IP-Vergabe in Microsoft-Netzwerken

IPv6 in Windows Server 2016 konfigurieren

| Autor: Thomas Joos

Microsoft-Netzwerke effektiv verwalten
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IPv6, das Internet Protocol Version 6 (auch IPnG, Internet Protocol Next Generation), ist der Nachfolger des gegenwärtig in vielen Netzwerken noch überwiegend verwendeten Internet Protocol in der Version 4 (IPv4). Beide Protokolle sind Standards für die Netzwerkschicht des OSI-Modells und regeln die Adressierung und das Routing von Datenpaketen durch ein Netzwerk. Immer mehr Unternehmen wechseln von IPv4 zu IPv6.

Microsoft Windows Server 2016 nutzt den Next Generation TCP/IP-Stack. Hierbei handelt es sich um einen TCP/IP-Protokollstack, in den sowohl IPv4 (Internet Protocol version 4) als auch IPv6 (Internet Protocol Version 6) integriert sind. Wenn eine DNS-Abfrage beispielsweise eine IPv6- und IPv4-Adresse zurückgibt, dann versucht der Stack zuerst, über IPv6 zu kommunizieren. Die Bevorzugung von IPv6 gegenüber IPv4 bietet IPv6-fähigen Anwendungen eine bessere Netzwerkkonnektivität.

Neben der automatischen Konfiguration ist auch eine manuelle Konfiguration von IPv6 in Windows Server 2016 und Windows 10 möglich. Windows Server 2016 stellt dazu eine grafische Oberfläche bereit.

Die PowerShell verfügt über einige Cmdlets, um Netzwerkeinstellungen eines Computers zu steuern oder abzufragen, zum Beispiel Get-NetIPAddress. Um sich eine Liste aller Cmdlets anzuzeigen, mit denen sich Netzwerkeinstellungen festlegen lassen, hilft der Befehl Get-Command -Noun Net*.

Wenn Sie in den Eigenschaften der Netzwerkverbindung die Eigenschaften von IPv6 aufrufen, können Sie verschiedene Einstellungen vornehmen:

IPv6-Adresse automatisch beziehen -- Hier wird konfiguriert, dass die IPv6-Adressen für diese Verbindung oder diesen Adapter automatisch festgelegt werden.

Folgende IPv6-Adresse verwenden -- IPv6-Adresse und das Standardgateway für diese Verbindung oder diesen Adapter manuell festlegen.

IPv6-Adresse -- Hier können Sie eine IPv6-Unicastadresse angeben.

Subnetzpräfixlänge -- Hier können Sie die Länge des Subnetzpräfix für die IPv6-Adresse festlegen. Bei IPv6-Unicastadressen sollte dies 64 sein (der Standardwert).

Standardgateway -- Hier können Sie die IPv6-Unicastadresse des Standardgateways angeben.

DNS-Serveradresse automatisch beziehen -- Hier wird konfiguriert, dass die IPv6-Adresse des DNS-Servers im Netzwerk über DHCPv6 bezogen wird.

Folgende DNS-Serveradressen verwenden -- Hier können Sie die Adressen des primären und sekundären DNS-Servers manuell festlegen.

Über die Schaltfläche Erweitert kommen Sie, wie bei IPv4, zu weiteren Einstellmöglichkeiten für IPv6. Auf der Registerkarte „IP-Einstellungen“ können Sie die IPv6-Adressierung des Computers detaillierter spezifizieren:

Für jede IPv6-Unicastadresse müssen Sie eine IPv6-Adresse und eine Subnetzpräfixlänge angeben. Die Schaltfläche Hinzufügen steht nur dann zur Verfügung, wenn die Option „Folgende IPv6-Adresse verwenden“ bei den Einstellungen für die IPv6-Adresse gesetzt ist.