Agent für alle Beschaffungsprozesse Ivalua startet Steuerungsschicht für Superagenten „IVA Studio“

Von Daniel Schrader 2 min Lesedauer

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Ivalua, ein französischer Anbieter von Beschaffungssoftware, beginnt die Beta-Phase der agentischen Steuerungsschicht „IVA Studio“. Statt vieler spezialisierter Agenten soll ein einziger KI-Agent ohne Vorabkonfiguration und mit integrierter Berechtigungslogik alle Schritte des Einkaufsprozesses abwickeln.

Mit eiener zentralen Steuerungsschicht soll „IVA Studio“ (im Bild Screenshot einer Vorabversion) das KI-System IVA in einen alle Einkaufsprozesse abwickelnden Superagenten verwandeln. (Bild:  Produktdemonstration Ivalua)
Mit eiener zentralen Steuerungsschicht soll „IVA Studio“ (im Bild Screenshot einer Vorabversion) das KI-System IVA in einen alle Einkaufsprozesse abwickelnden Superagenten verwandeln.
(Bild: Produktdemonstration Ivalua)

Bei IVA handelt es sich um einen bereits in der Ivalua-Beschaffungsplattform verfügbaren Agenten (Intelligent Virtual Agent). Mit IVA Studio soll eine Steuerungsschicht hinzukommen, die für IVA Skills (vorkonfigurierte Fähigkeitsmodule), Tools und externe Systemanbindungen über MCP-Server (Model Context Protocol) bündelt und so eine zentrale Verwaltungsebene für den gesamten Source-to-Pay-Prozess (S2P, Einkaufsprozess von Lieferantenauswahl bis Rechnungszahlung) bietet. IVA soll so auf Grundlage eines einzelnen Chats etwa alternative Lieferanten mit Einbeziehung konkreter Vertragsvorgaben vorschlagen oder auch ganze Ausschreibungsverfahren einrichten und starten können.

Mit IVA Studio soll der KI-Agent weitgehende Aufgaben in Beschaffungsprozessen eigenständig übernehmen können und sich an vordefinierten Entscheidungspunkten an Menschen wenden.(Bild:  Ivalua)
Mit IVA Studio soll der KI-Agent weitgehende Aufgaben in Beschaffungsprozessen eigenständig übernehmen können und sich an vordefinierten Entscheidungspunkten an Menschen wenden.
(Bild: Ivalua)

In einem Markt, wo viele Unternehmen mit spezialisierten Agenten und Subagenten für verschiedene Aufgaben jonglieren, will sich Ivalua durch eine wesentlich übersichtlichere Architektur auszeichnen. Fähigkeiten wie Verhandlungsstrategien, Kategorieansätze oder Compliance-Regeln sollen als versionierbare, modulare Pakete gespeichert und vom Agenten bei Bedarf geladen werden, statt eigene Agenten je Domäne zu betreiben. Die Einbindung dynamisch abrufbarer Skills würde es auch einem generalisierten Agenten erlauben, diverse Beschaffungsprozesse zu steuern.

Kernversprechen: automatische Nutzerrechte, Transparenz, Human-in-the-Loop

IVA soll dabei Zugriffsrechte des jeweiligen Nutzers automatisch übernehmen und nicht überschreiten können. Damit soll die manuelle Pflege von Berechtigungsprofilen für Agenten entfallen. Sämtliche Aktionen sollen in einem vollständigen Auditor-Prüfpfad protokolliert werden, der Beschaffungsverantwortlichen den Nachweis konformer KI-Aktivitäten ermöglichen soll.

Auch bei autonomen Hintergrundprozessen soll stets ein verantwortlicher Nutzer zugeordnet sein, auf den IVA an vordefinierten Entscheidungspunkten zurückgreifen soll (Human-in-the-Loop-Prinzip). Ganz ohne Unteragenten soll auch IVA nicht auskommen. Bei komplexen Aufgaben soll der Superagent temporäre Helferlinge erzeugen, die nach Abschluss der Aufgabe wieder aufgelöst werden sollen, sodass kein dauerhafter Verwaltungsaufwand entstehe.

Wettbewerb um zentrale Steuerung und nachverfolgbare Handlungsfähigkeit

Auch Mitbewerber konzentrieren sich verstärkt sowohl auf übergeordnete Automatisierungsschichten als auch auf autonome wie überprüfbare agentische Handlungsfähigkeit. SAP baut mit Joule-Agenten in für Procurement eine vergleichbare Automatisierungsschicht in seine Ariba-Suite ein. Joule-Agenten sollen mehrstufige Beschaffungsworkflows über verschiedene SAP-Anwendungen hinweg eigenständig ausführen können, unter anderem als dedizierter Sourcing Event Agent.

Coupa verfolgt unter dem Namen Navi eine Multi-Agenten-Architektur, während Jaggaer seine JAI-Plattform als vollautonomen Sourcing-Zyklus positioniert, bei dem Agenten Ausschreibungen eigenständig aufsetzen, Angebote einholen und Vergabeempfehlungen generieren sollen. In dieser Wettbewerbslandschaft zeichnet sich der Ansatz von Ivalua am deutlichsten durch den Fokus auf einen generalisierten Einzelagenten mit Skills-Bibliothek statt einem Agenten-Ensemble aus.

IVA-Studio soll LLM-agnostisch und selbstlernend sein

IVA Studio soll LLM-agnostisch sein. Kunden können sowohl die von Ivalua bereitgestellten Sprachmodelle nutzen als auch eigene Modelle einbinden. Skills sollen sich über IVA Studio von IT-Teams, Implementierungspartnern und Fachbereichen konfigurieren und erweitern lassen.

Das System soll über Interaktionen hinweg selbstlernend sein: Häufig eingesetzte Prozessmuster und Entscheidungslogiken sollen als neue Skills persistiert werden, sodass organisationsspezifisches Wissen automatisch wachsen soll. Die allgemeine Verfügbarkeit von IVA Studio für alle Kunden soll im Verlauf des Sommers 2026 folgen.

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