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Bei der ERP-Implementierung helfen keine Zauberworte Mehr Gewicht auf die Adaptionskosten legen

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Es sind stets die berühmten drei kleinen Worte, die das Herz der IT-Einkäufer erweichen sollen: „Return on Investment“, kurz ROI, ist die Zauberphrase, mit der fast jeder Softwarehersteller um die Gunst des Käufers wirbt. Prominent platziert finden sich darum komplexe Online-Rechner zu diesem Thema auf den Homepages der ERP-Anbieter.

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Damit das ERP-System nicht zum Millionengrab wird, sollten auch Kosten für notwendige Anpassungen in der Kalkulation berücksichtigt werden.
Damit das ERP-System nicht zum Millionengrab wird, sollten auch Kosten für notwendige Anpassungen in der Kalkulation berücksichtigt werden.
( Archiv: Vogel Business Media )

Dabei geht es um den Beweis, dass kurz nach dem Kauf des Systems die Kosten bereits wieder eingespielt werden. Ein Tor, wer angesichts dieser rosigen Aussicht nicht zuschlägt? Den Nutzen eines ERP-Systems in seiner Gesamtheit zu quantifizieren, ist in der Praxis allerdings gar nicht so einfach. Während sich Variablen aus der Produktion relativ leicht in ihre monetären Äquivalente umrechnen lassen, ist dies bei der Mitarbeiterzufriedenheit und agileren Prozessen denkbar schwerer.

Damit zeigen sich die Unterschiede zu anderen Bereichen, in denen die ROI-Rechnung mit weitaus einfacheren Mitteln möglich ist: Wer sich etwa zum Kauf einer neuen Business-Process-Management-Lösung entscheidet, macht dies in vielen Fällen mit klarem Blick auf eine eng umrissene Prozesskette. Die Probleme sind klar ersichtlich, das ungefähre Potenzial abschätzbar und die Kosten der Implementierung bekannt. Mit dem Kauf einer entsprechenden Software sind also klare Vorteile verbunden – bei gleichzeitig absehbaren Folgekosten.

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Steter Wandel

Bei ERP-Anwendungen sind Input und Output weniger eindeutig in Zahlen zu fassen. Während sich also der ROI hier nicht so ohne Weiteres berechnen lässt, sind die Gründe für den Wechsel oder eine Erweiterung der ERP-Lösung ganz klar. Es sind in der Regel Veränderungsprozesse, die einen solchen Schritt unausweichlich machen. Ob Akquisitionen, schärferer Wettbewerb oder Produktionserweiterungen – nie zuvor gehörte der Wandel so sehr zum Tagesgeschäft des IT-Managements.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass in vielen Organisationen ein Dauer-Bautrupp mit dem Anpassen der Systeme beschäftigt ist. Beim Kauf boten zwar die Versprechungen einer serviceorientierten Architektur den Blick auf eine flexiblere Zukunft. Tatsächlich aber ist es noch immer nur wenigen Eingeweihten möglich, ERP-Systeme an neue Rahmenbedingungen anzupassen. So zahlen nicht wenige Firmen Jahr für Jahr horrende Beträge für Berater, die fällige Systemänderungen umsetzen.

Welche andere Kalkulationsgrundlage Unternehmen für ihre ERP-Investitionen wählen sollten, lesen Sie nach dem Umblättern.

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