Zu geringe Margen

Kälte-Anlagenbauer Munters löst in Europa sein Rechenzentrumsgeschäft auf

| Autor: Ulrike Ostler

Das IEC-System „Munters Oasis“ ist etwa beim Co-Locator Digiplex in Oslos im Einsatz.
Das IEC-System „Munters Oasis“ ist etwa beim Co-Locator Digiplex in Oslos im Einsatz. (Bild: Digiplex)

Der schwedische Hersteller von Klima- und Kälteanlagen Munters will sein Rechenzentrumsgeschäft in Europa, dem mittleren Osten und Afrika auflösen. Das Unternehmen plant die Schließung einer spezialisierten Fabrik in Dison, Belgien. Wie die lokale Publikation „RTBF“ (s.u.) veröffentlicht, sind 216 Arbeitsplätze betroffen.

Der Umstrukturierungsplan steht im Geschäftsbericht 2018, der jetzt veröffentlicht wurde. Obwohl Munters im Jahr 2017 mit 450 Millionen Schwedischen Kronen, rund 42,7 Millionen Euro, einen hohen Auftragsbestand im Datacenter-Bereich verzeichnen konnte, brachte das vierte Quartal 2018 einen deutlichen Verlust.

Munters produziert seit 1955 Klimageräte, im Wesentlichen Luftentfeuchter, und wird derzeit von einem Interimspräsidenten geleitet, dem CEO Johan Ek. Er sagt: „Das Ergebnis des vierten Quartals war geprägt von erfreulichen Trends in vielen unserer Aktivitäten, aber auch von anhaltenden Enttäuschungen im Rechenzentrumsgeschäft.“

Die Rechenzentren hätten ihren negativen Trend fortgesetzt und im Herbst/Winter einen deutlichen Verlust verzeichnet, hauptsächlich im europäischen Geschäft. „Die anhaltenden Verluste in den Rechenzentren sowie das Konzernergebnis für das Gesamtjahr 2018 auf dem Niveau des Vorjahres sind unbefriedigend“, sagt er und fügt hinzu, dass die Probleme eher auf enge Margen als auf ein langsames Umsatzwachstum zurückzuführen seien.

Der Umsatz stimmt

Nun wird das Unternehmen eine Abschreibung von etwa 30,66 Millionen Euro vornehmen. Rund 33,2 Millionen Euro gehen in die Umstrukturierung und in die Schließung des belgischen Werks.

Zwar sollen sich im Portfolio des Unternehmens auch weiterhin Rechenzentrumsprodukte finden, allerdings will Munters die vor allem in den USA absetzen: „Unsere Analyse des Rechenzentrumsbetriebs hat den Vorstand und das Management-Team überzeugt, dass die Aussichten für den Aufbau eines profitablen Rechenzentrumsgeschäfts in Europa in einem Markt mit Überkapazitäten und anhaltendem Preisdruck begrenzt sind. Unser Fokus wird in Zukunft vor allem auf dem US-Rechenzentrumsmarkt liegen, wo wir über eine wirtschaftlichere Basis für profitables Wachstum verfügen", heißt es Geschäftsbericht 2018. Zudem wird die Sparte noch im laufenden Quartal in den Unternehmensbereich „Air Treatment“ integriert.

Den Preis erhilt Munters 2014 für das IEC-System „Oasis“ , das zur Wärmeableitung Außenluft nutzt, die über die Außenfläche eines befeuchteten Wärmetauschers gezogen wird. Die Außenluft kommt zu keinem Zeitpunkt in Kontakt mit der Luft im Rechenzentrum. Das schließt das Risiko von Verunreinigungen oder Probleme mit Luftfeuchtigkeit, die zu Korrosionsschäden an Servern führen können, aus.
Den Preis erhilt Munters 2014 für das IEC-System „Oasis“ , das zur Wärmeableitung Außenluft nutzt, die über die Außenfläche eines befeuchteten Wärmetauschers gezogen wird. Die Außenluft kommt zu keinem Zeitpunkt in Kontakt mit der Luft im Rechenzentrum. Das schließt das Risiko von Verunreinigungen oder Probleme mit Luftfeuchtigkeit, die zu Korrosionsschäden an Servern führen können, aus. (Bild: DC-CE-RZ-Beratung)

Im Jahr 2014 erhielt Munters für das IEC-System „Oasis“ den 1. Preis durch die Jury belohnt und schaffte es auf den 3. Platz beim Online-Publikumspreis.

Wer in diesem Jahr den Publikumspreis gewinnen soll, haben erneut die Leser von DataCenter-Insider im Griff. Hier geht es zur Online-Abstimmung.

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Kommentar aus Facebook von Jannis Walter: Munters hat in Europa auch nie einen Fuß auf den Boden...  lesen
posted am 25.02.2019 um 10:24 von Unregistriert


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