Auto-cpufreq optimiert Linux-Systeme im Hintergrund Mehr Effizienz durch automatische CPU-Regelung

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Das Tool „Auto-cpufreq“ regelt die CPU-Frequenz unter Linux automatisch anhand von Last, Temperatur und Energieversorgung. Das Werkzeug optimiert Leistung und Akkulaufzeit ohne manuelle Eingriffe, läuft als Daemon im Hintergrund und bietet flexible Konfiguration sowie detaillierte Diagnosefunktionen.

„Auto-cpufreq“ optimiert Linux-Systeme im Hintergrund. (Bild:  Thomas Joos)
„Auto-cpufreq“ optimiert Linux-Systeme im Hintergrund.
(Bild: Thomas Joos)

Das Open Source-Tool Auto-cpufreq steuert unter Linux die Taktfrequenz von Prozessoren automatisch und berücksichtigt dabei Last, Temperatur, Energiepfad und Ladezustand. Gedacht ist Auto-cpufreq primär für Laptops und mobile Workstations, die von längerer Akkulaufzeit profitieren.

Aber auch Server mit moderatem Leistungsbedarf können durch geringeren Stromverbrauch profitieren. Auf neuer Hardware können Einschränkungen auftreten, da die nötigen Kernel-Treiber nicht immer vollständig unterstützt werden.

Die distributionsübergreifende Kompatibilität und die schlanke Umsetzung ohne grafische Pflichtkomponenten machen das Werkzeug zugleich für Headless-Setups interessant. Das Werkzeug greift auf Kernel-Schnittstellen zurück und arbeitet vollständig benutzerseitig, wodurch keine Eingriffe in den Kernel selbst notwendig werden. Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Leistung und Energieverbrauch, das ohne manuelles Nachjustieren durch den Administrator funktioniert.

Funktionsprinzip und Steuerung

Die Software analysiert kontinuierlich Systemwerte und entscheidet, welcher CPU-Governor aktiv ist und wie minimale sowie maximale Frequenzen gesetzt werden. Auch der Turbo-Modus wird dynamisch an- oder abgeschaltet, abhängig von Last und Versorgungssituation.

Im Standardmodus wählt Auto-cpufreq ein Gleichgewicht, das in typischen Szenarien zu stabiler Performance bei deutlich verlängerten Akkulaufzeiten führt. Wer spezielle Vorgaben benötigt, kann über Konfigurationsdateien oder Kommandozeilenparameter eigene Profile für Netz- und Batteriebetrieb definieren und Governor oder Turbo-Verhalten gezielt überschreiben.

Betriebsarten und Diagnose

Zur Verfügung stehen mehrere Modi. Im Monitor-Modus zeigt das Tool, welche Optimierungen möglich wären, ohne tatsächlich einzugreifen. Mit "Live" werden Anpassungen temporär vorgenommen und beim Neustart wieder verworfen. Erst die Installation als Daemon macht die Änderungen dauerhaft und sorgt für eine kontinuierliche Hintergrundsteuerung.

Über Befehle wie "auto-cpufreq --stats" lassen sich aktuelle Frequenzen, Auslastungen und Entscheidungen des Systems einsehen. Eine grafische Oberfläche ergänzt die CLI um ein Desktop-Icon und ein interaktives Menü.

Distributionen und Installation

Das Projekt unterstützt Architekturen mit Intel-, AMD- und ARM-CPUs. Für die Installation stehen mehrere Wege offen. Am zuverlässigsten arbeitet der „Git“-basiere Installer, daneben existieren Pakete für „Snap“, „AUR“ oder „Gentoo GURU“. Auf „NixOS“ lässt sich Auto-cpufreq über Flakes einbinden. Nach erfolgreicher Einrichtung läuft der Daemon als systemd-Service und startet automatisch beim Booten. In Umgebungen mit GNOME deaktiviert das Tool den Power-Profiles-Daemon, um Konflikte zu vermeiden. Auch „TuneD“ wird automatisch abgeschaltet, sofern es aktiv ist.

Neben der Frequenzsteuerung können Ladegrenzen definiert werden, was vor allem bei „Thinkpads“ und „Ideapads“ funktioniert. Anwender legen im Config-File fest, ab welchem Ladezustand der Akku wieder gefüllt werden soll und bei welchem Prozentsatz die Ladung stoppt.

Auch das Deaktivieren von Bluetooth beim Booten lässt sich konfigurieren, um Strom zu sparen. Treten Probleme mit Skalierung oder Turbo-Funktion auf, hilft ein Wechsel vom intel_pstate- oder amd-pstate-Treiber auf acpi-cpufreq über die GRUB- oder systemd-boot-Konfiguration.

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