Gude-Technik im Rechenzentrum

Schaltbare IP-Stromverteiler, LAN-Sensoren und remotes Monitoring für Datacenter

| Autor: Ulrike Ostler

Das Anwendungsszenario für die „Expert Power Control“-Serie sieht vor, dass in einem Rechenzentrum ein 19-Zoll-Standardrack mit acht Servern zum Einsatz kommt, auf denen kundenkritische Anwendungen laufen. Gefragt sind ein bestmögliches Kosten-Nutzen-Verhältnis bei der zuverlässigen Stromverteilung als auch ein intelligentes Geräte-Management hinsichtlich Auslastung und Überwachung der Installation.
Das Anwendungsszenario für die „Expert Power Control“-Serie sieht vor, dass in einem Rechenzentrum ein 19-Zoll-Standardrack mit acht Servern zum Einsatz kommt, auf denen kundenkritische Anwendungen laufen. Gefragt sind ein bestmögliches Kosten-Nutzen-Verhältnis bei der zuverlässigen Stromverteilung als auch ein intelligentes Geräte-Management hinsichtlich Auslastung und Überwachung der Installation. (Bild: Gude Systems GmbH)

Das Portfolio der Gude-Systems GmbH umfasst unter anderem Power Distribution Units (PDUs) wie „Expert Power Control 8035“ und „8045“ und die Remote Monitoring Systeme „Expert Net Control“. Ein kostenloser technische Support und Kundenservice sind ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells, so steht es auf der Website des Kölner Unternehmens.

Die Gude-Produkte Expert Power Control 8035 und 8045 gehören zu den aktiven PDUs; diese Steckerleisten bieten neben der Stromverteilung über weitere Funktionen, die für den Rechenzentrumsbetrieb nützlich sind. So lassen sich die Geräte PDU über ihre LAN-Schnittstelle, zum Beispiel mittels TCP/IP sowie Protokolle wie SNMP, Modbus und HTTP/HTTPS fernsteuern und in Monitoring-Programme einbinden.

Zudem lassen sich Sensoren anschließen, so dass etwa die Temperatur und Luftfeuchtigkeit der Umgebung gemessen werden kann. Durch das Bestimmen von Grenzwerten lassen sich die Stromverteiler mit Alarmfunktionalität erweitern: Beim Überschreiten eines der hinterlegten Schwellenwerte wird von der PDU unmittelbar eine E-Mail versendet.

Innerhalb der aktiven PDUs, oftmals auch als íntelligente Stromleisten` bezeichnet, lässt sich unterscheiden in switched (schaltende) und metered (messende) PDUs. Expert Power Control 8035 ist eine 8-fach switched und outlet-metered PDU und dienst insbesondere zur Steigerung der Betriebssicherheit und der Energie-Effizienz in IT-Netzen.

Siet dem 9. April 2019 firmiert die frühere Gude Analog und Digitalsysteme GmbH unter Gude Systems GmbH und der Firmensitz ist von der Kölner Innenstadt in den Airport-Businesspark verlegt worden.
Siet dem 9. April 2019 firmiert die frühere Gude Analog und Digitalsysteme GmbH unter Gude Systems GmbH und der Firmensitz ist von der Kölner Innenstadt in den Airport-Businesspark verlegt worden. (Bild: Gude Systems GmbH)

Die 8035er-Serie ermöglicht das Schalten und die Strommessung von elektrischen Geräten über ein TCP/IP-Netzwerk, eine serielle Verbindung oder über Mobilgeräte-App. Sie besteht aus zwei Varianten mit jeweils 8 Lastausgänge auf der Rückseite: 8035-1: 8x IEC C13 und 8035-2: 8x IEC C13 Lock. In der zweiten Variante verhindern IEC-Lock-Anschlüsse das unbeabsichtigte Trennen der Kabel durch einen patentierten Schließmechanismus („IEC Lock“).

Diese Power Ports sind jeweils separat über ein Webinterface, über die serielle Schnittstelle, über SNMP oder den Taster am Gerät schaltbar. Dabei werden SNMPv3, SSL und IPv6 sowie Telnet, Radius und Modbus TCP unterstützt. Neben einer Gesamtstrommessung bietet die Serie zwei integrierte Energiezähler pro Lastausgang (Outlet-metered).

