Angriffe auf kritische Infrastrukturen Neue Art von Cybeangriffen: Killware gefährdet das Leben von Menschen

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Thomas Joos

Bei Killware oder auch Lethal Malware handelt es sich um Varianten von Malware, die das Verletzen oder Töten von Menschen im Fokus hat. Im Gegensatz zu herkömmlicher Malware soll Killware keine Daten manipulieren oder Hardware beschädigen, sondern gezielt Menschen verletzen oder töten.

Anbieter zum Thema

Automatisierung im Datencenter (Bild von kewl auf Pixabay )
Automatisierung im Datencenter (Bild von kewl auf Pixabay )
(Automatisierung im Datencenter (Bild von kewl auf Pixabay ))

Im Gegensatz zu herkömmlicher Malware lässt sich daher der Schaden, den Killware verursacht, nicht finanziell kompensieren. Die Kosten von menschlichen Fehlern steigen bei Killware sehr hoch. In den meisten Fällen dringt Malware nicht auf Grund von Sicherheitslücken in Systemen ein, sondern nutzt diese nur zusätzlich aus.

Durch weiter verbreitete Digitalisierung und Automatisierung in allen Bereichen des menschlichen Lebens, gibt es viele Möglichkeiten für Psychpathen Killware einzusetzen. Beispiele dafür sind Roboter, autonome Autos und Drohnen, Smart Homes und Smart Factories und viele weitere Einsatzszenarien. Auch Infrastrukturen im Verkehrswesen, wie Ampeln, digitale Verkehrsschilder oder Steuerungen von Busen und Bahnen sind gefährdet. Flugsteuerungssysteme stellen ebenfalls ein Ziel für Angreifer dar.

Im letzten Jahr haben Hacker ein Wasserkraftwerk in Oldsmar, Florida angegriffen. Dabei wollten die Angreifer das Werk nicht nur sabotieren, sondern haben gezielt versucht das Wasser zu verschmutzen um den Bürgern zu schaden. Zwar konnten die Verantwortlichen den Angriff verhindern, aber der Angreifer wurde nicht gefunden. Bei dem Angriff wurden keine finanziellen oder politischen Forderungen gestellt. Die Attacke hatte ausschließlich das Ziel die Bürger zu verletzen.

Durch den Boom autonomer Fahrzeuge können Angreifer mit Killware großen Schaden verursachen, wenn die Fahrzeuge nicht ausreichend vor Killware geschützt sind. Sicherheitslücken in den Fahrzeugen können verheerende Folgen haben.

Gartner geht davon aus, dass in den nächsten Jahren die Angriffe mit Killware deutlich ansteigen werden. Betreiber von kritischer Infrastruktur sollten sich gut darauf vorbereiten. Es ist zu erwarten, dass die bisher erfolglosen Angriffe mit Killware in Zukunft auch erfolgreich sein werden, wenn die Betreiber ihre Infrastrukturen nicht maximal absichern um Bürger zu schützen.

Derzeit konzentriert sich Killware vor allem auf Computer von kritischen Infrastrukturdiensten. Herkömmliche PCs und Notebooks sind nicht im Fokus der Angreifer. Dafür ist aber zu erwarten, dass in Zukunft auch autonome Fahrzeuge häufiger zum Ziel der Angreifer werden. Hier sollten sich Eigentümer solcher Fahrzeuge rechtzeitig über mögliche Optimierungen der Sicherheit informieren, die sie selbst durchführen können. In den meisten Fällen müssen sich Kunden aber darauf verlassen, dass der Anbieter seine Geräte so sicher wie möglich programmiert, damit Killware keine Chance hat.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung