Im Schnitt gehen fast 400.000 Euro flöten

Hochverfügbarkeit im Mittelstand – alle wollen's, keiner tut was

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Weitere Schlüsselergebnisse der Studie:

Bis zu 3,8 Stunden für Ausfallbehebung und Daten-Wiederherstellung. Vom Auftreten eines Ausfalls bis zu dessen Beseitigung einschließlich Wiederherstellung aller Daten vergingen bei den untersuchten Unternehmen durchschnittlich bis zu 3,8 Stunden.

Damit lag die Wiederherstellungszeit innerhalb der maximal verkraftbaren Ausfallzeit, die der Studie zufolge derzeit durchschnittlich 4,7 Stunden beträgt. Dabei gilt: Je größer das Unternehmen, desto länger dauert es, bis die Systeme , inklusive der Rücksicherung der Daten, wieder funktionsfähig sind.

„Die Angaben von ein bis zwei Stunden allerdings, wundern mich sehr“, sagt Steensma. Er erklärt sich diese kurzen Zeitspannen dadurch, dass es sich dabei kaum um komplette Ausfälle handeln könne, sondern um Bestandteile geschäftskritischer Systeme, etwa Platten.

"Selbsthilfe" und Reparatur-Services im Schadensfall sind laut Studie die am weitesten verbreiteten Maßnahmen. 45 Prozent der Unternehmen versuchen „in der Regel“, Hardware-Probleme zunächst selbst zu lösen. Führt das nicht zum Erfolg, greifen 53 Prozent auf Reparatur-Services aus herkömmlichen Wartungsverträgen zurück. Proaktive Services zur Vermeidung von Störungen nutzen nur 28 Prozent aller Befragten (Mehrfachnennungen waren möglich).

Zum Teil akuter Handlungsbedarf in Sachen IT-Service und -Verfügbarkeit. 68 Prozent der Unternehmen haben ihrer eigenen Einschätzung nach noch nicht alles unternommen, um die Verfügbarkeit kritischer IT-Systeme zu maximieren: Fast jeder zweite Befragte ist der Meinung, die eigenen kritischen Systeme zwar „ausreichend“ abgesichert zu haben, ohne allerdings geringe Restrisiken ausschließen zu können.

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Und Folgendes verbessert die Situation nicht gerade: „Meiner Einschätzung nach tendieren die Befragten dazu, sich eher einen Tick zu gut zu bewerten“, so Steenma.

Das sind die Notfälle

13 Prozent der Unternehmen geben an, mehr als bisher für die maximale IT-Verfügbarkeit tun zu wollen. 4 Prozent beschäftigten sich erst grundsätzlich mit dem Thema Maximierung der Ausfallsicherheit und haben noch gar keine konkreten Maßnahmen getroffen, zwei Prozent haben sich noch nicht einmal mit dem Thema befasst. „Letzteres darf man getrost als grob fahrlässig bezeichnen“, kommentiert Steensma.

Für die beiden letztgenannten Gruppen besteht demnach akuter Handlungsbedarf: Bei ihnen kommt es zu überdurchschnittlich vielen Ausfällen pro Jahr. Zudem dauert die Wiederherstellung nach einem Ausfall in der Regel länger als für die Unternehmen gut verkraftbar.

Steensmas Empfehlung folgend müssten die Unternehmen mehr in vorbeugende Maßnahmen investieren. Ein Support-Vertrag sei reaktiv, erläutert der HP-Manager, wie ein ADAC-Schutzbrief. „Ist das Auto kaputt, kommt der Abschleppdienst.“

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