Die Messung einer Vielzahl elektrischer Größen ermöglichen es dem Anwender, Stromspar-Potenziale auf Geräte-Ebene in der IT-Umgebung zu erkennen und auszuschöpfen. Darüber hinaus erhält der Betreiber Warnmeldungen, wenn Fehlerströme auftreten (Differenzstrommessung Typ A). Dies ermöglicht vorbeugende Wartungsmaßnahmen noch bevor es zu Ausfallzeiten kommt.

Mit „Expert Power Control“ wird Stromverteilung und Fernsteurung von Servern möglich. Der Stromverbrauch sowie die Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit durch angeschlossene Sensoren wird erfasst.
Mit „Expert Power Control“ wird Stromverteilung und Fernsteurung von Servern möglich. Der Stromverbrauch sowie die Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit durch angeschlossene Sensoren wird erfasst. (Bild: Gude systems GmbH)

Somit ermöglicht die Technik das Schalten und Steuern von Servern und IT-Geräten im Server-Raum und Rechenzentrum aber auch Neustarts von PCs, Servern, Routern und Switches aus der Ferne. Zudem lässt sich der Stromverbrauch von Standby-Geräten durch Zeitplansteuerung reduzieren. Das Gude-Gerät läst sich in die Monitoring-Tools „PRTG“, „Icinga“, „Nagios“, „Power IQ“ und „Tivoli“ integrieren. Über angeschlossenen Sensoren lässt sich auch die Umgebung - Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck – überwachen.

Die Beschreibung ist fast eins-zu-eins auf das Modell Power Control 8045-Serie übertragbar. Allerdings besteht dieses aus zwei Varianten mit jeweils 12 Lastausgängen: 8045-1: 12x IEC C13 und 8045-2: 12x IEC C13 Lock. Die IP-Steckdosenleiste „Expert Power Control 8025-1“ hingegen besitzt 4 Lastausgänge IEC C13 auf der Rückseite.

Das Gude-Monitoring

Die Monitoring-Systeme von Gude lassen sich in Remote I/O-Systeme und LAN-Sensoren unterscheiden. Generell lassen sich über diese Sensoren und Schaltkontakte abfragen, Energieverbrauchszähler ausgelesen und über integrierte potenzialfreie Relais Schaltvorgänge ausgelösen. Nach Herstellerangaben zeichnen sich die kompakten Geräte durch einen geringen Eigenverbrauch aus.

Remote I/O erlaubt die Fernüberwachung und -steuerung räumlich entfernter Objekte mittels signalumsetzender Verfahren von einem oder mehreren Orten aus. Bei Gude lässt sich die Datenübertragung etwa per Modbus, TCP/IP und GSM bewerkstelligen. Dank integrierter schaltbarer Relaisausgänge, Signaleingänge und Sensor-Ports sind eine Vielzahl von Überwachungsszenarien umsetzbar.

Die LAN-Sensoren von Gude sind Web-basierte Monitoring-Systeme mit integrierter Sensorik. Diese erfassen Parameter wie Temperatur, Luftfeuchte, Luftdruck oder erkennen Wasserleckagen und Rauchentwicklung. Ein Monitoring auch in entfernten und unbeaufsichtigten Räumen erlaubt es, kritische Zustände frühzeitig zu erkennen und eine Alarmierung per eMail, SNMP-Trap oder SMS auszulösen.

Ein Beispiel der „Gude Expert Net Control 2111- / 2191“-Serie zum Monitoring im Rechenzentrum.
Ein Beispiel der „Gude Expert Net Control 2111- / 2191“-Serie zum Monitoring im Rechenzentrum. (Bild: Gude Systems GmbH)

Expert Net Control umfasst vier unterschiedliche Modelle. Die Serie „2111“ in einem stabilen Metallgehäuse verfügt über vier einzeln schaltbare Relaisausgänge und zwölf passive Signaleingänge zur Abfrage von NO/NC-Geräten. Jeder Signaleingang verfügt über eine Dreifachklemme mit Masse- und 12 Volt-Anschluss, so dass zusätzlicher Verkabelungsaufwand entfällt. Neben zwei Anschlüssen für Steckernetzteile zur redundanten Stromversorgung ist beim Expert Net Control 2111-2 die Versorgung über Power-over-Ethernet (PoE) möglich.

Das Monitoring System ist mit LED-Displays ausgestattet, die unter anderem über Sensorwerte, Stromversorgung und den Status der Eingänge/Ausgänge informieren. Dank der vier Sensoranschlüssen lässt sich das Gerät mit optional erhältlichen Sensoren zu einem Überwachungssystem ausbauen, das neben Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit auch Luftdruck, Leckage und Rauch meldet.

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