Veritas-Studie zur Hybrid Cloud

Multi-Cloud – Mehr Risiken, Komplexität und Akzeptanz

| Redakteur: Ulrike Ostler

Der Gesamtprozentsatz der in Public und Private Clouds betriebenen Workloads beträgt 66 Prozent, die restlichen 34 Prozent werden jedoch weiterhin in herkömmlichen Vor-Ort-Infrastrukturen ausgeführt.
Der Gesamtprozentsatz der in Public und Private Clouds betriebenen Workloads beträgt 66 Prozent, die restlichen 34 Prozent werden jedoch weiterhin in herkömmlichen Vor-Ort-Infrastrukturen ausgeführt. (Bild: Veritas)

Die IT-Verantwortlichen lagern sowohl Anwendungen wie CRM und ERP in die Cloud aus als auch in ähnlichem Maße weniger kritische Workloads. Die Erkenntnis stammt aus der Studie „Hybrid Cloud: Die aktuelle Lage“ von Veritas Technologies. Insgesamt setzen fast drei Viertel der Unternehmen mehrere Public und Private Clouds ein.

Die Studie untersucht, in welchem Tempo Unternehmen ihre Workloads in Public und Private Clouds migrieren und die Gründe dafür. Zum Informationsgewinn zählen:

  • Rund 74 Prozent der Unternehmen nutzen mehrere Cloud-Anbieter.
  • Deutschland liegt beim Thema Public-Cloud-Nutzung auf dem letzten Platz.

Für die Studie befragte Veritas in Zusammenarbeit mit der Cicero Group weltweit 1.800 IT-Führungskräfte in Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern und mit mindestens 75 Terabyte verwalteter Daten. 250 Teilnehmer kamen aus Deutschland.

Traditionelle Workloads in Vor-Ort-Infrastrukturen machen gegenwärtig 34 Prozent aller Workloads aus. Diese Zahl wird jedoch laut den Ergebnissen der Studie in den nächsten zwölf Monaten um 36 Prozent sinken.
Traditionelle Workloads in Vor-Ort-Infrastrukturen machen gegenwärtig 34 Prozent aller Workloads aus. Diese Zahl wird jedoch laut den Ergebnissen der Studie in den nächsten zwölf Monaten um 36 Prozent sinken. (Bild: Veritas)

Stefan Henke, Managing Director DACH Region bei Veritas Technologies, kommentiert die Bedeutung der Untersuchung: „Die Studie verdeutlicht die aktuelle Lage der Hybrid Cloud“, sagt er. „Unternehmen nutzen verstärkt heterogene Lösungen. Aus der Perspektive des Information Management kann dies allerdings die Komplexität erhöhen. Organisationen müssen wachsamer als je zuvor sein, um die ‚blinden Flecken’ der IT und mögliche Sicherheitsrisiken zu erkennen. Nur so können sie ungeplante Ausfallzeiten oder gar eine Informationskrise vermeiden“.

Zu den Ergebnissen gehört weiterhin:

  • 38 Prozent der Workloads werden in einer Private Cloud betrieben, 28 Prozent in einer Public Cloud. Laut der Studie werden sich diese Zahlen in den kommenden zwölf Monaten voraussichtlich um sieben beziehungsweise 18 Prozent erhöhen.
  • 74 Prozent der Unternehmen arbeiten heute mit mindestens zwei Cloud-Infrastrukturanbietern zusammen, um ihre Anforderungen zu erfüllen. 23 Prozent setzen sogar auf vier oder mehr Anbieter. Das erhöht den Druck auf die IT-Abteilungen, die Daten über alle diese Umgebungen hinweg zu sichern und zu verwalten.
  • Deutsche Unternehmen liegen in dieser Kategorie hinter den Befragten aus anderen Ländern zurück: Lediglich 40 Prozent verlassen sich hierzulande auf Public Clouds.
  • In Japan und Brasilien wurden bereits zirka 50 Prozent mehr Workloads in die Public Cloud verlagert als in Deutschland, Frankreich, Kanada und den USA.

