Kunststoff für Aggregate und Brennstoffzellen für das SDC von Microsoft

Neue Technik steigert die Effizienz im Rechenzentrum

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Ulrike Ostler

So sehen die Elemente des Plastik-Wärmetauschers aus, die den Kern der neuen Munters-Kühlung "Oasis" für Rechenzentren bilden.
So sehen die Elemente des Plastik-Wärmetauschers aus, die den Kern der neuen Munters-Kühlung "Oasis" für Rechenzentren bilden. (Bild: Rüdiger)

Hohe Energie-Effizienz gehört heute zu den wichtigen Qualitätsmerkmalen von Rechenzentren. Schrittweise helfen technische Verbesserungen. Das zeigen einige Beispiele von der Kongressausstellung Datacloud Europe, die jüngst in Monaco stattfand.

Es muss nicht immer Eisen sein. Vielmehr lässt sich auch aus unspektakulärem Plastik ein hocheffizienter, gewichtssparender Wärmetauscher für Rechenzentren bauen. Das beweist Munters. Das britische Unternehmen stellte die aktuelle Weiterentwicklung seiner „Oasis“-Kühlsysteme auf der „Datacloud Europe“ vor.

Das System trennt Innen- und Außenluft konsequent und vollständig voneinander. So können Staub oder Gase von außen niemals ins Rechenzentrum gelangen. Die Innenluft durchströmt anders als üblich in gerader Richtung das Wärmetauscher-Aggregat aus Plastik „EPX“ (Evaporative Polymer Exchanger) , wobei sie ihre Wärme abgibt.

Dies tut sie in einem von drei Modi: bei mäßigen Temperaturen reicht es, dass die kühlere Außenluft den Wärmetauscher von allen Seiten umstreicht. Ist es wärmer, wird der Wärmetauscher zusätzlich mit kaltem Wasser benetzt, anschließend führt Außenluft den Wasserdampf ab. Schließlich können auch zwei kleine Kompressoren auf dem Dach zugeschaltet werden, die die erwärmte Umgebungsluft abpumpen.

Zwei Modelle für die Aggregate

Erhältlich sind Aggregate mit Leistungen zwischen 125 („Oasis 100“) und 480 Kilowatt („Oasis 400“), die zwischen rund 8 und rund 30,5 Quadtarmeter Fläche verbrauchen. Der Luftstrom liegt minimal bei 10.000 und maximal bei 96.000 Kubikmeter pro Stunde.

Das System funktioniert ab einer Umgebungstemperatur im Rechenzentrum von 22 Grad Celsius und bei Außentemperaturen zwischen -45 und +30 Grad, eignet sich also für nördliche und mittlere Klimazonen. Das zum Verdunsten verwendete Wasser muss keinerlei spezielle Anforderungen erfüllen.

Munters beginnt gerade erst seine Expansion nach Deutschland. In Saarbrücken probiert das erste hiesige Unternehmen die Technologie aus. Wer das ist, wollte der Hersteller noch nicht verraten.

Leistung schrittweise erweitern

Konsequent auf modulare Bauweise setzt auch Commscope. Der Hersteller, ursprünglich eher im Kabel-Segment zu Hause, beschäftigt sich seit dem Ankauf eines DCIM-Anbieters verstärkt mit dem Thema Rechenzentrum und hat ein modulares RZ-Konzept entwickelt. Dessen Module (DCU, Data Center Units) fassen ein, vier, 10, 20 oder 30 Racks. Aus ihnen lassen sich Tier-2- und 3-Rechenzentren bauen, die durch den Anbau weiterer Module beliebig erweiterbar sind.

Das System arbeitet mit Freiluftkühlung. Ist es zu warm, wird die Lufttemperatur mit indirekter Verdunstung gekühlt. Ob das der Fall ist, stellt eine intelligente Steuerung fest. Die Außenluft wird in einem separaten Raum vor den Server-Racks angesaugt, gefiltert und gegebenenfalls temperiert. Dann wird sie durch die Rechnergänge gepustet.

Über den Racks befindet sich mittig eine Aufsatzeinheit für je 20 Racks, welche die Heißluft absaugt und nach draußen transportiert. Commscope hat bereits zwei Referenz-Rechenzentren mit den Modulen errichtet, eines aus 40 Modulen für CSC in Finnland und eines für die Universität von Montana (USA).

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