Der HCI-Anbieter Nutanix verfolgt eine Multi- und Hybrid-Cloud-Strategie, um seinen On-premises-Kunden zusätzliche Optionen zu bieten. Die bestehende Partnerschaft mit Amazon (AWS) wird durch eine mit MS Azure ergänzt. Um diese gemischte Infrastruktur zu unterstützen, lanciert Nutanix Kubernetes als Platform-as-a-Service „Karbon“. „Nutanix Central“ soll bald in der Lage sein, mehrere Clouds gleichzeitig zu verwalten. Die Security-Komponente " Flow Security Central" ist ebenfalls angekündigt.
Mit „Nutanix Central“ ist eine zentrale Konsole in der Entwicklung, die die Verwaltung mehrerer Clouds erlauben soll.
Auf seiner internationalen Online-Kundenkonferenz „Next“, an der nach offiziellen Angaben rund 34.000 Besucher teilgenommen haben, hat der HCI-Spezialist Nutanix seine Karbon Platform Services vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein auf der Container-Umgebung Kubernetes basierendes Platform-as-a-Service (PaaS)-Angebot für die Multi-Cloud mit automatisierten und systemverwalteten Sicherheitsfunktionen. Dadurch sollen sich Apps, die auf Microservices basieren, Cloud-übergreifend schneller entwickeln, bereitstellen und verteilen lassen. Die Mandantenfähigkeit der Apps soll gewährleistet sein.
Ein Anwendungsfall für den neuen „Karbon“-Service ((https://www.nutanix.com/de/products/karbon)) ist eine durchgehende Pipeline für Machine-Learning-Prozesse.
Dieses Angebot biete Software-Entwicklern eine schlüsselfertige Managed Services-Erfahrung, sowohl on-premises als auch in der Public Cloud und am Edge. Dadurch sind sie in der Lage, Cloud-native Applikationen zu erstellen und zu betreiben, die sie gleichzeitig von der darunterliegenden Infrastruktur entkoppeln können.
Dazu gehören auch Serverless Functions, wie sie im Edge Computing gebraucht werden, sowie Algorithmen für Machine Learning. IT-Betriebsteams sollen ein vereinfachtes und konsistentes Application-Lifecycle-Management und Sicherheits-Framework an die Hand bekommen. Nutanix erweitert so seine eigene Cloud Platform, die das Betriebssystem „AOS“ und den Hypervisor „AHV“ umfasst.
Need for Speed: In der nächsten Version des Nutanix-Betriebssystems „AOS“ werden Blockstore und Intel SPDK genutzt.
Um Workflows auf Karbon und der Cloud-Platform automatisieren zu können, hat Nutanix zudem „Xi Calm“ angekündigt. Dabei handelt es sich um eine gehostete Version der Nutanix-Software, die sich um Anwendungs-Management und -Orchestrierung. Sie soll vor allem DevOps-Teams unterstützen, doch wenn man berücksichtigt, dass Calm auch VMs und Public-Cloud-Instanzen starten und stoppen kann, dann lässt es sich auch dazu verwenden, Gebühren für die Nutzung der Public Cloud (AWS, Azure) zu sparen, wenn diese nutzungsbasiert abgerechnet werden.
Sie erlaubt es zunächst, dass Kunden ihre Nutanix Cloud-Infrastruktur (Cluster) auf Azure betreiben. Diese Kunden profitieren von „Azure Hybrid Benefits“ und erweiterten Sicherheits-Updates. Kunden können hybride Workloads über private und öffentliche Clouds hinweg ausführen, das heißt: Im Grunde wählt die Workload die optimale Cloud aus. Das öffnet Kunden das Tor zu erheblichen Kosteneinsparungen.
Microsoft und Nutanix arbeiten gemeinsam an einem einheitlichen Vertriebs- und Support-Modell für Kunden. Azure-Kunden können ihre bestehenden „Azure-Credits“ als Teil des „Microsoft Azure Consumption Commitment“ (MACC) verwenden, um Nutanix-Software zu erwerben. Umgekehrt können Nutanix-Kunden ihre bestehenden Lizenzen auf „Nutanix Clusters on Azure“ übertragen oder die Nutanix-Software je nach Bedarf über den Azure-Marktplatz konsumieren. Dadurch wird die Migration zwischen privaten und öffentlichen Clouds in Azure ohne Unterbrechungen möglich.
Zudem werden Nutanix und Microsoft Azure gemeinsam Support leisten. Das betrifft auch die Nutanix-Systemhäuser.
Nutanix und Microsoft wollen dafür sorgen, dass Kunden Server, Container und Datendienste auf der HCI-Software von Nutanix (Nutanix HCI) über die Steuerungsumgebung „Azure Arc“ managen können, sowohl on-premises als auch in Azure. Durch die Integration können Kunden zentrale Azure-Dienste in ihrer Nutanix-Umgebung nutzen. Dazu gehören „Azure-Arc-Server“, „Azure-Arc-Container“ und Azure-Arc-Datendienste. Azure-Cloud-Verfahren einschließlich „Azure-Security“ lassen sich damit auch on-premises anwenden.
