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Eco Verband der Internetwirtschaft e.V.: Gute Aussicht! Nach dem Corona-Tief kommt die Internet-Wirtschaft wieder ins Plus

| Autor: Sarah Gandorfer

Die Internet-Wirtschaft hierzulande wird durch Covid-19 nur kurzfristig ausgebremst, so eine Prognose des Eco Verband der Internetwirtschaft e.V. Zwar komme es zu einem Wachstumsrückgang, doch insgesamt werde sich die aktuelle Krise als Katalysator für Wachstum entpuppen. Bereits ab 2021 soll das Umsatzwachstum wieder zweistellig sein.

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Langsam erholt sich die deutsche Internetwirtschaft wieder.
Langsam erholt sich die deutsche Internetwirtschaft wieder.
(Bild: © lovelyday12 - stock.adobe.com)

Nachdem der Eco Verband und die Analysten von Arthur D. Little mit ihrer Studie aus dem Jahr 2015 zur Entwicklungen der Internetwirtschaft in Deutschland mit einer Genauigkeit von 95,5 Prozent richtig lagen, versuchen sie es gleich noch einmal. Diesmal haben sie den Zeitraum von 2020 bis 2025 sowie die Auswirkungen der Coronakrise im Blick. Dabei orientiert sich die Studie an Szenarien von IFO und IWF und legen einen BIP-Einbruch von rund minus fünf Prozent für dieses Jahr zugrunde, der eine Lockerung des Shutdown ab Sommer 2020 unterstellt und mit einer Erholung für 2021 bis 2022 einhergeht.

Dabei sind die Analysten optimistisch, dass es zwar kurzfristig in vielen Bereichen der Internet-Wirtschaft zu negativen Effekten kommt – sie prognostizieren einen Wachstumsrückgang von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch insgesamt wird die Internet-Wirtschaft zwischen 2019 bis 2025 um durchschnittlich 9,5 Prozent pro Jahr wachsen. Für 2025 schätzen sie den Umsatz auf 254 Milliarden Euro (2019: 147 Milliarden Euro).

Kurz- und langfristige Auswirkungen

Die Analyse unterscheidet dabei die Segmente:

  • Smart Industries & Paid Content
  • Aggregation & Transactions
  • Services & Applications
  • Network, Infrastructure & Operations

Insbesondere der Bereich Aggregation & Transactions wird kurzfristig deutliche Einbußen verzeichnen, da negative Effekte auf dem B2B- sowie dem B2C-E-Commerce-Markt auftreten werden. Schon kurzfristig gehören Netzwerk- und Infrastrukturanbieter zu den Profiteuren, da sich der Trend zu höheren Brandbreiten beschleunigt.

Auch die Bereiche IaaS sowie SaaS stehen vor einem starken Wachstum. Während die Coronakrise zu einem starken Einbruch führt, wächst die Internet-Wirtschaft ab 2021 wieder jährlich um 11,8 Prozent über alle Layer hinweg, prognostiziert der Eco Verband.

Werbung und Unterhaltung

Momentan stark von den Einflüssen von Covid-19 betroffen sind von anderen Wirtschaftsbereichen abhängige Segmente wie Online Advertising. Zudem müssen Industrial IoT oder alle im Bereich Automotive & Mobility angesiedelten Anbieter mit einem Minus rechnen. Beim E-Commerce haben Dienstleister, die für den Reisemarkt arbeiten, derzeit das Nachsehen. Aber auch im Mobilfunksegment gibt es Umsatzeinbrüche durch Mobilitäts- und Reisebeschränkung. Beeinträchtigt ist ebenfalls das Segment Transport und Logistik.

Kurzzeitige gesteigerte Nachfrage ist hingegen bei Unterhaltungs- und Kommunikationsdiensten zu verzeichnen. Der Lockdown führt zu einer vermehrten Nutzung von Gaming sowie Streaming-Diensten. Hinzu kommen erhöhte Investitionen in Cybersecurity, Remote Work und in die Migration von Unternehmensdaten auf Cloud-Plattformen, da mehr von zuhause aus gearbeitet wird.

Gute Chancen in den kommenden Jahren haben Cloud-Services sowie digitale Geschäftsmodelle im Bereich Education sowie Healthcare. Auch Festnetzbetreiber können sich freuen, dann der Bedarf an schnellen Internet-Zugängen steigt den Marktforschern zufolge.

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Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS