Digitale Infrastrukturentwicklung in Syrien nach Regierungswechsel Go Telecom plant Aufbau digitaler Dienste in Syrien

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Der saudi-arabische Telekommunikationsanbieter Go Telecom hat ein 'Memorandum of Understanding' mit dem syrischen Kommunikationsministerium unterzeichnet. Ziel ist der Ausbau staatlicher IT-Strukturen, digitaler Plattformen und Rechenzentrumsdienste.

Vertragsunterzeichnung in Damaskus. V.l. Mohammed bin Mansour Karahan, Chief Business Officer bei GO Telecom, Yahya bin Saleh Al Mansour, der GO Telecom CEO, Abdessalam Haykal, der syrische Minister für Kommunikation und Technologie und Alaa Hamzawi, der Berater des Kommunikationsministers in Syrien. Unterschrieben wurde der Vertrag von Mohammed bin Mansour Karahan und Abdessalam Haykal.(Bild:  GO Telecom Signs)
Vertragsunterzeichnung in Damaskus. V.l. Mohammed bin Mansour Karahan, Chief Business Officer bei GO Telecom, Yahya bin Saleh Al Mansour, der GO Telecom CEO, Abdessalam Haykal, der syrische Minister für Kommunikation und Technologie und Alaa Hamzawi, der Berater des Kommunikationsministers in Syrien. Unterschrieben wurde der Vertrag von Mohammed bin Mansour Karahan und Abdessalam Haykal.
(Bild: GO Telecom Signs)

Go Telecom, ein Tochterunternehmen der Etihad Atheeb Telecommunications Company aus Saudi-Arabien, hat Ende Mai 2025 ein Memorandum of Understanding (MuO), also eine Absichtserklärung, mit dem syrischen Ministerium für Kommunikation und Technologie unterzeichnet. Die Vereinbarung umfasst die geplante Zusammenarbeit in Bereichen wie digitaler Verwaltung, nationaler Rechenzentrumsinfrastruktur, Cloud Computing, Künstlicher Intelligenz (KI), Internet der Dinge (IoT) und Cyber-Sicherheit.

Ziel ist der Aufbau einer flächendeckenden digitalen Infrastruktur zur Unterstützung des staatlichen Transformationsprogramms. Die Vereinbarung sieht die Entwicklung einheitlicher digitaler Plattformen sowie die Bereitstellung technischer Dienstleistungen auf Basis internationaler Standards vor. Die Unterzeichnung erfolgte im Beisein des syrischen Ministers für Kommunikation und Technologie, Abdessalam Haykal, und des CEO von Go Telecom, Yahya bin Saleh Al Mansour.

Zeitliche Nähe zur Sanktionsaufhebung

Das MoU wurde am 31. Mai 2025 unterzeichnet, also kurz vor der vollständigen Aufhebung westlicher Wirtschaftssanktionen gegen Syrien im Juni 2025. Die Übereinkunft ist nicht rechtlich bindend, dient jedoch als politische Absichtserklärung zur wirtschaftlichen Kooperation zwischen Syrien und Saudi-Arabien.

Seit dem Regierungswechsel Ende 2024 unter der Übergangsregierung von Ahmed al-Sharaa bemühen sich arabische Staaten um eine politische und wirtschaftliche Wiederannäherung. Saudi-Arabien zählt zu den wichtigsten Unterstützern des Wiederaufbaus und hat Finanzhilfen in Höhe von 6,4 Milliarden Dollar zugesagt.

Die Infrastruktur bleibt stark beeinträchtigt

Die geplanten Maßnahmen stehen vor erheblichen strukturellen Herausforderungen. Nach Schätzungen war im Jahr 2024 über die Hälfte des syrischen Stromnetzes außer Betrieb. Ursachen waren die Zerstörung zahlreicher Übertragungsleitungen, Angriffe auf Infrastruktur sowie anhaltender Mangel an Treibstoffen für Kraftwerke. Auch die Internet-Versorgung war über Jahre hinweg instabil.

Vor diesem Hintergrund sind die angestrebten Maßnahmen im Bereich digitaler Plattformen, KI-Anwendungen und Rechenzentrumstechnologie mit Unsicherheiten behaftet. Angaben zu konkreten Zeitplänen, Investitionsvolumen oder technischer Umsetzung wurden bisher nicht veröffentlicht.

Go Telecom bezeichnet Syrien als strategisch relevantes Ziel innerhalb seiner regionalen Expansionsstrategie. Mit dem Einstieg in den syrischen Markt verfolgt das Unternehmen das Ziel, eigene Technologien in staatliche Modernisierungsprojekte zu integrieren. Über die Tochtergesellschaft Ejad Tech soll zusätzlich Know-how eingebracht werden.

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