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Deepshore Cloud Compliance für grüne Energie Pilotanwender EON setzt auf Blockchain-basierte Abrechnung von Solar- und Windanlagen

Redakteur: Ulrike Ostler

Das Hamburger IT-Unternehmen Deepshore hat für die E-Kundenservice Netz GmbH, ein Unternehmen der EON-Gruppe, eine Blockchain-basierte Plattform entwickelt, die Prozesse vereinfacht und sicherer macht.

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Deepshore hat aus den Erfahrungen im Einzelhandel ein Blockchain-basiertes System für die Abrechnung grünen Stroms entwickelt, das im eiigenen Rechenzentrum funktioniert und Cloud-fähig ist.
Deepshore hat aus den Erfahrungen im Einzelhandel ein Blockchain-basiertes System für die Abrechnung grünen Stroms entwickelt, das im eiigenen Rechenzentrum funktioniert und Cloud-fähig ist.
(Bild: jan mesaros auf Pixabay)

Digitalisierung, Kommunikation und Vernetzung sind die Eckpfeiler der Energiewende. Denn statt 500 Großkraftwerken müssen 5 Millionen Kleinstkraftwerke vernetzt, gesteuert und abgerechnet werden. Zudem gilt für den Betrieb kritischer Infrastrukturen gilt vor allem eines: Sicherheit.

Sonne und Wind liefern den Strom nicht nur dann, wenn er benötigt wird. Vor allem bei guten Windverhältnissen kommt es vor, dass die Stromnetze die Überproduktion nicht aufnehmen können und das Einspeise-Management die Anlagen abregeln muss. Die Betreiber der Windparks werden dann für die Abschaltung entschädigt.

Diese Entschädigungen sind für die abgeregelte Energie zu zahlen und werden danach berechnet, wie viel bei normalen Netzbetrieb erzeugt worden wäre. Nach Angaben der Bundesnetzagentur lagen die Entschädigungsansprüche im Jahr 2018 insgesamt bei 635,4 Millionen Euro. Allein durch die E-Kundenservice Netz GmbH wurden im Jahr 393 Millionen Euro verrechnet.

Abrechnung und Verwaltung

Hinter diesen Summen stehen komplexe Abrechnungs- und Verwaltungsprozesse. Pro Monat können dies gut 8.500 Rechnungen sein.

Für die Abrechnung der einzelnen Anlagen werden Daten aus unterschiedlichen Quellen berücksichtigt, darunter auch Wetterdaten und Daten der Netzbetreiber, aus denen sich die mögliche Erzeugung ermitteln lässt. Ein Teil der Abstimmungs- und Prüfprozesse wurde bisher manuell bearbeitet.

Deepshore hat ein System konzipiert, dass auf dem Know-how aus dem Einzelhandel aufbaut. Falk Borgmann, Deepshore Solution Architekt, erläutert: „Als die Anfrage von EON kam, hatten wir bereits eine starke Lösung bei Handelsunternehmen im Einsatz und damit gute Erfahrungen. Die Energiebranche war allerdings Neuland für uns.“

Der Einsatz einer Blockchain allein kann die Anforderungen an ein fachliches Datenmodell aber noch nicht erfüllen. Die Lösung liegt in einer verteilten Datenbank, die die Daten speichert und über Blockchain-Technologie verifiziert. Durch eine Streuwertfunktion, ein so genanntes Hash-Verfahren, sind Informationen in der Datenbank gegen Manipulationen und Veränderungen geschützt.

Kooperation mit dem ZIB

Das Verfahren hat Deepshore in einer Forschungskooperation mit dem Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (Zuse-Institut) entwickelt . Bei E-Kundenservice Netz ist es nun erstmalig technisch implementiert. Die Verteilung der Daten verhindert eine unberechtigte Löschung von Informationen. Auf diese Weise ist eine Infrastruktur entstanden, die verteilt, performant und gleichermaßen konsistent ist.

Die komplexen Anforderungen sind dabei mit bestehenden Systemen im Einzelhandel aus IT-Sicht vergleichbar. Auf dieser Grundlage hat Deepshore die Lösungen für die Erfordernisse der Energiewirtschaft weiterentwickeln können: „Aufgrund unserer Erfahrungen mit revisionssicheren, verteilten Systemen im Handel und der damit verbundenen Wiederverwendbarkeit, konnten wir neben der reinen Konzeptionsphase einen Prototypen entwickeln und in einer Public-Cloud-Umgebung anbieten", sagt Deepshore-Projektleiter Tim Wedemann, der den Proof of Concept (PoC) organisierte. Gleichwohl kann das System auch auf einer hybriden Infrastruktur betrieben werden.

Logisch verteiltes System - mit Blockchain- (BC) und Datenbankknoten (DB)
Logisch verteiltes System - mit Blockchain- (BC) und Datenbankknoten (DB)
(Bild: Deepshore)

Der Prototyp veranschaulicht die auf der auditfesten Plattform benötigten Prozesse, wie die Berechnung der Entschädigungszahlungen, anhand gespeicherter Einspeise-Management-Maßnahmen und Winddaten. Besondere Bedeutung hat hier die Erzeugung eines Consensus, also die von allen betroffenen Teilnehmern akzeptierten Daten, die manuelle Nacharbeiten praktisch komplett unnötig machen. Das aufwändige und manuelle Clearing wird damit weitgehend überflüssig oder würde aus dem jeweiligen Kundensystem auf die gemeinsame Plattform transferiert werden.

Für Deepshore bestätigt die erfolgreiche PoC-Phase, dass mit der Nutzung Multicloud-fähiger, verteilter Open-Source-Technologien, auch die Regularien von deutschen Aufsichtsbehörden Cloud-fähig zu implementieren sind. „Wir konnten nach der Konzeption sogar den geforderten Funktionsumfang des Prototyps übererfüllen und freuen uns über den erfolgreichen Abschluss“, so Wedemann.

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