rechenzentren ab 2028

ABB will mehrere Kernkomponenten des Portfolios innerhalb der kommenden zwölf Monate schrittweise einführen. Die ersten vollständig auf Gleichstrom ausgelegten Rechenzentren mit Infinitus sollen nach Unternehmensangaben innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre installiert und in Betrieb genommen werden.

ABB erwartet, dass künftig auch andere energieintensive Bereiche Gleichstromarchitekturen einsetzen. Dazu zählen unter anderem industrielle Fertigung, erneuerbare Energien und die Schifffahrt.

Zudem vertieft ABB die Zusammenarbeit mit Nvidia. Beide Unternehmen arbeiten an 800-Volt-Gleichstromarchitekturen für KI-Rechenzentren im Gigawatt-Maßstab. Die Kooperation wurde im Oktober 2025 angekündigt.

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