Fertige Containerlösung für flexiblen Einsatz

Kyoto-Kühlung: Mit Schwungrädern effizient freie Kühlung nutzen

06.04.2010 | Redakteur: Ulrich Roderer

KyotoCooling: neues freies Kühlkonzept im Container
KyotoCooling: neues freies Kühlkonzept im Container

Ein kleines Team von Holländern ist gerade dabei, die Klimatisierung mit einer bekannten Wärmetrauscher-Technologie zu revolutionieren. Kyoto-Kühlung hat den Vorteil, modular und platzsparend zu sein.

KyotoCooling erfindet das Rad zwar nicht neu, aber seinen Einsatz. Ein Rad aus Aluminiumröhren von sechs Metern Durchmesser dient in dem neuen System der Holländer als Wärmetauscher. „Diese Technologie der Rotationswäretauscher wird beispielsweise in der Automobilbranche eingesetzt, um die Luft in Lackierereien zu kühlen“, sagt Mees Lodder, Consultant und Mitbegründer von KyotoCooling. Sie ist seit Jahrzenten im Einsatz, aber meist zur Belüftung und Energierückgewinnung.

Jetzt bemüht sich KyotoCooling, diese Technik im Datacenter als Kühllösung für die Klimatisierung zu etablieren und kann auch schon erste erfolgreiche Installationen vorweisen. So ging jetzt das Rechenzentrum der Rotterdam Internet Exchange Site mit einer redundanten Installation der Kühleinheiten live.

Das besondere des Kyoto-Konzepts ist der Container-Ansatz. Die Kühleinheit wird komplett installiert und getestet im Container angeliefert und muss nur noch an Strom und Wasser angeschlossen werden. Im Rotterdamer Fall konnte eine alte Garage als Ausstellungsort platzsparend genutzt werden.

Das Container-Prinzip

Das Aluminiumrad der Kyoto-Kühllösung kann bei 10 Umdrehung pro Minute ca. 150.000 Kubikmeter Luft an der Unterseite ansaugen und damit die Raumtemperatur im Rechenzentrum auf 25 Grad halten. Das System der Holländer nutzt dabei freie Kühlung. Anders aber als bei Ansätzen, die direkt Außenluft in das Rechenzentrum saugen, wird hier die Luft gefiltert und entsprechend die Feuchtigkeit reguliert. Ideale Betriebstemperatur für diese Lösung ist nach Lodder 22 Grad.

Doch auch bei höheren Außentemperaturen leistet die Kyoto-Kühlung einen Beitrag, um den Energiebetrag für zusätzliche Kühlung wie wassergekühlte Generatoren zu minimieren. Selbst in heißen Wüstengegenden soll nach Lodder seine Lösung noch funktionieren und verringert nachts dann den Strombedarf.

Zum Konzept der Kyoto-Kühlung gehört die Kalt/Warmgangtrennung im Rechenzentrum für optimale Luftstromtrennung. Es gibt bisher zwei Formen der Kyoto-Kühleinheit. Es gibt eine fertig vorfabrizierte Einheit, die einfach angrenzend an die Wand oder auf das Dach des Rechenzentrums installiert wird. Sie ist ausgelegt für Lasten von 90kW, 300kW oder 450kW. Die zweite Möglichkeit ist eine an oder auf das Gebäude angebaute Einheit, die für höhere lasten von 600kW, 750kW oder 850kW ausgelegt ist. Beide Designs lassen sich redundant auslegen, je nach Anforderungen der Ausfallsicherheit.

Der modulare Aufbau

„Wir haben die Lösung modular angelegt und bieten über ein Managementsystem auch die Steuerung aus einer Hand an, um so den Administrationsaufwand zu minimieren“, sagt Lodder.

Das System ist so ausgelegt, dass es autonom funktioniert und sich fast in Echtzeit auf die Bedingungen im Rechenzentrum einstellt. Die Steuerung übernimmt dabei der Java-basierte Kyoto Eco Controller von Tridium. Es kommuniziert mit der installierten Infrastruktur über LON-Bus, MODBUS oder TCP/IP und übernimmt die Prozessvisualisierung, Alarmsteuerung und Auswertung der Messdaten.

Über 240 I/O-Punkte sind in einer Kyoto-Einheit installiert und werden von dem Eco Controller überwacht. Das Controller-System basiert auf einer Matrix möglicher Fehler mit redundanten Controllern zwischen den Geräten und dem Eco Controller, so dass diese bei Ausfall des Hauptcontrollers weiter funktionieren.

The KyotoCooling-Prozess besteht aus zwei Hauptmechanismen, die den Luftfluss und die Temperatur steuern. Die ausgefeilte Lösung zur Steuerung der Luftzirkulation von AirLull kann in die Kyoto-Lösung integriert werden.

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