Nutanix hat seine HCI-Architektur weiterentwickelt, um die modernsten Speichertechnologien zu nutzen, inklusive NVMe-basierter SSDs und „Intel Optane“ SSDs. Dabei wird der iSCSI-Bus mit RDMA verknüpft, so dass der I/O steigt und die Latenzzeit sinkt.
Need for Speed 2: NVMe- und „Intel-Optane“-basierte SSDs sowie „iSCSI over RDMA“ (iSER) sollen große Workloads um bis zu 50 Prozent beschleunigen.
Von der um bis 50 Prozent gesteigerten Performance profitieren besonders I/O-intensive Workloads wie große Datenbanken wie etwa „SAP HANA“ und hochskalierte Anwendungen im Gesundheitswesen. Die Weiterentwicklungen sollen auch die Dichte an VMs verbessern, um die TCO für alle Apps zu senken.
Stand: 08.12.2025
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Die neue Blockstore-Technologie des Unternehmens soll eine Selbstverwaltung von Speicher mit einer signifikant höheren Effizienz als bei klassischen Dateisystemen erlauben. Die HCI-Software von Nutanix unterstützt in Kürze das Storage Performance Development Kit (SPDK), eine von Intel entwickelte Open-Source-Bibliothek, die es Anwendungen ermöglichen soll, direkt auf NVMe-Kapazitäten zuzugreifen. Auf diese Weise werde jegliche Zusatzlast auf Betriebssystem- oder Kernel-Ebene vermieden, um eine noch schnellere Workload-Leistung zu erreichen.
Mehr Sicherheit
Nutanix verfolgt die Zero-Trust-Strategie eines durchgehenden Security-by-design. Auf der Konferenz der Hersteller „Flow Security Central“ angekündigt. Dabei handelt es sich um ein zentralisiertes, SaaS-basiertes Management, das Compliance-Monitoring, Netzwerktransparenz und Sicherheitsabläufe sowohl in privaten Clouds auf Basis von Nutanix als auch in öffentlichen Cloud-Umgebungen bieten soll. Diese Konsole dürfte also wohl das in Entwicklung befindliche Dashboard Nutanix Central ergänzen.
Der Schutz vor Ransomware steht bei Nutanix ganz oben auf der Agenda.
Zusätzlich zu Security Central hat Nutanix weitere Sicherheitsfunktionalitäten angekündigt, die sich in der Entwicklung befinden und die Kunden dabei helfen sollen, ihre Zero-Trust-Strategie zu stärken. Dazu gehören unter anderem Erweiterungen für den nativen Schlüsselmanager von Nutanix und die native Datenverschlüsselung, um eine vereinfachte und sichere Umgebung für Edge- und ROBO-Implementierungen zu liefern.
Der hauseigene Hypervisor AHV soll Unterstützung für „Virtualization-based Security„ (VBS) und „Credential Guard“ von Microsoft bieten und dabei helfen, Windows-VDI-Desktops gegen ausgeklügelte Angriffe auf Arbeitsspeicher zu schützen. Schließlich hat Nutanix neue Sicherheitszertifizierungen angekündigt, darunter aktualisierte FIPS-140-2-Zertifkate, die staatliche Anerkennung der Nutanix-Arbeiten zur Common-Criteria-Evaluierung sowie den Abschluss der Testprozesse für einen Eintrag auf der Liste „DoDIN Approved Products“ (mit DoD ist das Pentagon gemeint).
Virtualisiertes Networking mit VPC und Prism
Nutanix Xi Cloud ist das Fundament für die Cloud-basierten Nutanix-Angebote. Für virtuelles Networking ist „Nutanix Flow“ zuständig, das nativ in den HCI-Software-Stack von Nutanix integriert ist.
Für seine Cloud-Plattform „Xi“ hat Nutanix mit „Xi Leap“ einen Disaster-Recovery-as-a-Service vorgestellt.
Basierend auf den bewährten Virtual-Private-Cloud (VPC)-Konstrukten, die von vielen großen Public-Cloud-Anbietern verwendet werden, soll „Flow Networking“ die Aufgabe erleichtern, softwaregesteuerte Netzwerke (SDNs) zu erstellen, zu isolieren und zu verwalten, die Anwendungen in privaten Rechenzentren sowie in öffentlichen Cloud-Umgebungen miteinander verbinden. Die Technologie soll mit der AHV-Virtualisierung des Unternehmens integriert werden.
Das ebenfalls in Entwicklung befindliche Tool „Prism Ultimate“, eine neue Ausgabe der Konsole „Prism“, enthält zusätzliche Funktionalitäten für innovative Anwendungsanalysen und Automatisierungsmöglichkeiten, um anwendungsspezifische Infrastrukturengpässe zu beseitigen.
Zudem macht Prism Ultimate den Verbrauch von Cloud-IT-Ressourcen transparent, so dass sich IT-Kosten gezielt senken und Budgets genauer planen lassen. Zudem kann Prism die Umgebungen von Drittanbietern überwachen, darunter verbreiteter Virtualisierungsstacks. So sollen Kunden eine zentrale Sicht auf ihre gesamte Infrastruktur, inklusive Legacy-Infrastruktur-Umgebungen, erhalten.
* Michael Matzer ist freier Autor und lebt in Stuttgart.