Bei der Verteilung nach Branchen liegt die Fertigungsindustrie auf dem ersten Platz. Sie führt 30 Prozent ihrer Workloads in der Public Cloud aus. Der zweite Rang geht an Telekommunikationsunternehmen mit 24 Prozent, gefolgt vom Gesundheits- und Finanzwesen mit jeweils 23 Prozent. Der öffentliche Sektor bildet mit 16 Prozent das Schlusslicht.

IT-Organisationen geraten stärker unter Druck, da sie gewährleisten müssen, dass Daten in einer zunehmend gemischten und uneinheitlichen Umgebung adäquat gesichert und verwaltet sowie optimal für die Entscheidungsfindung genutzt werden. Denn es ist höchst unwahrscheinlich, dass Amazon Web Services die notwendigen Tools bereitstellen wird, um Datenressourcen in der Azure-Cloud von Microsoft zu verwalten oder umgekehrt. Diese Aufgabe wird der IT zufallen.
IT-Organisationen geraten stärker unter Druck, da sie gewährleisten müssen, dass Daten in einer zunehmend gemischten und uneinheitlichen Umgebung adäquat gesichert und verwaltet sowie optimal für die Entscheidungsfindung genutzt werden. Denn es ist höchst unwahrscheinlich, dass Amazon Web Services die notwendigen Tools bereitstellen wird, um Datenressourcen in der Azure-Cloud von Microsoft zu verwalten oder umgekehrt. Diese Aufgabe wird der IT zufallen. (Bild: Veritas)

Safety First

Mehr als ein Drittel der Befragten nennt die Kosten als wichtigstes Argument für die Public-Cloud-Nutzung. Sicherheit ist jedoch weiterhin das größte Hemmnis. Die Hälfte der Befragten nannte Sicherheits- und Sicherungsarchitekturen als Hauptgrund, die Public Cloud zu meiden.

Sicherheit ist auch in deutschen Unternehmen ein zentraler Aspekt: 41 Prozent erwarten hier eine Verbesserung durch die Einführung einer Hybrid Cloud – das ist international der höchste Prozentsatz. Sicherheit ist jedoch gleichzeitig der wichtigste Faktor für die Zufriedenheit der Unternehmen mit Public-Cloud-Angeboten. Anbieter von Public-Cloud-Lösungen sollten ihre Vorteile in puncto Sicherheit und Erfolg daher besser kommunizieren.

Eine beachtliche Anzahl der Befragten gab an, dass sie bestimmte Workloads immer innerhalb des Unternehmens ausführen und nicht in die Cloud verlagern würden. 28 Prozent nannten in diesem Zusammenhang beispielsweise Backup und Wiederherstellung, 27 Prozent Disaster Recovery und 26 Prozent Archivierung oder Data Warehousing.

Zwar verlagern die Unternehmen auch "kiritische Workloads" in die Public Cloud, doch geht aus den Forschungsergebnissen auch hervor, dass Unternehmen nicht komplett auf die Cloud umstellen werden.
Zwar verlagern die Unternehmen auch "kiritische Workloads" in die Public Cloud, doch geht aus den Forschungsergebnissen auch hervor, dass Unternehmen nicht komplett auf die Cloud umstellen werden. (Bild: Veritas)

Rund 81 Prozent der Unternehmen greifen sowohl bei der Implementierung als auch der laufenden Betreuung auf die Services von Dienstleistern zurück. Die heterogene und komplexe Zusammensetzung von Cloud-Lösungen wird daher wohl weiterhin eine Herausforderung für IT-Abteilungen bleiben.

Der vollständige Bericht „Hybrid Cloud: Die aktuelle Lage“ beinhaltet vier Schritte sollen Organisationen dabei helfen, agil zu bleiben und die inhärenten Risiken bei der Umsetzung von Hybrid-Cloud-Umgegungen zu minimieren.

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